Knappe Niederlage für Christian Jungwirth

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Der Bopfinger verliert im tschechischen Brünn mit 1:2-Punkten gegen Miroslav Brosz.

Brünn. Wie unbarmherzig Sport sein kann, musste der Bopfinger Mixed-Material-Art-Kämpfer Christian Jungwirth bei seinem vergangenen Kampf erleben.

Nachdem ein Titelkampf im sächsischen Riesa Corona zum Opfer fiel, kämpfte Christian Jungwirth im tschechischen Brünn gegen den Tschechen Miroslav Brosz. Brosz und Jungwirth waren sich sehr ähnlich, was ihre Bilanz mit zehn Siegen und drei Niederlagen anging. Der Tscheche galt als ein Allrounder und hervorragender Bodenkämpfer. Jungwirth, „the Kelt“, fand zu spät in den Kampf, der über drei Runden zu je fünf Minuten ging. „Die Zeit hat mich besiegt“, sagt er im Nachhinein.

Gleich in der ersten Runde gelang es Brosz den Deutschen an den Rand der Niederlage zu bringen. Doch Jungwirth ließ sich nicht so schnell schlagen. Allerdings kam er erst zum Ende der zweiten Runde in Gang und konnte noch Punkte gutmachen.

Für Miroslav Brosz war es konditionell ein harter Kampf. Gegen Ende musste er immer mehr einstecken, doch es reichte am Schluss der drei Runden nicht: Christian Jungwirth musste sich mit eins zu zwei Stimmen geschlagen geben.

Jungwirth hat viel aus diesem Kampf mitgenommen. „Es zwingt mich zum Denken“, sagte er im Anschluss an den Kampf.

Das Fan-Interesse für den Bopfinger ist in der Tschechei groß. Nach seinem letzten Kampf im Januar dieses Jahres gegen Mate Kertész, den er ebenfalls verlor, wurde er zum König der Fanherzen. Viele Nachrichten kamen aus dem Nachbarland auf verschiedenen Sozialen Medien zu ihm, die ihm halfen und Mut machten.

Beim Kampf waren 300 Zuschauer in der Halle zugelassen, die Jungwirth feierten. Auch zu Hause in Bopfingen bei seiner Mutter Marica war eine große Leinwand aufgebaut, da der Kampf live im Pay-TV übertragen wurde. So konnten auch die zahlreichen deutschen Fans den spannenden Fight mitverfolgen.

Jungwirth hatte im Vorfeld bereits bei einem tschechischen Veranstalter einen Kontrakt für sechs Kämpfe in zwei Jahren unterschrieben. „Da habe ich eine Planungssicherheit“, sagt Jungwirth mit Blick auf Deutschland. Seither trainierte er und wusste nicht, wann der nächste Kampf ansteht. Sein letzter Kampf kam innerhalb von zwei Wochen zustande. „Da ist die Vorbereitung zu kurz“, sagt er.

Der Veranstalter Octagon MMA ist der größte Initiator von MMA-Kämpfen in Tschechien und der Slowakei. Bis zu 20 000 Zuschauer kommen hier normalerweise zu den Kämpfen. Während in Deutschland noch Ruhe herrscht wird in Tschechien und Slowakei monatlich gekämpft. Im Juli ist sogar ein Open-Air-Event auf einem Tennis-Court in Prag geplant.

Der Bopfinger will nun auch internationaler werden und kämpfte deshalb bereits in Brünn als „The Kelt“. Passend zu seiner Heimat unterm Ipf, zieht er als Ipfkrieger in die Schlacht. Mit dabei seine furchteinflößende Keltenmaske, um die Gegner zu verängstigen. Auf der Pressekonferenz nach dem Kampf wurde Christian Jungwirth gefragt, wie er sich als Verlierer fühlt. „Ich habe nicht verloren“, sagte er darauf und erntete den Applaus der Anwesenden. „Ich möchte dem Publikum und meinen Fans einen guten und spannenden Kampf liefern. Das habe ich auch heute gemacht.“ Michael Scheilde

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