Mit dritter Faust zum WM-Titel

Es war ein harter Kampf, den Kasim Gashi bestreiten musste. Der Este Pavel Semjonov verlangte ihm alles ab und agierte immer wieder mit unfairen Mittel, indem er in der Umklammerung auf Gashis Hinterkopf schlug. Der Heubacher behielt jedoch einen kühlen Kopf und gewann einstimmig nach Punkten.

Kasim Gashi ist nach dem Sieg über Pavel Semjonov neuer Weltmeister. Felicitas Vogt gewinnt in der ersten Runde nach einem Knock-Out.

Er hat die Mission erfüllt. Kasim Gashi hat bei der ersten "Gmünder Fight Night" sich den lang ersehnten ersten Titel geholt. Der Mittelgewichtler gewann gegen den Esten Pavel Semjonov einstimmig nach Punkten und ist nun Interimsweltmeister der Verbände GBU und WBF.

"Ich bin erleichtert", sagte der Heubacher unmittelbar nach dem harten umkämpften Boxkampf. Semjonov zeigte starke Gegenwehr und lieferte dem 29-Jährige eine wahre Schlacht. Immer wieder konnte er Treffer setzen, was aber auch Gashi gelang, der jedoch etwas brauchte, um in den Kampf zu kommen.

Weltmeister lobt Publikum

Angefeuert von den vielen Fans in der Gmünder Großsporthalle steigerte er sich von Runde zu Runde. Nicht beeindrucken ließ er sich von den kleinen Unsportlichkeiten des Gegners, der immer wieder in der Umklammerung auf den Hinterkopf von Gashi schlug. Das ist jedoch verboten, sodass Semjonov dafür Punkteabzüge kassierte. "Ich wollte mich nicht auf eine Prügelei einlassen", behielt der am Ende erschöpfte Gashi einen kühlen Kopf.

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"Das war der beste Kampf, den ich in diesem Jahr gesehen", lobte Box-Promoter Rainer Gottwald den Heubacher für seinen Kampf. Im Publikum saß auch Box-Weltmeister Ahmed Ali, der ein gutes Gefühl vor dem Kampf hatte. "Mit der dritten Faust, also den Zuschauern, im Rücken, schafft er das heute", lobte er das Gmünder Publikum für die "tolle Stimmung". Die hatte Rapper Danju direkt vor dem Kampf hochkochen lassen, performte er doch den Einlaufsong von Gashi ("Meine Gang" von Cro und Danju) live in der Halle.

Vogt mit Knockout in Runde 1

Das war der beste Kampf in diesem Jahr.

Rainer Gottwald, Box-Promoter

Eine starke Leistung zeigte auch die zweite Lokalmatadorin Felicitas Vogt. Sie trat gegen die Serbin Ivana Sremcev an, die ihre Profidebüt gab. Das sollte die Bargauerin aber schnell beenden. Bereits nach 1:07 Minuten hatte sie ihre Gegnerin mit einem rechten Haken auf die Bretter geschickt. "Ich hätte gerne länger gekämpft, aber wenn es sich anbietet, schlage ich halt zu", schmunzelte sie.

Auch sie wurde vom Promoter Gottwald im Anschluss gelobt. "Sie ist ein tolles Mädchen, die den schönsten K.O.-Sieg des Abends hatte. Sie ist zudem sehr hübsch und süß, sodass ich ihr in Zukunft viel zutraue", traut er der 21-Jährigen einiges zu. Sie ließ sich daher auch gebührend feiern. "Es war ein sehr schöner Abend und eine Erfahrung wert", würde sie gerne wieder in der Heimat kämpfen.

Das kann auch bald wieder passieren. "Kasim muss in den nächsten sechs Monaten den Titel verteidigen. Ich glaub daran, dass er diesen Kampf wieder hier ausrichten möchte", schürt er die Hoffnungen auf eine weitere Gmünder Boxnacht. Doch das kann noch dauern. "Ich habe kein Bock mehr", rief er erschöpft ins Hallenmikrofon. Das war jedoch nach dem Kampf, sodass er bald wieder in den Ring steigen wird, um wieder für Ekstase beim lokalen Boxpublikum zu sorgen.

Felicitas Vogt zeigte sich treffsicher in ihrem Kampf gegen Ivana Sremcev (Serbien). Bereits nach 1:07 Minuten konnte sie den dritten Sieg im dritten Profi-Kampf feiern.

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