Markus Elmer: Vom Dorfverein zum großen VfB Stuttgart

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Markus Elmer vom VfB Stuttgart in der Saison 1979/1980 im Spiel gegen den FC Bayern München. Am Boden Keeper Helmut Roleder.
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Der Westhausener hat einst den Sprung in die Bundesliga geschafft. Jetzt ist der frühere Nationalspieler 70 Jahre alt geworden.

Westhausen. Die große Party soll erst im Sommer steigen. Markus Elmer hat seinen 70. Geburtstag im engen Familienkreis gefeiert. Das Rampenlicht braucht der Westhausener heute nicht mehr. Das hatte er früher genug - als Fußballprofi absolvierte er für den VfB Stuttgart und Bayer 04 Leverkusen insgesamt 147 Bundesligaspiele. Und sieben Partien für die deutsche B-Nationalmannschaft.

Der Fußball war schon immer seine Leidenschaft. Als kleiner Bub hat er einst beim TSV Westhausen gekickt. Bei seinem Heimatverein. Und schon damals war klar, dass Elmer besser ist als die anderen. Das ist auch dem VfB Stuttgart aufgefallen, und der Bundesligist hat den Abwehrspieler bereits mit 15 Jahren zu sich geholt. Noch in seiner ersten Saison hätte Elmer zu Borussia Mönchengladbach weiterziehen können. „Der damalige VfB-Präsident Franz Seibold sagte aber: 'Ein Schwabe spielt in Stuttgart.'“, erinneret sich Elmer - und ist den Rot-Weißen treu geblieben. Zunächst als Amateur, und nur ein halbe Jahr später erhielt er seinen erstern Profivertrag. „Ich war unheimlich stolz, dass ich es von einem Dorfverein zum großen VfB geschafft habe“, sagt der 70-Jährige, der damals auch auf der Wunschliste des VfR Aalen ganz oben stand.

„VfR Aalen machen wir nicht“

Aber: „Mein Stiefvater sagt klipp und klar: 'VfR Aalen machen wir nicht!'“ Zweimal pro Woche hat Josef Schiele seinen Sohn zum Training nach Stuttgart gefahren, „zu den Spielen bin ich mit dem Zug angereist“. Ja, nicht nur der Papa war ein Roter durch und durch. Auch Markus Elmer hat sich im Trikot mit dem roten Brustring in die Herzen der Fans gespielt. „Damals hatten im Neckarstadion rund 78 000 Zuschauer Platz. Jedes Spiel war ein Highlight für mich.“ Natürlich seien die Spiele gegen Bayern München immer etwas Besonders gewesen, „da war ein Punktgewinn immer etwas Tolles“. Außergewöhnlich seien aber auch die Spiele im UEFA-Pokal gewesen. 20 solcher internationalen Einsätze hatte der Defensivspezialist, der am liebten als Linksverteidiger spielte. „Unvergesslich ist das Duell gegen Dynamo Kiew mit Oleh Blochin, der 1975 den Ballon d'Or gewonnen hat“, sagt der Westhausener.

Zwischen 1973 und 1980 hat Markus Elmer 187 Pflichtspiele (15 Tore) für den VfB Stuttgart bestritten - und dann zog es den Schwaben doch noch aus Baden-Württemberg heraus. Drei Jahre schnürte er seine Kickschuhe für Bayer 04 Leverkusen, ehe er 1983 seine aktive Karriere beendete. Dem Fußball blieb Elmer treu, zunächst als Amateurkicker, dann ging er nach Köln, um die Trainer-A-Lizenz zu machen. Gemeinsam mit Fußballgrößen wie Felix Magath oder Uli Stielicke. Und natürlich gab er sein Wissen an die jüngeren Generationen weiter. Elmer trainierte die TSG Backnang, Tailfingen, den TSB Gmünd und den damaligen FC Victoria Gmünd.

Heute blickt er von außen auf den Fußball. Und natürlich auf seinen VfB Stuttgart. Dem wünscht er für diese Saison, dass „am Ende der Klassenerhalt geschafft wird“. Und was wünscht sich Markus Elmer für sich? „Dass ich mit meiner Familie so weiterleben kann wie jetzt.“

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