Keine Abkühlung für den EHC Aalen

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33 Grad im Schatten, aber eine Abkühlung auf dem Eis gibt's nicht! Der EHC Aalen wartet weiterhin vergeblich auf eine Eishalle, oder eine Eisfläche, die den Wettkampfstandards entspricht.

Julian Brenner, Sprecher des Eishockeyclubs Aalen, erinnert sich gerne zurück. "Damals waren 30 bis 40 Jugendliche beim Training. Das war schon was besonderes. Leider geht das ja nicht mehr."

Seit 12 Jahren steht der Eishockey-Verein ohne eine eigene Eishalle da. Und das natürlich zum Unverständnis aller Vereinsmitglieder. Ungefähr 40 Mitglieder gehören dem Verein an, der seit 1987 existiert.

Die Hallenproblematik

2006: Zu Beginn des Jahres war in der Eishalle von Bad-Reichenhall das Dach eingestürzt. Es starben dabei 15 Menschen. In Aalen drohte ähnliches: Kondenswasser hatte an der überspannenden Stahlkonstruktion genagt. Die Entscheidung zur Schließung hat die Vereine trotzdem kalt erwischt. Für ein neues Dach vermuteten die Vereine Kosten von 300 000 Euro. Der Abriss der Halle 2009 kostete 550 000 Euro. Zwei Jahre zuvor.

Mittlerweile gibt es im Greut in Aalen über die Winterzeit eine mobile Eisfläche, diese ist aber zu klein für den aktiven Eishockeyspielbetrieb. Dennoch trainiert der Verein so oft es geht im Winter, dies geht eben nur für wenige Woche, dann ist die Eisfläche wieder weg. "Wir wollen, dass unser Verein nicht nur zweieinhalb Monate im Jahr lebt", schildert Brenner die Problematik. Der EHC hatte damals jegliche Hilfe bei einer Sanierung des Hallendachs angeboten. "Von der Stadt wurde das aber ignoriert", kontert Brenner.

Leere Versprechungen

"Es hieß wir bekommen eine neue Halle. Wir müssten uns nur ein bis zwei Jahre gedulden", erinnert sich Brenner. Das Interesse an der Sportart und auch an einer Eishalle sei groß. "Im Winter ist die mobile Eisfläche immer voll. Die Leute wollen die Schlittschuhe anziehen. Hinzukommen die Wintersporttage an den einzelnen Schulen. Da könnte man Eislaufen, Eisstockschießen oder meinetwegen auch Eishockey anbieten", sagt Brenner.

Wir wollen, dass unser Verein nicht nur zweieinhalb Monate im Jahr lebt.

Julian Brenner Sprecher EHC Aalen

Er uns seine Mannschaftkollegen brennen für den Eishockeysport. Brenner selbst ist durch seinen Nebensitzer in der Schule zum Puck gekommen. "Der hat mich dann einfach mitgenommen und dann war ich verliebt. In die Dynamik, die Schnelligkeit und in den Zusammenhalt", schwärmt Brenner.

Die Sicherheit

Ein weiteres Problem: Die hohen Kosten der Ausrüstung. Brenner sieht darin den Knackpunkt: "Wenn jetzt die Eltern schon bereit sind so viel Geld auszugeben, dann sollten wir ihnen auch eine Sicherheit der Sportart gewähren können. Aber wie sollen wir das machen ohne Eishalle?" Brenner möchte vor allem die Vereinsarbeit wieder voran treiben und die Jugend durch Inlinhockey mit Eishockey in Verbindung bringen. "Wir haben auch Interessierte, die gerne Funktionen im Verein annehmen würden, wie zum Beispiel einen Jugendkoordinator."

Der Kompromiss

"Es wäre schon okay, wenn wir wenigstens eine mobile Eisfläche hätten, die groß genug ist um unseren Sport wettkampftauglich ausüben zu können. Schön wäre ein Statement von der Stadt Aalen, was wir denn jetzt alles machen müssen, können oder dürfen, um unseren Sport ausüben zu können, und unseren Verein vorantreiben zu können", schließt Brenner ab.

Man wolle vor allem eines beim EHC Aalen: Planungssicherheit und die Sicherheit das in der Zukunft in Aalen wieder Eishockey-, und Eislaufsport betrieben werden kann.

Dominic Köstler

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