Mit rohen Eiern gegen die Anwohner?

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Kein schöner Anblick: Die Fenster von Cornelia Demmel wurden mit rohen Eiern beworfen. Die Anwohnerin hat darauf die Polizei gerufen und Anzeige erstattet.
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Der Streit am Normanniaplatz geht in die nächste Runde: Polizei leitet ein Ermittlungsverfahren ein.

Trotz Fußballpause: Es kehrt keine Ruhe ein im Gmünder Schwerzer. Nach einem erneuten Streit zwischen den Anwohnern und unerlaubt kickenden Jugendlichen sind am späten Freitagabend Eier in Richtung Anwohner geflogen. Die Spuren sind deutlich sichtbar, erneut wurde die Polizei alarmiert.

"Wir haben ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung gegen unbekannt eingeleitet", sagt Polizeisprecher Holger Bienert. Und ergänzt, dass "uns derzeit keine Hinweise auf Tatverdächtige vorliegen". Auch die Stadt Gmünd verurteilt das, was jetzt beim Normanniaplatz vorgefallen ist. "Wenn Eier geworfen wurden, ist das nicht mehr hinnehmbar. Das ist nicht das, was wir uns unter einem vernünftigen Umgang vorstellen", sagt Markus Herrmann. Der Pressesprecher der Stadt Gmünd versichert, dass "wir der Sache angemessen reagieren werden". Wobei Herrmann auch klarstellt, dass der Kommunale Ordnungsdienst durch Corona wenig Spielraum habe.

Cornelia Demmel fühlt sich hilflos. Die Anwohnerin, deren Fenster beworfen wurden und die Anzeige erstattet hat, stellt klar, dass sie nichts gegen den normalen Trainings- und Spielbetrieb auf dem Normanniaplatz habe. Aber: "Das ist eine Sportstätte und kein Jugendtreff." Und Letzteres sei derzeit wieder der Fall. "Es ist inzwischen völlig normal, dass junge Menschen über den Zaun klettern und aufs Gelände gehen."

Wie am vergangenen Freitagnachmittag. "Sechs Jugendliche waren gerade dabei, über den Zaun zu steigen, als ich dazu gekommen bin." Es sei zu einem Wortgefecht mit den Übeltätern gekommen. Andere Anwohner hätten sie unterstützt. "Ein Jugendlicher habe beim Weggehen gesagt: "Ich schmeiße Dir eine Büchse an Dein Fenster." Geflogen sind dann am selben Abend die rohen Eier.

Das Recht auf eine Pause

Auch Anwohner Volker Sperrle betont noch einmal die "unzumutbare Lärmbelästigung" und "aggressives Gebolze auf ein Tor einzelner, unbelehrbarer Krakeeler". Da sei kein Verständnis angebracht, sondern "der Notruf 110". Demmel bestätigt das: Es laufe Musik, dazu würden die Kicker alle paar Sekunden Abschläge üben, und das über vier, fünf, sechs Stunden. "Wir Mieter haben auch mal das Recht, dass Pause ist." Die Anwohnerin würde sogar akzeptieren, wenn die jungen Menschen auf der anderen Seite des Platzes Fußball spielen würden. "Da ist eine Lagerhalle, da stört es keinen Menschen." Demmel stellt außerdem klar, dass sich "fast alle an die Regeln halten und nur ein paar Wenige dies nicht tun".

Wie soll es nun aus Sicht der Anwohnerin nun weitergehen? "Ich wünsche mir, dass die Zuständigkeit geklärt wird, wer für den Platz verantwortlich ist. Stadt oder Verein", sagt Demmel. Außerdem wünsche sie sich, dass die Jugendlichen über die Hausordnung aufgeklärt werden und am Eingangstor der Name eines Bereitschaftsdienstes samt Telefonnummer angebracht wird. Oder gleich eine Überwachungskamera. Wobei Cornelia Demmel auch bereit wäre, sich mit den Beteiligten an einen runden Tisch zu setzen und "die Gelegenheit sachlich zu einem Abschluss zu bringen".

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