Mit neuem Selbstvertrauen zum TVS

+
TSB Gmünd

Handball, Oberliga Der TSB Gmünd muss am Samstag beim TVS Baden-Baden antreten - und das personell geschwächt. Der erste Sieg gibt aber Hoffnung.

Schwäbisch Gmünd.

Personell geschwächt, doch mit neuem Selbstvertrauen tritt der TSB Gmünd am Samstag um 20 Uhr (Sporthalle im Schulzentrum West) beim TVS 1907 Baden-Baden an. Um eine erneute Schwächephase nach der Halbzeitpause zu verhindern, will Trainer Dragos Oprea in die Trickkiste greifen.

„Wir spielen solange bis das Licht ausgeht“ – was erst recht in Corona-Zeiten als ein trotziger Leitspruch zu verstehen wäre, passierte dem TSV Birkenau und dem TVS 1907 Baden-Baden am vergangenen Samstagabend tatsächlich. Beim Stand von 8:8 nach 20 Minuten wurde es dunkel in der traditionsreichen Langenberg-Sporthalle. Alle Bemühungen, die Beleuchtung wieder erstrahlen zu lassen, scheiterten und so brachen die Schiedsrichter die Begegnung letztendlich ab. 105 Kilometer Anfahrt waren umsonst gewesen für den TVS.

Doch Schwierigkeiten mit der Halle sind längst nicht mehr ungewohnt für die Badener, die bis vor vier Jahren unter dem Namen TV Sandweier an den Start gingen. Die Decke der heimischen Rheintalhalle wird aufgrund einer ungenügenden Bauaufsicht derzeit ein zweites Mal nach 2013 saniert. Die zusätzlichen Kosten von rund 400.000 Euro muss der Steuerzahler aufbringen. Deshalb zieht der TVS nun um ins Baden-Badener Schulzentrum West, wo er im April 1980 einst sogar ein Aufstiegsspiel zur damals zweitklassigen Regionalliga bestritt.

Dragos Oprea, dem Gmünder Trainer, bereitet im Vorfeld nur eine Sache Kopfzerbrechen. Vom bislang einzig vollständigen Saisonspiel des TVS, dem 25:23-Auftakterfolg im Südbaden-Derby beim TuS Schutterwald, wurde das Video nicht korrekt hochgeladen. Eine Gegneranalyse ohne aktuelles Material? Beinahe unmöglich. Weshalb Oprea die Sandweierer kaum einzuschätzen vermag: „Ich habe vieles gehört, aber noch nichts gesehen. Wir müssen uns deshalb auf unsere Stärken verlassen und bereit sein, egal was auch auf uns zukommt.“

Gastgeber sind Favorit

Auf dem Papier nimmt der Oberliga-Meister von 2018 – es folgte mit gerade einmal drei Punkten allerdings der sofortige Wiederabstieg aus der 3.Liga – am kommenden Samstag die Favoritenrolle ein. Von Vorteil ist sicherlich, dass der TVS über eine eingespielte Formation verfügt. In der Vorbereitung gab es Testspielsiege gegen die Drittligisten SG Leutershausen und HG Oftersheim/Schwetzingen. Der frühere Bundesligaspieler Sandro Catak (unter anderem Bietigheim, Balingen) hat als Trainer im Wesentlichen den Kader zur Verfügung, mit dem er auch in den vergangenen beiden Jahren arbeitete. Daraus hervorzuheben ist Rechtsaußen Christian Fritz, der schon weit über 1000 Oberliga-Tore auf dem Konto stehen hat. Der TSB gewann vier der bisher neun direkten Duelle, unterlag beim bislang letzten Aufeinandertreffen vor zwei Jahren jedoch deutlich mit 25:35 in Sandweier.

