Mit einer 40 Tore-Gala zum Meisterstück

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Die Meistermannschaft der TSB-A-Jugend in der Saison 2021/22 Hintere Reihe von links nach rechts: Trainer Philipp Schwenk, Devin Immer, Jonas Schwenk, Carlos Schuler, Frederik Füchtner, Noah Hartmann, Daniel Fritz, Noel Reibstein, Lucas Schmutzert, Kapit

Eine beeindruckende Dominanz gepaart mit geballter Offensivpower führte die A-Junioren des TSB Gmünd zur Württembergischen Meisterschaft. Für Trainer Philipp Schwenk ist es die Krönung von sechs gemeinsamen Jahren mit den Spielern der Jahrgänge 2003 und 2004.

Schwäbisch Gmünd. Die Kulisse war eines Finales mehr als würdig. Als Noel Reibstein – der B-Jugendliche war einer der jüngsten Spieler im Aufgebot des TSB – am Freitagabend um kurz vor 22 Uhr den 40:31-Endstand gegen den HSC Schmiden/Oeffingen erzielte, hatten sich längst alle 350 Zuschauer in der Großen Sporthalle von ihren Plätzen erhoben. „Wir sind hochverdient Meister geworden, darauf dürfen wir mächtig stolz sein“, jubelte Philipp Schwenk, nachdem sein Kapitän Benedikt Ocker unter tosendem Applaus den Meisterwimpel entgegen nehmen durfte: „Ich bin mir sicher, dass die Jungs aus diesem Erlebnis für die nächsten Jahre viel mitnehmen werden.“

Angetrieben von den eigenen Fans wollten die jungen Gmünder von Beginn an keine Zweifel daran aufkommen lassen, dass sie nach dem 35:31-Auswärtserfolg in Blaustein auch den letzten Schritt zum Titel machen würden. Auch ohne den kurzfristig erkrankten Spielmacher Jonathan Leichs entfalteten die Jets ihr volles Potenzial in der Offensive. Mit den ersten drei Treffern beseitigte Rückraumspieler Arian Pleißner sofort jede Nervosität. Sein kongenialer Partner auf der linken Seite, Louis Waldraff, hatte ebenfalls einen Sahnetag erwischt und erhöhte nach nicht ganz zehn Minuten bereits auf 7:2 (10.). Die Halle tobte schon zu diesem frühen Zeitpunkt, doch auch die Gäste stellten ihre Qualität unter Beweis und kämpften sich beim 12:8 (18.) zurück in die Partie. Der TSB ließ sich allerdings nicht beirren und überstand auch einen Schreckmoment, als Simeon Kratochwille nach einem Zweikampf in der Abwehr die lädierte Schulter wieder eingerenkt werden musste. Der Kreisläufer bewies sein Kämpferherz und kehrte in der zweiten Hälfte zurück aufs Parkett.

Manuel Menz und Waldraff hatten unmittelbar nach dem Seitenwechsel mit dem 22:13 (33.) den deutlichsten Abstand hergestellt. Schmiden/Oeffingen gab sich allerdings noch lange nicht geschlagen und holte Tor um Tor auf. Als der HSC durch einen Doppelschlag des siebenfachen Torschützen Julius Bähr auf 27:23 (42.) verkürzte, nahm Schwenk die Auszeit. Pleißner sorgte in dieser Phase mit seinen wuchtigen Distanzwürfen wieder für Sicherheit. Gleichzeitig war es Tormann Frederik Füchtner zu verdanken, dass die Gäste nicht näher als auf 31:27 (51.) heranrückten. Mit einem 4:0-Lauf machten die Gmünder den Deckel drauf, wobei Pleißner (15 Tore) und Waldraff (10) weiterhin entschlossen vorangingen. „Schön war, dass sich jeder einbringen konnte und seine Einsatzzeit genutzt hat“, hob der Trainer das Kollektiv hervor: „Insgesamt waren wir zwar sogar ein Stück weit von unserem Optimum entfernt. Doch durch unser Tempospiel, unsere Qualität im Eins-gegen-Eins und im Zusammenspiel mit dem Kreis haben wir es gut im Griff gehabt.“

