Kein Verständnis für kurzfristige Absagen

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Nichts ging am vergangenen Wochenende: Der WFV hat seine Fußballer oberhalb der Landesliga in die verfrühte Winterpause geschickt. Eigentlich standen noch zwei Spieltage an. Auch in der Halle ging nichts.
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Der Fußball ist nun in der Winterpause, in den Sporthallen herrschte am Wochenende ebenfalls kein Betrieb. Das sagen Trainer und Verantwortliche zu den coronabedingten Absagen.

Ostalbkreis

Der Advent ist eine besinnliche Zeit – und besinnlich ging es am zweiten Adventswochenende auch auf den Sportplätzen und in den Hallen zu.

Aufgrund der neuen und verschärften Corona-Verordnung hatte der WFV den Amateur-Fußball ab der Landesliga aufwärts bereits zwei Spieltage früher als gedacht in die Winterpause geschickt. Sehr ruhig war es auch in den Sporthallen, es herrschte kein Betrieb. Handball- und Volleyballspiele wurden zumindest für dieses Wochenende abgesagt. Ob in diesem Jahr überhaupt nochmals auf Punktejagd gegangen werden kann, ist fraglich. Auch im Jahr 2021 „droht“ den Sportlerinnen und Sportlern auf der Ostalb eine sehr ruhige Adventszeit. Das sagen Trainer und Verantwortliche zu dieser außergewöhnlichen Situation:

Zlatko Blaskic, Trainer 1. FC Normannia Gmünd: „Die Art und Weise und der Zeitpunkt, wie der WFV das mitgeteilt hatte, ist desaströs. Das geht gar nicht. Wir hatten uns die gesamte Woche über darauf vorbereitet und von Tag zu Tag hatte jemand etwas anderes gesagt. Am Freitag habe ich einige Stunden den kommenden Gegner Calcio Leinfelden-Echterdingen analysiert und den Jungs alles zurecht geschrieben – dann wird man so herausgerissen. Das ist einfach frustrierend. Anstatt frühzeitig zu reagieren, hat der WFV wieder einmal nichts getan und lieber gewartet. Am Freitagabend um halb neun das Ganze dann abzublasen finde ich einfach nur bodenlos. Aus meiner Sicht hätte ich bereits am vergangenen Montag gesagt: Die Vorrunde ist beendet, wir schicken euch in die Winterpause – dann schauen wir mal, was in den kommenden Wochen und Monaten passiert. Aber so ein Rumgeeiere ist einfach schlecht und nervt jeden. An ein reguläres Saisonende glaube ich nicht. Es stehen jetzt noch 19 Spieltage an. Die beste Lösung wäre ein Playoff-Modus ab dem 1. April. Bis dahin hat man noch vier Monate Zeit, um Lösungen für den Amateursport zu finden. Wenn dann acht oder neun Spiele stattfinden, bekommt man die Saison noch einigermaßen zu Ende.“

Frieder Henne, Trainer SG MADS Ostalb: „Ich wäre dafür gewesen, dass alles weiterläuft. Ich hoffe, dass in diesem Jahr nochmals gespielt wird, denn ich bin immer positiv gestimmt. Der Sport ist nur mit 0,8 Prozent aller Infektionen beteiligt gewesen. Deshalb halte ich es für lächerlich, was von der Politik gerade abgeht. Das ist eine Katastrophe – wenn man ständig Fehler macht und dann nichts zugibt.“

Patrick Schiehlen, Sportlicher Leiter TSV Essingen: „Die Entscheidung des WFV hätte man anders kommunizieren müssen. Bei uns haben alle Spieler 2G oder sind sogar schon geboostert. Letztlich geht das Ganze dann immer zu den Lasten derer, die es schon irgendwie hinbekommen. Die Sorge besteht darin, dass der Spielplan nicht planmäßig eingehalten werden kann. Das wird meiner Meinung nach nicht funktionieren. Ich bin mal gespannt, was man uns von Seiten des Verbands für Pläne hinlegt, oder ob diese überhaupt hingelegt werden. Es bleibt spannend, was schlussendlich passiert. Uns im Verein wäre es lieber gewesen, man hätte diese zwei Spiele noch durchgeführt. Man hätte ja schon vorher reagieren können und beispielsweise den Spieltag auf vergangenen Mittwoch vorziehen können. Aber auf solche Ideen scheint man beim Verband nicht zu kommen. Was das betrifft bin ich schon etwas enttäuscht. Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass der Verband in der Situation ist, in der man es lockerer sehen kann. Man hat die 50 Prozent erreicht und die Saison wird auf jeden Fall gewertet.“

Jochen Heller, Interimstrainer TSV Alfdorf/Lorch: „Ich finde es einen Fehler, dass am Wochenende die Spiele abgesagt wurden, da das alles zu kurzfristig war. Wenn man am Freitagabend für Samstag alles absagt, finde ich das falsch. Man hätte auf jeden Fall die Spiele durchziehen können, weil einige mit viel Aufwand die Partien schon vorbereitet haben. Die Mannschaften, die Heimspiele gehabt hätten, haben einiges in die Wege geleitet, um diese dann auch stattfinden zu lassen. Deshalb finde ich die Kurzfristigkeit eigentlich einen Skandal. Ob die 2G-Plus-Geschichte letztlich für alles den Ausschlag gab, weiß ich nicht. Aber in unserem vergangenen Heimspiel haben wir das sowieso schon praktiziert – und so schlimm wäre das nicht geworden. Dass in diesem Jahr noch Spiele stattfinden, glaube ich nicht.“

So ein Rumgeeiere ist einfach schlecht.“

Zlatko Blaskic, Trainer Normannia

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