Mittags mit der Spraydose unterwegs

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Der schnelle Kurzstreckenspezialist: Steffen Krebs im Wettkampfmodus.
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Beim drei Wochen dauernden virtuellen Albmarathon 2020 ist Steffen Krebs zweimal Führender – und zugleich Streckenpfleger für den Ausrichterverein DJK Gmünd.

Jeden Mittag sieht Steffen Krebs aus wie ein Mischung aus Laufsportler und Graffiti-Sprayer. Der Sportler von    der DJK Gmünd gehört zu den Läufern, die immer wieder unterwegs sind, um die Markierung der Albmarathon-Strecke in Schuss halten. Wettkampfmäßig gelaufen ist er auch, ziemlich schnell sogar: Wenige Tage vor Schluss des virtuellen Albmarathons führt der 40-Jährige die Wertung über fünf und zehn Kilometer an. Ein Interview.

Glückwunsch! Ihre Führung auf den zwei kleinen Strecken hält schon ziemlich lange.

Ja, danke. Schauen wir mal, ob es so bleibt. Beim virtuellen Stadtlauf hat sich noch kurz vor Schluss ein Konkurrent um ein paar Sekunden vorgeschoben.

Sie sind jedenfalls im Moment der einzige, der gleich in zwei Disziplinen führt. Versuchen Sie's noch in einer dritten? Der Rechberglauf oder die 50-Kilometer-Langstrecke stehen ja noch zur Auswahl.

Nein, ich trainiere im Moment nur die kurzen Strecken, da hätte ich in Richtung Marathon-Training gehen müssen. Der Rechberglauf hat ja auch 700 Höhenmeter, da würde ich gnadenlos einbrechen. Ich bin den schon drei- oder viermal gelaufen, ich weiß, wovon ich rede.

Ihre Zeiten über fünf und zehn Kilometer können sich jedenfalls sehen lassen: 16:55 Minuten über die fünf, 36:02 Minuten über zehn Kilometer.

Mit dem Fünfer bin ich sehr zufrieden, über zehn hätte ich etwas mehr erwartet.

Wie ist für Sie das alleine Laufen im virtuellen Format? Vermissen Sie das Läuferfeld, die Konkurrenten um sich herum?

Schon, gleichzeitig mit anderen unterwegs zu sein, das setzt Kräfte frei, das fehlt im Moment komplett. Es ist etwas anderes im Moment, aber es ist besser als gar nichts.

Waren Ihre Wettkämpfe in diesem Jahr alle virtuell?

Nein, einmal bin ich zum Glück noch normal gelaufen, beim Dreikönigslauf in Heiningen. Dann habe ich mich sehr auf den Gmünder Stadtlauf gefreut, aber der ist ja abgesagt worden.

Die Wettkampfsaison 2020 ist also sehr mager verlaufen, oder?

Die Mittagspause ist sowieso meine übliche Trainingszeit.

Steffen Krebs, Läufer

Das kann man sagen. Normalerweise mache ich bei einem bis zwei Läufen pro Monat mit, zum Beispiel versuche ich die komplette Serie des Ostalb-Laufcups zu machen.

In diesen Wochen laufen Sie dafür häufig im Auftrag Ihres Vereins.

Bei der DJK bin ich beim Stadtlauf immer in der Organisation der Schülerläufe dabei. Und in diesem Jahr haben sie für den Albmarathon Leute gesucht, die die Strecke kontrollieren und nachbessern. Also laufe ich in jeder Mittagspause mit der Spraydose in der Hand in Richtung Beutental, um die Markierungen aufzufrischen. Aber die Mittagspause ist sowieso meine übliche Trainingszeit, am Wochenende laufe ich fast gar nicht.

Klingt familienfreundlich …

Das ist der Plan. Im Sommer laufe ich auch manchmal morgens von Spraitbach aus zur Arbeit.

Im Winter müssten Sie eben eine Stirnlampe nehmen.

Es ginge, aber es ist nicht so toll wie eine Mittagspause in der Sonne.

Ihr Arbeitgeber macht da mit?

Ja, vor über zehn Jahren gab es schon die Anregung dazu, dann wurden in einem ehemaligen Materiallager zwei Duschen eingerichtet. Die werden bei uns bei der Kreissparkasse gut genutzt, weil viele Kollegen auch mit dem Rad zur Arbeit kommen; das mache ich auch gelegentlich.

Info: Der virtuelle Albmarathon 2020 dauert noch bis zum kommenden Sonntag, danach wird das Endergebnis feststehen (www.albmarathon.de). Bisher waren rund 300 Läuferinnen und Läufer am Start, die meisten auf der 25 Kilometer langen Strecke des Rechberglaufs.

Der laufende Sprayer: Steffen Krebs mit Sprühdose bei seinem Mittagslauf zur Streckenpflege für den Albmarathon.

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