Die fünf Spieler des älteren Jahrgangs 2003 – Arian Pleißner, Simeon Kratochwille, Louis Waldraff, Devin Immer und Carlos Schuler – hätten sich keinen besseren Abschluss für ihre Jugendzeit wünschen können. Für Philipp Schwenk ist der Titelgewinn der vorläufige Höhepunkt seiner sechsjährigen Trainertätigkeit. „So ein Erfolg hat sich anfangs nicht angedeutet, ganz im Gegenteil“, blickt er auf den gemeinsamen Weg zurück, der in der D-Jugend begonnen hatte. Die Premierensaison 2015/16 hatten die TSB-Youngster noch auf dem vorletzten Platz in der Bezirksliga abgeschlossen, übernahmen in den folgenden Jahren aber zunehmend die Vorherrschaft im Bezirk gegenüber den Dauerrivalen aus Altenstadt und Winzingen-Wißgoldingen-Donzdorf. In der C- und B-Jugend hatte es immerhin schon für einen Platz in der Landes- bzw. Württembergliga gereicht: „Dieses Jahre haben die Jungs wirklich enorm weitergebracht, auch wenn es aufgrund körperlicher Defizite nicht immer ganz einfach war. Doch man sieht unsere Entwicklung daran, dass wir von Jahr zu Jahr ein paar Plätze nach oben geklettert sind. Dass am Ende die Württembergische Meisterschaft dabei herauskommt, ist eine super Bestätigung für unsere Arbeit.“ Der Stamm der Mannschaft ist während der gesamten Zeit gleich geblieben und wurde durch die Neuzugänge Pleißner (SV Remshalden, 2019), Immer und Schuler (FA Göppingen, 2021) in der Breite verstärkt. Ein „Riesenglücksfall“, wie Schwenk findet. Auch die B-Jugendlichen Reibstein, Magnus Waibel, Lucas Schmutzert und Max Sänger hinterließen einen hervorragenden Eindruck beim Trainer und trugen ihren Teil zum Erfolg bei.

Über die gesamte Saison hinweg zeigten die Gmünder eine enorme Dominanz und mussten lediglich eine Niederlage hinnehmen. „Wir hätten sicherlich auch eine Klasse höher ganz gut ausgesehen“, ist Schwenk überzeugt. Viel wichtiger sei es allerdings, dass der Großteil der Nachwuchstalente längst fest in den Aktivenbereich integriert ist. Die souveräne Tabellenführung des Perspektivteams in der Bezirksklasse ist zu einem großen Teil auch ein Verdienst der spielfreudigen A-Jugendlichen, Pleißner und Jonas Schwenk durften sogar schon Oberliga-Luft schnuppern. „Einige können den Sprung in die Erste Mannschaft schaffen und in den nächsten Jahren noch viel für den TSB leisten“, meint Philipp Schwenk, der „seine Jungs“ als aktiver Spieler dabei weiter begleiten wird.

 

TSB : Frederik Füchtner , Devin Immer , Noah Hartmann – Arian Pleißner (15/5), Louis Waldraff (10), Jonas Schwenk (4), Carlos Schuler (3), Daniel Fritz (2), Manuel Menz (2), Simeon Kratochwille (2), Benedikt Ocker (1), Noel Reibstein (1), Paul Fritz, Max Sänger

HSC: Kian Lünig , Marlon Kauffmann – Julius Bähr (7), Yves Steinhilper (5), Torben Rahn (5), Simon Pichlmaier (4), Maximilian Wiedenmann (4), Luis Rau (4/1), Max Bürkle (1), Tim Brause (1), Maximilian Baraga , Hannes Maurer, Sven Bürkle , Niklas Schuler

Siebenmeter: TSB 5/5 – HSC 1/1

Zeitstrafen: TSB 8 Minuten – HSC 16 Minuten

Schiedsrichter: Cemre Tuna, Koray Bahadir (TV Altenstadt)

Zuschauer: 350

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