Mit neuem Trainer gleich an der Spitze

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Am letzten Spieltag der Saison konnte der SV Elchingen die Meisterschaft perfekt machen. Mit 2:1 setzte man sich beim SV Waldhausen II durch. Entsprechend groß war der Jubel nach Spielende.
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Der SV Elchingen sichert sich die Meisterschaft am letzten Spieltag. Wie der Weg dahin aussah.

Am Ende war es eine der knappsten Entscheidungen im Fußballbezirk und doch war es etwas weniger spannend, als in den Medien kolportiert: Der SV Elchingen sicherte sich mit einem 2:1-Sieg beim SV Waldhausen II am letzten Spieltag die Meisterschaft in der B IV. „Wir hatten schon etwas Nervenflattern, aber wir lagen ab der 70. Minute mit 2:0 in Führung, der Anschlusstreffer fiel erst in der 90.“, korrigiert Abteilungsleiter Thomas Kienle. 

Im Netz waren die Tore vertauscht, das zweite Tor von Dean Ibrahim hätte erst in der Schlussphase die Entscheidung für den SVE gebracht, denn ein Unentschieden hätte Konkurrent Nordhausen-Zipplingen zum Meister gemacht. „Ich habe meinen Jungs schon vor der Partie gesagt: ‚Wenn ihr es jetzt nicht holt, seid ihr selbst schuld‘“, erzählt Trainer Sebastian Niebisch. „Seine Jungs“ folgten und brachten den Titel nach einem engen Vierkampf um die Spitze unter Dach und Fach. „Die ganze Mannschaft aus Zipplingen war beim Spiel und hat uns am Ende fair gratuliert, das war echt spitze“, zollt Niebisch dem Gegner Respekt.

Die SVE-Meistersaison hatte sozusagen viel Vorlauf: Bereits im Februar 2020 hat Niebisch das Traineramt beim SVE übernommen, dann aber zwei Corona-Halbrunden lang praktisch ins Ungewisse die Mannschaft geführt. „Aber nach dem Neustart war dann gleich Begeisterung da, alle haben mitgezogen, es gab keine Neider und der Kader war in der Spitze und in der Breite gestärkt“, erläutert Abteilungsleiter Kienle. Und: „Alle haben sich in den Dienst der Mannschaft gestellt.“ 

Mit Rückkehrer Dean Ibrahim, der in Waldhausen Landesligaluft schnuppern konnte, sowie den Unterkochenern Markus Minder und Daniel Lang und einem Kader aus jungen, vereinseigenen Spielern, startete man mit Anspruchshaltung in die Saison. Und erlebte gleich einen Dämpfer: Der Auftakt gegen den SV Lippach ging verloren. „Da haben wir urlaubsbedingt mit vielen Reservekräften gespielt, es war aber auch eine schwache Leistung“, blicken Kienle und Niebisch zurück. Weil danach nur noch eine weitere Niederlage und ein Unentschieden bei neun Siegen folgten, eroberte Elchingen die Spitze und die Wintermeisterschaft.

Zwei wichtige Siege

Zum Start der Rückrunde gab es ein Déjà-Vu: „Wir verloren wieder gegen Lippach, hätten da aber auch gut einen Punkt mitnehmen können“, sagt Liebisch. Der Dämpfer habe aber vielleicht auch zusätzliche Motivation geweckt und die Einsicht, dass der Weg zum Titel kein Selbstläufer würde. Elf Spiele blieb der Meister danach ungeschlagen. „Wir haben gegen Nordhausen und Riesbürg jeweils beide Spiele gewonnen, das war entscheidend“, sagt der 40-jährige Trainer, der so bei seiner ersten Station gleich den ersten Titel feiern darf. Am vorletzten Spieltag erlebten in Elchingen rund 400 Zuschauer den wichtigen 2:0-Sieg über Nordhausen-Zipplingen. „Das ganze Dorf hat mobil gemacht“, freut sich Heike Rauwolf, die zweite Vorsitzende des SV. „Meine beiden Jungs spielen aktiv, da ist es besonders toll, die Meisterschaft als Vorsitzende und Mutter zu erleben. Diese Gruppe zeichnet sich wirklich durch Zusammenhalt und Teamgeist aus.“

„Dass es gleich im ersten Jahr klappt, war nicht zu erwarten. Aber das war schon ein Ziel von mir, weil ich gemerkt habe, dass die Jungs willig sind“, sagt Niebisch. Dabei steckte die Truppe auch Rückschläge weg, weil Zehner und Kapitän Clemens Grandy ab dem Winter berufsbedingt nicht mehr zur Verfügung stand. Und auf der sechs verletzte sich Daniel Vetter zu Beginn der Rückrunde schwer. „Lukas Gold ist für mich vielleicht der Spieler der Saison, er ging immer mit Vollgas voran“, sagt der Trainer über seinen zweiten Sechser. Neben ihm entwickelte sich Timo Rauwolf als starker Vertreter. Und auf der Zehn wuchs der 21-Jährige Ben Sauerborn in eine neue Rolle. Als Kapitän übernahm Tilo Grandy Verantwortung und als ältester Spieler im Kader ging der 31-Jährige Hans Eggstein voran. Vorne lieferte Ibrahim 19 Tore als bester Torschütze ab. Das Gefüge mit jungen, hungrigen Eigengewächsen ergab ein stabiles Team. 

„Ganz klar, der Star ist bei uns die Mannschaft“, sagt Niebisch, der sich nun auf die A-Klasse freut. Die will man mit dem Meisterkader angehen, eventuell mit einzelnen Zugängen, „wenn sie zu uns passen“, sagt Kienle. Einzig Routinier Hans Eggstein verlässt das Team. Der Mannschaft traue man auf jeden Fall zu, das gesetzte Ziel Klassenerhalt zu erreichen.


Der Meisterkader

David Lang (Tor, 22 Einsätze/0 Tore), Felix Weber (Tor, 2/0), Niklas Krause 23/2, Dean Ibrahim 22/19, Hans Eggstein 22/1, Nicolas Fedyna 21/7, Lukas Gold 20/4, Tilo Grandy 20/0, Johannes Legner 20/4, Timo Rauwolf 19/4, Leon Schaff 19/1, Ben Sauerborn 18/5, Jannik Rupp 18/2, Samuel Baudenbacher 16/1, Sebastian Pilz 16/4, Daniel Vetter 12/7, Florian Rauwolf 12/3, Clemens Grandy 10/3, Maurius Minder 9/6, Tom Sauerborn 9/1, Andreas Waller 8/0, Manuel Fischer 4/1, Moritz Dambacher 3/2, Laurin Rupp 2/0, Leopold Romano 2/0, Lukas Grieser 2/0, Magnus Rupp 1/0, Dominik Weißgerber 1/0

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