Kappt der TSB auch die Bittenfelder Siegesserie?

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Handball, Oberliga: TSB Gmünd - TSV Heiningen. Foto: Jan-Philipp Strobel

Mit einem weiteren Sieg im Nachholspiel gegen den TV Bittenfeld II am Dienstagabend (20 Uhr / Große Sporthalle) könnte sich der TSB Gmünd in der Spitzengruppe etablieren. Trainer Michael Stettner tritt auf die Euphoriebremse.

Schwäbisch Gmünd.

Für den TSB Gmünd läuft es. 12 Punkte auf dem Konto und den fünften Platz in der Tabelle nach acht Spieltagen hätten angesichts der enormen Kaderverjüngung im Sommer wohl nur die kühnsten Optimisten erwartet. Doch die mit einem Durchschnittsalter von 22,1 Jahren zweitjüngste Mannschaft der Oberliga präsentierte sich in den vergangenen beiden Spielen in hervorragender Form. Fast schon beängstigend war es, wie die "Jets" sowohl den TSV Heiningen (33:28 nach 21:13-Pausenführung) als auch den vorherigen Tabellenführer TSV Blaustein (38:30 nach 24:17-Pausenführung) bereits in der ersten Halbzeit überrannten. Diese Leistungen haben wenig Wünsche übrig gelassen und steigern die Vorfreude auf den zweiten Teil der englischen Woche. Gegen den Dritten TV Bittenfeld II wartet am Dienstagabend gleich das nächste Topspiel.

Die Partie war verlegt worden, da gleich drei TSBler vor drei Wochen mit den "Otternasen" beim Beachhandball Champions Cup auf Madeira antraten. Mit noch breiterer Brust kehrte Nicola Rascher aus Portugal zurück. Mit 14 Toren führte der TSB-Kapitän sein Team zum Kantersieg in Blaustein und ist selbst noch restlos begeistert: "Wir haben ein echtes Feuerwerk abgebrannt. Nicht nur ich, sondern das ganze Kollektiv." Gegen Bittenfeld II wird der 24-Jährige nun sein 100. Oberliga-Spiel bestreiten. Eine Zahl, die ihn auch ein "bisschen stolz" mache, wie Rascher lächelnd erzählt: "Man merkt mir gerade einfach an, dass es mit der Truppe einfach riesig Spaß macht. Nun wollen wir natürlich an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen. Dabei ist es mir auch völlig egal, wie viele Tore ich werfe, solange wir am Ende ein Tor mehr haben als der Gegner."

Leicht wird dieses Unterfangen allerdings nicht. Die Bittenfelder gewannen am Samstagabend nicht weniger eindrucksvoll mit 32:26 gegen Drittliga-Absteiger TSG Söflingen und feierten damit ihren sechsten Sieg in Folge. "Eine ganz enge Kiste", erwartet Rascher daher. Zumal das ebenfalls extrem junge Gästeteam eine ähnliche temporeiche Spielweise pflegt

Stettner weiß, dass sein Team mit den jüngsten Erfolgen die Latte extrem hochgesetzt hat. Doch er bemüht sich nach wie vor um Zurückhaltung: "Wir wollen so lange wie möglich auf dieser Welle weiterschwimmen. Doch in dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Da kommt es immer auf die Tagesform an, das ist schon brutal." Der fünfte Rang und die Aussicht, am Dienstag noch weiter vorzurücken, sei daher nicht mehr als eine Momentaufnahme. Wobei Stettner ohnehin nicht auf die Tabelle schaut. "Es wäre kontraproduktiv, uns damit zu beschäftigen", findet der Trainer: "Bislang machen wir genau das, was wir von Anfang an wollten, nämlich uns von den hinteren Plätzen abzusetzen." Oberstes Ziel bleiben 30 Punkte, um den Nichtabstieg frühzeitig fix zu machen. Bis dahin gilt: Voller Fokus auf die eigene Leistung.

Latte extrem hoch angesetzt

Komplett allergisch ist Stettner gegen alle Rechenspiele und Gedanken, dass der TSB (12:4 Punkte) in dieser englischen Woche ganz nah an Spitzenreiter TV Plochingen (16:4) heranrücken könnte. "Das ist genau das, was uns nicht interessiert", betont er. Es sei ihm auch völlig egal, ob seine Mannschaft wieder einmal über 20 Tore in der ersten Halbzeit erzielt: "Übertrieben gesagt, wenn wir nur vier Tore machen und eins kassieren, ist das auch in Ordnung." Wichtiger sei es vielmehr, die eigenen Leistung weiter zu bestätigen und im Training genauso konzentriert zu arbeiten wie zuletzt: "Wir müssen alle schauen, dass wir auf dem Teppich bleiben und nicht den Höhenflug kriegen, egal ob von außen oder von innen. Wir sind gerade gut, weil wir uns auf das Wesentliche konzentrieren und alles andere ausblenden. Wir schauen von Spiel zu Spiel und nur nach uns.“

Dass der Trainer dermaßen deutlich auf die Euphoriebremse tritt, kommt nicht von ungefähr. Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass die Jets mit der 20:29-Niederlage bei der TGS Pforzheim böse aus allen Träumen gerissen wurden. Für Stettner, aber auch für seinen Kapitän das beste Beispiel dafür, dass es nicht von alleine funktioniert. "Wenn wir nicht 100 Prozent reinwerfen, dann verlieren wir in dieser Liga jedes Spiel", mahnt Rascher. Trotz den Kantersiegen gegen Heiningen und Blaustein könne man alles noch sehr genau einordnen. Noch hat der TSB nichts erreicht. Doch nachdem alle bisherigen drei Heimspiele gewonnen wurden, ist die Devise am Dienstagabend für Rascher eindeutig: "Wir wollen zuhause eine Macht bleiben. In unserer aktuellen Form können und wollen wir diese zwei Punkte holen."

Dabei können Stettner und sein "Co" Volker Haiser auf den gesamten Kader zurückgreifen. Darunter auch Routinier Philipp Schwenk, der am Sonntag beim 30:20-Auswärtssieg des TSB-Perspektivteams sein Comeback nach langer Verletzungspause gab. Ein Fragezeichen steht allerdings hinter dem erkrankten Wolfgang Bächle, für den es in Blaustein nur zu einem Kurzeinsatz reichte. "Ob wir Erster, Zweiter oder Fünfter sind – es geht darum, dass wir die Heimspiele gewinnen. Egal, wer da kommt", kündigt Stettner an. Damit würde der TSB den anvisierten 30 Punkten ein weiteres Stück näher kommen – und genauso der vom Trainer ignonierten Tabellenspitze.

TSBDaniel Mühleisen, Giovanni Gentile – Nicola Rascher, Tom Abt, Moritz Werner, Andreas Maier, Jan Spindler, Arian Pleißner, Jonas Schwenk, Philipp Schwenk, Wolfgang Bächle (?), Eric Zimmermann, Stephan Mühleisen, Jonas Waldenmaier

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