Michael Kucher will wieder angreifen

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Michael Kucher, LG Staufen, Leichtathletik

Nach einer langen Pause, bedingt durch die Folgen einer Corona-Infektion und Verletzungen, steigt Michael Kucher diesen Samstag in Sindelfingen wieder ins Wettkampfgeschehen ein.

Schwäbisch Gmünd

Nach einer langen Leidenszeit durch viele Verletzungen und eine Corona-Erkrankung steht an diesem Samstag für Michael Kucher von der LG Staufen mit dem internationalen Hallenmeeting in Sindelfingen der erste richtige Wettkampf seit September 2020 an. Michael Kucher spricht unter anderem über seine Probleme mit Long-Covid und seine Verletzungen, die ihn in dieser Zeit immer wieder zurückgeworfen haben.

Michael Kucher konnte in den letzten Jahren große Erfolge erzielen: In seinen Hauptdisziplinen 200-Meter- und 400-Meter Sprint stand er bereits mehrfach im Finale der deutschen Jugendmeisterschaften. Zudem wurde er von 2017 bis 2020 durchgehend Baden-Württembergischer Meister über 400 Meter. Mit dem Jahr 2019 kam Kuchers persönlicher Höhepunkt. Er wurde sowohl Baden-Württembergischer, als auch Süddeutscher Meister und qualifizierte sich für die Deutschen Meisterschaften.

Doch einige Monate später musste der Athlet einen herben Rückschlag hinnehmen. Durch einen Sturz erlitt er eine Schultereckgelenksprengung, welche ihn zu einer dreiwöchigen Pause zwang. Danach folgte direkt schon die Nächste. Zu Beginn des Jahres 2020 plagten Michael Kucher Oberschenkelschmerzen, welche ihm bis zum Sommer 2021 zu schaffen machten.

Ich fühle mich so fit, wie noch nie zuvor.“

Michael Kucher, Leichtathlet, LG Staufen

Auch die Pandemie hat den Leichtathleten hart getroffen. Zuerst sind viele Wettkämpfe ausgefallen und dann hatte er fast ein halbes Jahr mit den Folgen seiner Corona-Erkrankung zu kämpfen. „Ich konnte kaum Treppen steigen oder eine Kiste Wasser tragen, ohne völlig außer Atem zu sein“, sagt der 26-Jährige. Durch die Long-Covid-Symptome war das ganze Leben des Sportlers auf den Kopf gestellt. „Ich trainiere normalerweise sechs Mal pro Woche und auf einmal war ich an das Sofa gebunden, ich konnte wirklich gar nichts machen.“

Fünf Monate zurückgewofen

Vor allem mental war das eine große Herausforderung für Michael Kucher: „Man kann nichts anderes machen, als sich abzulenken, aber es war schon sehr hart, denn der Sport ist der Mittelpunkt meines Lebens und ich richte alles danach aus.“ Erst fünf Monate nach der Corona-Infektion konnte Michael Kucher wieder trainieren. „Wenn man eine Woche nicht trainiert, wirft das einen schon deutlich zurück und bei mir waren es fünf Monate“, so Michael Kucher.

Doch nach der langen Leidenszeit geht es jetzt wieder bergauf für den 26-Jährigen. Seit Sommer 2021 hat er nicht mehr mit Long Covid zu kämpfen und auch sein Oberschenkel macht ihm keine Probleme mehr. Jetzt will Michael Kucher wieder voll angreifen: „Ich habe meine komplette Ernährung umgestellt und benutze auch Nahrungsergänzungsmittel.“ Auch was die Regeneration angeht investiert er so viel wie möglich. Neben Physiotherapie benutzt der Topathlet der LG Staufen unter anderem auch Massagepistolen, Stromgeräte und geht auch regelmäßig in die Sauna.

Trainieren wie die Profis

Auch in seinem Training investiert er mehr als jemals zu vor: „Ich weiß, dass ich kein Profi bin, allerdings tue ich alles, um wie ein Profi trainieren zu können.“ Das harte Training und die strikte Ernährung scheint sich aus zu zahlen. „Ich fühle mich so fit, wie noch nie zuvor“, erklärt Michael Kucher.

Die lange Leidenszeit habe er aber nicht alleine überwinden können und er ist sehr dankbar über die Unterstützung von seinem Trainer Lutz Dombrowksi, dem Weitsprung-Olympiasieger von 1980 und Europameister von 1982, und seiner Partnerin Lisa Ostertag. „Mein Trainer findet immer Lösungen, auch wenn es nicht so gut läuft. Zudem bin ich sehr dankbar für meine Partnerin, dass sie so viel Verständnis für meine Leidenschaft zum Sport zeigt.“

Für die Zukunft hat sich der Athlet der LG Staufen auch schon große Ziele gesetzt: „Grundsätzlich ist es mein Ziel immer besser zu werden. Wenn ich eine konkretes Ziel nennen müsste, dann wäre es schon der Vereinsrekord über 400 Meter“, erzählt Michael Kucher.

  • Die 400 m sind seine Strecke

  • Jahrgang: 1995
    Hauptdisziplin: 400m

    Bestzeiten:
    100m: 11,03s
    200m: 21,69s
    400m: 47,49s (Vereinsrekord liegt bei 47,39s)
  • Größte Erfolge:- 3. Platz Deutsche Jugendmeisterschaften im Zehnkampf- 8. Platz bei Deutscher Meisterschaft (400m)- Baden-Württembergischer Meister 2017-2020 (400m)- Süddeutscher Meister 2019

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