Landratsamt stoppt die Profi-Biker

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Der Mögglinger Marco Hochsteiner hat nicht nur an der Strecke mitgebaut, er ist natürlich auch schon mitgefahren beim „Bike the Rock“.
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500 Sportlern muss abgesagt werden: Eine Woche bevor es starten sollte, zieht das Landratsamt seine Genehmigung fürs Bundesligarennen in Heubach zurück.

Auf der Homepage des „Bike the Rock“ kann man die Nachricht sogar auf englisch lesen. Das „District Office of Ostalbkreis“ habe der Stadt Heubach verboten, das Bike the Rock am 24.April auszurichten. Wegen der „high number of new infections with SARS-CoV-2“ im Kreis. Fast 500 Sportlerinnen und Sportler aus 31 Nationen, die in einer Woche unterm Rosenstein starten wollten, sind nun von Corona gestoppt worden.

„Wir akzeptieren die Entscheidung, sie wird von uns als korrekt und richtig empfunden“, sagt Organisationschef Eckhard Häffner. Angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen habe man „wohl kaum eine andere Wahl gehabt, als die Durchführung des ‚Bike the Rock‘ zu untersagen“.

100 Stunden Freizeit investiert

Gleichwohl ist die Enttäuschung groß - weil enorm viel Mühe und Aufwand investiert worden ist. Zum Beispiel von Marco Hochsteiner, einem der Aktiven aus dem Streckenbauteam des Bike the Rock. Rund 100 Stunden seiner Freizeit hat er in den letzten sechs Wochen an der Strecke verbracht, um die zu verbessern und auszubauen. „Ich habe sogar extra Urlaub genommen“, erzählt der Mögglinger. Rund 20 Leute waren im Bauteam dabei, „und wir haben selbstverständlich nur in kleinen Gruppen und mit Abstand gearbeitet“, versichert er. Und das sei nur das Bauteam, „es gibt noch so viele andere, die sich reingehängt haben“, sagt er.

Hochsteiner ist keiner, der Corona irgendwie verharmlost. Aber verärgert und tief enttäuscht ist er. „Wir reden hier von Profi-Sport“, sagt er übers Bike the Rock. Dass Berufsfußballer weiterhin spielen, trägt zu seinem Ärger bei: „Die Regionalliga darf spielen, aber die Weltspitze im Mountainbike darf nicht starten.“

Hygienekonzept auf englisch

Sportler aus 31 Nationen, darunter welche aus Kanada, Argentinien, Südafrika, waren angemeldet fürs diesjährige Rennen. Zuschauer waren in der Planung nicht vorgesehen, dafür gab es für alle Teams allein sechs DIN A-4-Seiten Hygienekonzept, auch die natürlich durch einen Muttersprachler in eine englische Version übersetzt. Um aufs Festivalgelände zu kommen, hätte jeder einen negativen Coronatest samt schriftlicher Registrierung gebraucht, das DRK hätte extra ein Testzentrum in der Silberwarenfabrik mit drei „Teststraßen“ aufgebaut.

Nach der Nachricht vom Landratsamt hat Eckhard Häffner als erstes am Freitagmorgen die ehrenamtlichen Helfer informiert, dann die Sponsoren. Um die vielen Helfer und deren Arbeit, die nun umsonst ist, tue es ihm „am meisten leid“, sagt Häffner.

Das war's dann mit Profi-Bikesport in diesem Jahr in Heubach, jetzt hofft der Orga-Chef, dass wenigsten das als Teil zwei geplante Festivalwochenende für die Hobbyfahrer am 2. Oktober stattfinden kann. Dorthin das Profirennen zu verlegen, geht nicht. „Deren Terminkalender ist voll, das kriegen wir nicht hin.“

Hoffen auf den Oktober

Von den Teams, mit denen er am Freitag Kontakt hatte, gab's keine Kritik, erzählt Häffner. „Die haben alle verständnisvoll reagiert.“ Und: „Wir hoffen, dass möglichst alle Fahrer, die 2021 auf der Startliste standen, auch 2022 wieder zu uns kommen.“

2021 wäre es ja schon etwas wert, wenn im Oktober wieder der Marathon, die Kinderrennen und ein paar schöne Trial-Shows stattfinden könnten. Häffner versucht, es positiv zu sehen: „Ich hoffe auf ein tolles Mountainbikefest, für Heubacher von Heubachern.“

Die Regionalliga darf spielen, die Weltspitze im Mountainbike darf nicht starten.“

Marco Hochsteiner, ehrenamtlicher Helfer

Nächster Versuch im Oktober - mit „Part two“

Das war geplant: Vier Rennen für Lizenzfahrer waren am 24. April geplant: Junioren, U23, Frauen und Juniorinnen sowie Männer. Für die Toprennen hatten die französischen Weltmeister Jordan Sarrou (Specialized) und Pauline Ferrand-Prevot (Absolute Absalon – BMC) bereits zugesagt.

So geht's weiter: Nun da der erste Teil abgesagt ist, wird „Part two“ zwangsläufig zu Teil eins: Der Bike-Samstag, der für den 2. Oktober geplant ist. Auf dem Programm stehen: der 5. Fuji-Bikes Marathon, die Cross-Country-Hobbyrennen in den Altersklassen U9 bis U15, das „Queen Or King Of The Rock Enduro-Race“ und dazu ein Rennen in der Pumptrack.

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