Leon klettert gleich drei Klassen höher

  • Weitere
    schließen
+
Motorrad in Aktion: Beim letzten Saisonrennen der Super-Moto-Junioren in Schleiz konnte der Aalener Leon Heimann den Jugend-Europameister Jan Ullmann besiegen und soll 2021 mit diesem drei Klassen höher starten.

Wie das 14-jährige Aalener Talent Leon Heimann den Jugend-Europameister besiegte. Genehmigung vom ADAC, bei den "Großen" zu starten.

Immer vorwärts". Dieses Minikonzept von Leon Heimann ging bisher stets auf. Von Jahr zu Jahr steigerte sich der junge Motorrad-Rennfahrer kontinuierlich, egal ob in der Moto-Cross-Disziplin oder auf den Supermoto-Strecken mit Asphalt und im Cross-Gelände. Erst wurde er Landesmeister, dann Deutscher Titelträger in den Jugendklassen – jetzt steht das 14-jährige Talent aus Aalen-Hofherrnweiler vor dem Sprung in die Elite-Klasse(n) bei den Erwachsenen.

In Schleiz platzt der Knoten

Vom schwedischen Motorradhersteller Husqvarna erhielt der Realschüler einen Werksvertrag mit Maschine und Equipment und vom ADAC die Genehmigung in seinem jugendlichen Alter bei den "Großen" zu starten.

Wie das? In diesem Jahr, bei dem es auch im Motorradsport wegen der Corona-Pandemie eine verkürzte Saison gab, beherrschten zwei Fahrer das komplette Feld der Junioren-Konkurrenz bis 16 Jahre: Jan Ullmann aus Tschechien und Leon Heimann aus Aalen.

Ob in Cheb (Eger), in Wittgenborn bei Frankfurt oder in Oschersleben, Jan und Leon lieferten sich tolle Duelle, wobei der Deutsche bei den Rundenzeiten immer besser mit denen des Tschechen mithalten konnte.

Beim letzten Rennen im thüringischen Schleiz war es dann soweit: Leon konnte dem aktuellen Jugend-Europameister erstmals Paroli bieten und schon im Training hinter sich lassen, um dann den ersten. Lauf zu gewinnen. Während Jan dennoch internationaler Deutscher Meister in insgesamt vier Saisonrennen wurde, sicherte sich Leon mit nur 13 Punkten Rückstand in seinem zweiten Super-Moto-Jahr die Vizemeisterschaft.

Leons Vater Daniel Heimann ist noch heute fasziniert von der Aufholjagd seines Sohnes und das wurde ihm auch von Jans Eltern bestätigt, die sagten: "Unfassbar, was dein Sohn geleistet hat und wie der schnell ist."

Ein Platz unter den Top Ten sollte es schon sein.

Markus Haas, Chef des MH Racing-Teams

Auch Marcus Haas, der Chef des MH Racing-Teams, für das Leon Heimann fährt, ist begeistert von dem jungen Talent, "dem ich eine Rennintelligenz bescheinige, die in diesem Alter noch nicht üblich ist, sondern erst in späteren Jahren kommt."

Haas muss es wissen, denn er hat selbst zehn Jahre Rennsport betrieben, war Deutscher Langstreckenmeister und fuhr auch bei den Superbikes. Der 51-jährige Inhaber eines Motorradfachgeschäftes in Böbingen, in dem er mit zehn Beschäftigten Husqvarna- und Suzuki-Bikes verkauft, wartet, repariert und aufmotzt, erklärt die verschiedenartigen Startbedingungen der beiden "Kontrahenten" auch mit den unterschiedlichen Trainings-Möglichkeiten.

Während Jan Ullmann auf ein staatliches Sportinternat geht, finanziell unterstützt wird und fast täglich trainieren kann, ist Leon Realschüler, hat weite Trainingsanfahrten und hat wegen Corona nur etwa 30 Stunden nach eigener Aussage trainieren können". Leon nickt dazu mehrmals.

Jetzt mit 70 PS-Bike

Marcus Haas lobt ihn mit den Worten "dass uns Leon am meisten überrascht hat von allen und eine Riesensteigerung im zweiten Jahr hingelegt." Haas meint weiter, dass beide Fahrer die Klasse besitzen, nicht weniger als drei Fahr-Kategorien zu überspringen und in der S2 gegen gestandene Männer zu fahren. Das wird für beide allerdings nicht so einfach sein, wenn sie von 85ccm- Maschinen mit 30 PS auf 450er Viertakter mit 70 PS umsteigen. Allein um 105 kg wiegt so ein Bike, fit muss der Fahrer natürlich sein und Muskelkraft muss er auch haben, ein Fingerzeig für Leon in dieser Sache noch einiges zu tun.

Ansonsten fiebert er dem neuen Motorrad entgegen, das seinem Fahrstil angepasst wird. Teamchef Haas hat das Saisonziel 2021 hochgesetzt: "Ein Platz unter den Top Ten sollte es schon sein." Leon Heimann nickt dazu und sagt: "ich freue mich. mein Bike zu fahren." Im April 2020 soll Saisonstart sein. Wenn Corona keinen Strich durch das Projekt macht.

Die Zeit mit der Zweitakter Husqvarna ist vorbei, Leon Heimann freut sich mit Teamchef Marcus Haas auf die neue 450er-Maschine, die nach seinen Maßen angefertigt wird.

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

WEITERE ARTIKEL