Neues Selbstvertrauen

Nach dem erlösenden 32:30-Heimerfolg gegen den TV Weilstetten fahren die Jets nun mit breiter Brust in die Rheinebene. Wohlwissend, dass sie die zuletzt fast schon zur Gewohnheit gewordenen Schwächephasen abstellen müssen, um dort nachzulegen. „Wir sind ja nicht blind“, erklärt Oprea.

In allen drei bisherigen Partien war das Manko, dass zur Halbzeitpause offenbar die Konzentration abhanden gekommen war. Sowohl gegen Konstanz als auch gegen Weilstetten lag der TSB mit 18:13 vorne. Am Bodensee folgte eine 30:34-Niederlage, gegen den TVW wurde ein fast schon sicher geglaubter Heimsieg leichtfertig fast aus der Hand gegeben „Wir sind nicht mehr mit der gleichen Entschlossenheit in die Aktionen gegangen und haben gedacht, dass es schon irgendwie geht“, bemängelt der TSB-Trainer. Er kündigt deshalb an: „Ich habe mir etwas Neues überlegt, das wir am Samstag ausprobieren werden.“ Was genau? Da will sich Oprea verständlicherweise nicht in die Karten schauen lassen.

Leistungssteigerung erkennbar

Er hebt stattdessen die positiven Eindrücke hervor. Gegen Weilstetten zeigte die Formkurve weiter nach oben. „In der ersten Halbzeit war unsere Abwehr genauso stabil und aggressiv, wie ich es mir immer wünsche“, betont Oprea. Die angesprochene Schwächephase fiel kürzer aus als noch eine Woche zuvor und war vor allem deshalb zu verschmerzen, weil Rückraumspieler Nicola Rascher (12 Tore) einen Sahnetag erwischt und in der Schlussphase die Entscheidung herbeigeführt hatte. Daran gilt es anzuknüpfen, findet Oprea: „Unser Charakter und die mentale Stärke, das Spiel doch noch für uns zu entscheiden, hat mich beeindruckt. Und das alles trotz der personellen Rückschläge, die es gab und die uns immer noch begleiten.“

Personelle Probleme

Denn klar ist: Tom Abt, der am Mittwoch erfolgreich an der Nase operiert wurde, wird vorerst ausfallen. „Junge Knochen heilen zwar schneller, doch wir müssen das realistisch sehen und uns einige Wochen gedulden“, sagt Oprea über seinen Youngster. Zwar ist Christian Waibel nach den jüngsten Trainingsleistungen wieder vollständig einsatzbereit.

Doch auch hinter dem Einsatz von Kapitän Aaron Fröhlich steht angesichts seiner andauernden Wadenprobleme noch ein dickes Fragezeichen. Umso wertvoller wäre es, wenn Philipp Schwenk seine Erfahrung wieder einbringen könnte. Ob der Rückkehrer aber tatsächlich im Kader steht, wird sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen erst kurzfristig entscheiden. „Ich bin froh, ihn zu haben“, gibt Oprea zu Protokoll: „Er setzt nicht nur in der Abwehr, sondern auch im Angriff wichtige Akzente und kann auch in unserem Umschaltspiel gefährlich in Erscheinung treten.“

Die personellen Baustellen will der TSB-Trainer keinesfalls als Vorwand verstanden wissen: „Ich bin nicht der Typ, der deshalb herum heult. Jeder, der auf der Platte steht, muss kämpferisch und läuferisch über sein Limit gehen. Alle Spieler, die uns zur Verfügung stehen, werden alles geben, wenn sie unser Trikot tragen.“ Vorausgesetzt, das Licht in der Halle bleibt bis zum Schluss an.

TSB: Fabian, D.Mühleisen, Immer – Petersen, Watzl, Fröhlich (?), M.Rascher, N.Rascher, Pick, Pleißner, Schwenk (?), Bächle, Zimmermann, S.Mühleisen, Waldenmaier, Kiesel, Waibel.

Unser Charakter hat mich beeindruckt.“

Dragos Oprea, Trainer TSB

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare