Markus Elmer in Sorge: „Seit zwei Jahren herrscht Stillstand beim VfB Stuttgart“

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Eine feste Größe beim VfB Stuttgart: Der Westhausener Markus Elmer hat sieben Jahre lang das weiße Trikot mit dem Brustring getragen. Heute blickt der Ex-Profi sorgenvoll auf seinen Ex-Verein.
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Markus Elmer hat 187 Pflichtspiele für den VfB Stuttgart absolviert, heute blickt der Ex-Verteidiger sorgenvoll auf seinen Ex-Verein - und hofft jetzt auf einen erfahrenen Trainer.

Aalen / Stuttgart

Sieben Jahre lang hat er das weiße Trikot mit dem roten Brustring getragen. Voller stolz. Heute hat Markus Elmer vor allem eins: Sorgen um den VfB Stuttgart. „Seit zwei Jahren reden die Verantwortlichen, was sie alles vorhaben. Aber es passiert nichts. Ich sehe keine Weiterentwicklung. Nur Stillstand.“ Der Ex-Profi kritisiert dabei auch Sportdirektor Sven Mislintat. „Er ist für die Kaderzusammenstellung verantwortlich, und die ist sicher nicht optimal“, sagt der Westhausener .

Das 0:5 in Dortmund hat Markus Elmer wenig überrascht. Vielmehr hat es den Ex-Profi geärgert, dass sich die Stuttgarter nach dem 4:1 gegen den VfL Bochum und dem 6:0 im DFB-Pokal gegen Arminia Bielefeld „in den Armen gelegen sind“. „Man muss doch sehen, gegen wen gespielt wurde: Bochum war Tabellenletzter, und Bielefeld ist quasi eine Drittligamannschaft.“

Elmer ist der Meinung, dass es dem Kader an Spielern fehle, die dem Verein „ein Gesicht geben“. Stattdessen würde der Sportdirektor Profis aus aller Welt holen, die sich nicht mit dem VfB identifizieren und auf dem Platz nicht auffallen. „Der Kader umfasst 35 Leute mit wenig Qualität.“ Was Elmer am meisten ärgert: „Der VfB hat eines der besten Nachwuchsleistungszentren in Deutschland. Aber da kommt nichts heraus.“

Dass sich der Verein von Trainer Pellegrino Matarazzo getrennt hat, ist für Elmer „alternativlos“. Der 44-Jährige sei zwar ein Sympathieträger, „aber der VfB musste reagieren“. Was dem Ex-Profi gar nicht gefällt: dass Sportdirektor Mislintat bei den Spielen auf der Bank sitzt. „Das sorgt nur für einen zusätzlichen Druck beim Trainer.“ Elmer befürchtet, dass Mislintat auch jetzt auf der Suche nach einem Trainer ist, den er beeinflussen könne. Wer aber wäre aus Sicht des Ex-Profis der richtige Nachfolger für Matarazzo? „Der VfB braucht jetzt einen erfahrenen Trainer.“

Erfahrener Trainer nötig

Das Problem aus Elmers Sicht: „Es ist aktuell keiner auf dem Markt.“ Er ist jedenfalls froh, dass Sebastian Hoeneß den Stuttgartern abgesagt hat. „Er wäre für diesen schweren Job viel zu unerfahren gewesen.“ Dass auch andere potenzielle Kandidaten wenig Interesse signalisieren würden, ist für Elmer ein Indiz dafür, welchen Stellenwert der VfB Stuttgart inzwischen genießt.

Dass der Bundesligist nun die drei Ex-Spieler Sami Khedira, Christian Gentner und Philipp Lahm ins Boot geholt hat, freut Elmer. „Auch wenn es zuvor schon Spieler wie Karl Allgöwer, Karl-Heinz Förster oder Hansi Müller gegeben hat, die das auch gekonnt hätten.“ Aber: Khedira und Gentner würden viel Fußballkompetenz mitbringen. „Ich hoffe, dass sie in einen engen Austausch mit dem Vorstandsvorsitzenden Alexander Wehrle und Präsident Claus Vogt gehen.“ Und den VfB Stuttgart aus dieser schwierigen Lage befreien und ihn wieder auf Kurs bringen.

Profi beim VfB Stuttgart und Bayer 04 Leverkusen

Markus Elmer stammt aus Oberkochen.

In der Saison 1973/1974 wechselte er zum VfB Stuttgart. Nach sieben Jahren schloss sich Elmer in der Saison 1980/1981 Bayer 04 Leverkusen an. Bei der Werkself beendete er im Sommer 1983 seine aktive Laufbahn.

Der gelernte Linksverteidiger absolvierte 187 Pflichtspiele (15 Tore) für den VfB Stuttgart, 44 Mal (3 Tore) trug er das Trikot von Bayer 04 Leverkusen.

In seiner Karriere hat er es auf 147 Bundesliga- (6) und 55 Zweitligaeinsätze (11) gebracht. Dazu 20 Spiele im UEFA-Pokal und vier für die deutsche B-Nationalmannschaft.⋌alex

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