Keine Zukunft für Ouadie Barini?

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Hart kritisiert: Ouadie Barini wurde gegen Walldorf acht Minuten nach seiner Einwechslung wieder ausgewechselt. Trainer Uwe Wolf fand hinterher deutliche Worte.
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Trainer Uwe Wolf holt den Stürmer acht Minuten nach seiner Einwechslung wieder vom Platz und zählt den 29-Jährigen hinterher an: „Solche Nachlässigkeiten dulde ich nicht“

Aalen.

Es ist die Höchststrafe für einen Fußballer: zuerst ein-, dann wieder ausgewechselt zu werden. Ouadie Barini (Schwäpo-Note: 6) ist das am Dienstagabend im Heimspiel gegen den FC Astoria Walldorf passiert, nachdem der 29-Jährige in der 81. Minute aufs Feld kam und innerhalb kürzester Zeit drei Böcke geschossen hatte. „Da war ich sauer“, sagt Trainer Uwe Wolf.

Die Statistik spricht eigentlich für ihn: Ouadie Barini hat in dieser Saison in 388 Spielminuten 3 Treffer erzielt. Damit schießt er alle 129 Minuten ein Tor. Das ist die beste Quote aller VfR-Profis, selbst Torjäger Steffen Kienle kommt da nicht ganz ran. Der Winterzugang hat zwar bereits 7 Treffer auf seinem Konto, er hatte dafür aber 1056 Spielminuten Zeit - macht einen Schnitt von 151 Minuten pro Tor.

Trotzdem hat Barini derzeit schlechte Karten, dass sein im Sommer auslaufender Vertrag noch einmal verlängert wird. Nachdem der Stürmer bereits im Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt (2:0) nach seiner Einwechslung eine hundertprozentige Chance kläglich vergab, setzte er am Dienstagabend noch einen drauf:

83. Minute: Barini spielt kurz nach seiner Einwechslung den Ball unbedrängt zum Gegner.

86. Minute: Kai Merk stürmt auf FC-Keeper Nicolas Kristof zu, seinen Querpass schiebt Barini am leeren Tor vorbei.

87. Minute: Mark Müller spielt den Ball flach ins Zentrum, wo Barini wieder aus kürzester Distanz nicht trifft.

Uwe Wolf platzte an der Seitenlinie der Kragen, er signierte dem Schiedsrichterassistenten, dass er erneut wechseln möchte - und holte Barini nach exakt acht Spielminuten wieder vom Feld. Auch nach dem Schlusspfiff hatte sich der Coach noch nicht beruhigt. „Wir müssen den Sack viel früher zumachen, auf dem Niveau muss er den Ball auch mal ins leere Tor spielen.“, lautet die klare Ansage an Barini. Das sei den Kameraden gegenüber fahrlässig. „Da geht's um Tabellenplätze, um die Zukunft der Spieler. Solche Nachlässigkeiten dulde ich nicht.“ Auf die Frage, wie Wolf seinen angezählten Angreifer nun aufbauen wolle, antwortet der Trainer: „Wieso sollte ich ihn aufbauen? Ich muss ihn nicht aufbauen. Wenn ich einen Spieler aufbauen muss, ist er fehl am Platz.“ Der Angreifer sei beim VfR Aalen, um den Ball über die Linie zu drücken. „Und wenn er dem nicht gerecht wird, dann ist er für uns in der Zukunft kein Spieler mehr.“

... dann ist er für uns kein Spieler mehr.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

Ein Erfolgserlebnis fehlt

Wobei das Thema Toreschießen nicht nur Ouadie Barini betrifft. Unter Wolf erarbeiten sich die Ostälbler Spiel für Spiel eine Vielzahl an Möglichkeiten. In Frankfurt waren es sechs, sieben Hochkaräter, und auch jetzt gegen Astoria Walldorf wären locker fünf, sechs Treffer möglich gewesen. Den Angreifern Dijon Ramaj, Mark Müller und vor allem Kai Merk fehlt aber die Kaltschnäuzigkeit, diese Chancen effektiv zu nutzen. Nein, es sei keine Qualitätsfrage, stellt Wolf klar. Stattdessen brauche ein Spieler wie Merk einfach mal ein Erfolgserlebnis. Das sieht auch Alessandro Abruscia so. Der 30-Jährige, der gegen Walldorf beide Tore erzielte und damit unter dem neuen Trainer in acht Spielen sechsmal getroffen hat, stellt klar: „Wir spielen uns gute Chancen heraus, irgendwann platzt der Knoten. Dann schießen auch andere wieder Tore.“ Bis dahin hoffen die Aalener, dass die verletzten Torjäger Steffen Kienle und Toni Vastic bald wieder einsatzbereit sind.

Und Alessandro Abruscia weiter zu zuverlässig trifft.

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