Lea Riedel Vize-Europameisterin

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Für den TV Bargau war Lea Riedel besonders 2015 als deutsche U18-Vizemeisterin im Siebenkampf erfolgreich. Hier ist sie im Trikot der LG Staufen noch als schnelle Hürdenläuferin unterwegs.

Ex-Bargauerin holt überraschend Silber.

Tallinn. Bis 2015 startete sie noch für den TV Bargau in der LG Staufen, wurde im selben Jahr deutsche Vizemeisterin U18 im Siebenkampf. Ihr damaliger Trainer Edgar Maihöfer hatte sie aus Esslingen zum TVB gebracht. Dann wechselte Lea Riedel zur LG Filder, um sich schließlich der erfolgreichen Kugelstoß-Truppe des VfL Sindelfingen anzuschließen.

Vor zwei Wochen wurde sie in Koblenz mit persönlicher Bestleistung von 16,54 m überraschend deutsche U23-Meisterin. Und jetzt holte sich die Drehstoßtechnikerin mit einer sensationellen Steigerung auf 17,86 Meter die U23-Vizeeuropameisterschaft im estnischen Tallinn.

Schon in der Quali in Bestform

Schon in der Qualifikation zeigte sich Lea Riedel in Bestform: Die Linkshänderin verbesserte gleich im ersten Durchgang ihren Hausrekord auf 16,92 m und zog als Drittbeste in den Vorkampf am Abend ein. Hier packte sie sofort in Runde 1 mit 17,23 Metern die nächste Bestmarke aus und übernahm die Führung. Im zweiten Durchgang wurde die 22-Jährige von der Schwedin Axelina Johansson mit 17,73 m abgelöst.

In Runde 5 übernahm die Holländerin Jessica Schilder (PB 18,77 m) mit 17,85 m das Kommando. Aber mit ihrem sechsten Stoß ging Lea Riedel mit unglaublichen 17,86 Metern in Front – ein Szenario, mit dem niemand in den kühnsten Träumen rechnen konnte.

Als vorletzte Athletin trat die Holländerin dann in den Ring und konterte mit 18,11 m. Das bedeutete Gold für die Niederlande, Silber für Deutschland und Bronze für Schweden.

Das Glück für Deutschland vervollständigten die DM-Dritte Selina Dantzler (LG Stadtwerke München, 15,88 m) als Siebte und die deutsche Vizemeisterin Hanna Meinikmann (TV Wattenscheid, 15,87 m) auf Rang 8.

„Es ist total unreal“

Unmittelbar nach dem Wettkampf sagte die fassungslose Lea Riedel dem österreichischen Moderator des Livestreams: „Ich kann es absolut nicht glauben. Noch im Frühjahr war ich nicht sicher, ob ich hier überhaupt starten kann. Es ist total unreal! Ich bin zu tausend Prozent überrascht von so einer Steigerung. Schon über meinen ersten Stoß habe ich mich so gefreut. Dass ich noch überholt würde, damit musste ich rechnen bei einer so starken Konkurrenz mit internationaler Erfahrung. Aber jetzt bin ich einfach überglücklich.“

Hans Bendl

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