Lorenz Liss vom TSV Ellwangen: „Ich möchte mich weiterentwickeln“

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Der Ellwanger Volleyballer Lorenz Liss hat ein stipendium in den USA bekommen.
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Der Ellwanger Volleyballer Lorenz Liss studiert und spielt jetzt mit einem Stipendium an der Limestone University in South Carolina - für vier Jahre.

Ellwangen/Gaffney.

Für den Ellwanger Volleyballer Lorenz Liss hat sich ein Traum für junge Sportler verwirklicht: Er hat ein Stipendium an der Limeton University in Gaffney im US-Bundesstaat South Carolina bekommen und kann dort nun ein Studium „Business Marketing“ und Sport perfekt kombinieren. In einer Art, wie es in Deutschland kaum möglich wäre.

In Deutschland wird immer wieder diskutiert, wie sich Spitzensport und Studium besser vereinbaren lassen, um beides gleichzeitig vorantreiben zu können. Sportlerinnen und Sportler kritisieren dabei, dass viele deutsche Universitäten in Lehr- und Prüfungsplänen zu unflexibel seien, um beides parallel zu betreiben. Was sie zwingt, den Sport zugunsten der beruflichen Laufbahn aufzugeben oder eben nicht im nötigen Umfang zu betreiben. Weshalb viele junge deutsche Sportler ein Stipendium an einer amerikanischen Universität anstreben. Dort ist es eben möglich, Sport und Studium parallel für das Fortkommen in beiden zu betreiben, fast unter Profibedingungen.

Lorenz Liss stammt aus einer Ellwanger Volleyball-Familie. Vater Rainer spielte Ende der 1980er-Jahren für den TSV zusammen mit den Hirschmiller-Brüdern Regionalliga, Bruder Linus tritt heute für den TSV in der gleichen Liga an, Schwester Lea spielt derzeit in Ansbach Regionalliga. Der heute 20-Jährige debütierte mit 17 in der Oberliga-Mannschaft des TSV, spielte bis vergangene Saison dann dort Regionalliga.

Studium und Sport parallel

„Im März 2021 bewarb ich mich bei einer in Deutschland ansässigen Vermittlungsagentur mit selbst geschnittenen Videos von Spielen, mit einem Spielerprofil wie Sprunghöhe, Spannweite, Reichhöhe,  und Eignungstests zum Studium“, erzählt Liss. „Die Coaches der Unis konnten das dann einsehen, und es kamen mehrere Angebote.“ Die Agentur half auch bei den Formalitäten für die Behörden. An einem Abend im April 2021 meldete sich Coach Benson von der Limestone University. Bei einem Skype-Gespräch besprach man sich, lernte sich kennen. Lorenz hatte recherchiert und wusste dass das Team in der höchsten und zweithöchsten US-Liga antritt. In den USA gibt es kein Vereinssystem im Volleyball,  wie in vielen anderen Sportarten auch. Dort treten Teams von Universitäten an und spielen Regional- und US-Meister aus. Nach diversen Gesundheits-Checks sagte Lorenz zu.

Im Sommer dieses Jahres ging es nach bestandenem Fachabitur nach Gaffney, an der Grenze zu North Carolina, rund 90 Kilometer von Charlotte und 330 Kilometer nördlich von Charleston. Lorenz wohnt mit einem amerikanischen Mitspieler zusammen im Wohnheim. Vormittags sind Vorlesungen bis etwa 13 Uhr, viermal in der Woche ist abends je 2 Stunden Volleyballtraining, dazu dreimal in der Woche am Nachmittag Krafttraining. „Das Sportliche wird vermutlich noch mehr, wenn die Saison im Januar losgeht“, sagt  der 20-Jährige. Die Sportler bekommen auf dem Campus ihre Mahlzeiten, gehen aber auch mal gemeinsam essen und feiern. „Es sind weitere Ausländer im Team, an der Uni auch einige deutsche Fußballer“, erzählt er.

„Das Training ist klar strukturiert, alles läuft konzentriert und fokussiert ab. Spielzüge laufen schneller als bei uns“, ergänzt Liss. Drei Trainer sind immer da, dazu steht ein Physiotherapeut zur Verfügung. Im Team fühlt sich der Ellwanger gut integriert. Technisch sieht er sich gut gerüstet, „athletisch muss ich noch aufholen“, fügt er an.

Vorgesehen sind derzeit vier Jahre Studium und Stipendium an der Uni. In dieser Zeit möchte er sich sportlich weiter entwickeln, aber auch das Studium gut zu absolvieren. Danach erhofft sich Lorenz Liss, sportlich soweit zu sein für einen Einstieg in die deutsche Bundesliga oder Zweite Liga. „Auf jeden Fall wird das eine Erfahrung, die mich in jeder Hinsicht weiter bringt“, ist er sicher.

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