Kalten Lockdown verhindern

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Claudia Strnad (vorne, SV Schwäbisch Gmünd), Manuela Hieber (hinten, SV Schwäbisch Gmünd). Foto: Jan-Philipp Strobel
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Über 570 Sportvereine im Land fordern in einem Offenen Brief dringend Entlastung.

Ostalbkreis

Die Energiepreiskrise im organisierten Sport spitzt sich weiter zu und  konkrete Unterstützungsmaßnahmen sind bislang nicht in Sicht. Über 570 Sportvereine aus Baden-Württemberg  haben daher in einer mit den drei baden-württembergischen Sportbünden abgestimmten Aktion einen Offenen Brief des SV Böblingen an die Landesregierung mit unterzeichnet. Darunter sind die Aalener Sportallianz, die TSG Hofherrnweiler, der SSV Aalen, der TSV Hüttlingen, der FC Röhlingen, der FC Germania Bargau, der SV Schwäbisch Gmünd, der Schützenverein Mögglingen, RSV Heuchlingen und eine Reihe weiterer Sportvereine, vom Großverein bis zum Einspartenverein. Die Vereine fordern in dem zweiseitigen Schreiben, dass jetzt schon notleidende Vereine schnellstmöglich staatliche Unterstützung erhalten müssen und die Politik zudem Maßnahmen ergreifen muss, um die Energiepreise wieder auf ein bezahlbares Niveau zu bringen. Ansonsten sei „nur eine Frage der Zeit, bis der erste Verein zu extremen Maßnahmen greifen und den Betrieb in seinen Anlagen entweder erheblich einschränken oder Hallen und Sportzentren gleich ganz schließen muss – weil Gas und Strom unbezahlbar geworden sind.“

 Von einer Vervielfachung der Kosten für Strom und Gas ist in dem Brief die Rede, was besonders Vereine mit eigenen Hallen, Sportzentren oder Bädern vor die Frage stelle, wie man explodierende Preise als gemeinnütziger Verein bezahlen soll. Ein Verein im Raum Stuttgart habe beispielsweise von den dortigen Stadtwerken eine Preiserhöhung für Strom und Gas um 800 Prozent auf etwa 350 000 Euro genannt bekommen, ein anderer Verein finde derzeit gar keinen Stromlieferanten mehr und müsse den Strom selbst am freien Markt zu horrenden Preisen einkaufen. Für die Aalener Sportallianz erhöht sich laut Mitteilung der Stadtwerke die Abschlagszahlung aktuell auf das Vierfache.

Eine massive Erhöhung von Mitgliedsbeiträgen scheide aus, um die Kostensteigerungen abzufangen. Sie widerspräche dem sozialen Auftrag der Vereine und würde zudem wohl zu einem schmerzhaften Mitgliederverlust führen. Zudem seien ihre finanziellen Reserven durch die schwere Zeit nach den vergangenen beiden Corona-Jahren allmählich aufgebraucht. Aber auch Vereine, die auf und in kommunalen Anlagen Sport organisieren, werde es treffen, denn auch die Kommunen „ächzen unter den Preisentwicklungen“.

 Trotzdem haben die Sportvereine im Land in den vergangenen Jahren viel in sparsame Beleuchtungs-,  Heizungs- und Sanitäranlagen investiert. In der aktuellen Situation reichen diese Maßnahmen aber bei weitem nicht aus, um die immensen Kostensteigerungen abzufangen. Um einen „kalten Lockdown“ im Sport zu verhindern, brauche es deshalb schnell staatliche Unterstützung, fordern die Vereine. Die Zusage von Bundeskanzler Scholz „You’ll never walk alone“ müsse auch für den organisierten Sport gelten.

Die Sportvereine der Region haben durch Energiepreiserhöhungen massive Probleme ihr Sportangebot aufzuziehen.

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