Mountainbike: Marco Bucher wird mit 17 Jahren Deutscher Vizemeister

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Über Stock und Stein: Der junge Radsport-Fanatiker Marco Bucher nimmt es auf seinem Mountain-Bike mit jeder Strecke auf.

Das junge Talent erzielt bei den Deutschen Meisterschaften einen tollen zweiten Platz. Nun schielt er auf den Welt-Cup.

Heubach / Willingen. Marco Bucher ist 17 Jahre alt, besucht das Rosensteingymnasium in Heubach, macht dort sein Abitur und hat neben der Musik ein weiteres großes Hobby: das Radfahren.

Die Begeisterung für das Mountainbiken und das Radfahren im Allgemeinen entwickelte sich während Marcos Kindheit gemeinsam mit seinem engsten Freundeskreis. Heubach habe einen gewissen Bezug zum Mountainbike fahren und so baute sich Marco mit seinen Freunden Schanzen im Wald und merkte schon früh, dass er zum einen keine Angst vor riskanten Manövern hat, zum anderen aber auch ein gutes Gefühl für Risikoabwägung. Über die Jahre gehörte das Radfahren immer selbstverständlicher dazu, und so ging Marco nun auch immer häufiger allein in den Wald, um sich auf seinem Mountainbike auszupowern.

Im Oktober 2020 wagte sich Marco dann das erste Mal an ein offizielles Rennen. Auch wenn keiner in der Familie vor ihm mit dem Mountainbike fahren ernsthaft in Berührung gekommen war, stand seine Familie stets hinter ihm und unterstütze ihn bei seinem großen Hobby. Dass er bei seinem ersten Rennen schon 15 Jahre alt war, ist ungewöhnlich spät und dennoch stellte Marco fest, durchaus gut mit der Konkurrenz mithalten zu können.

Die deutsche Meisterschaft in Willingen am 22. Mai war Marcos bisher größter und bedeutendster Wettkampf. Bei 25 Teilnehmern bei der Altersklasse der Junioren (Jahrgänge 2004-2007), reiste der junge Heubacher mit dem Ziel einer Top-10-Platzierung nach Willingen. Bucher, der für die Radsportfreunde Bartholomä an den Start geht, belegte nach einem super Rennen einen hervorragenden zweiten Platz und musste sich nur einem Schweizer Konkurrenten mit deutscher Staatsbürgerschaft geschlagen geben.

Mountainbike Enduro Sport

Marco fährt in der Konkurrenz des Mountainbike Enduro Sports. Der Enduro Sport ist eine bestimmte Disziplin im Mountainbike Rennsport und zeichnet sich vor allem durch seine sogenannten Stages aus. Auf einer größeren Gesamtstrecke gibt es immer vorher festgelegte Stages, an denen die Zeit gestoppt und am Ende addiert wird. In der Regel werden fünf bis sechs Abfahrten gewählt, die zwischen anderthalb Minuten und vier Minuten dauern. Während dieser fünf oder sechs Stages versucht jeder Teilnehmer mit maximalem Tempo und Geschick Bestzeiten zu fahren. Zwischen den Stages können die Teilnehmer den Puls wieder etwas runterbringen und sich auf die nächste Zeitabfahrt vorbereiten. Auch in Willingen wurde die Zeit aus sechs Stages addiert auf einer Gesamtstrecke von insgesamt 45 Kilometern. Für die sechs Stages in Willingen benötigten die Fahrer ungefähr zwölf Minuten. Verteilt auf diese zwölf Minuten waren es am Ende weniger als zwei Zehntel, die Marco den zweiten Platz brachten und ihn ganz knapp vor dem Drittplatzierten ins Ziel kommen ließen.

Durch den deutschen Vizemeistertitel bekommt Marco Punkte, die es ihm im besten Fall ermöglichen, am Welt-Cup teilzunehmen. Da Marco noch nicht volljährig ist und nicht allein zu Rennen anreisen kann, ist er immer auf Begleitung angewiesen. Dies und der Fakt, dass er als Schüler an seinem Abitur arbeitet, grenzen seine Möglichkeiten Rennen zu fahren natürlich ein. Fünf bis sechs sollen es pro Jahr trotzdem werden, und vor allem auf die österreichische Meisterschaft in Kitzbühel freut Marco sich schon sehr und hofft, dort weitere Punkte für sein Ziel, beim Welt-Cup dabei sein zu können, einzufahren.

Allrounder auf dem Fahrrad

Bis dahin heißt es für den jungen Sportler natürlich weiterhin viel Trainieren. Seinen Trainingsplan hat er sich mit etwas Hilfe selbst erstellt, und seine Trainingsstrecken sind alle in Heubach und Umgebung. Hier gebe es genügend Möglichkeiten, sich mit dem Mountainbike auszutoben, meint der junge Mann. Sein Trainingsplan beinhaltet Grundausdauereinheiten, Sprinteinheiten, Krafttraining und Verbesserung der Fahrtechnik. Denn um im Endurosport erfolgreich sein zu können, erzählte Marco muss man: „Auf dem Fahrrad ein Allrounder sein. Man muss schnell fahren können und den Mut haben, die Bremse offen zu lassen. Aber auch in technischen Strecken muss man sich bremsen können, um keine Fehler zu machen. Man muss konstant und vorausschauend fahren“. Um all diese Attribute zu vereinen, bedarf es eben auch eines umfangreichen Trainingsplans. Da Marco schätzt, dass es in seinem Alter deutschlandweit maximal zehn bis fünfzehn Fahrer auf seinem Niveau gibt, wäre es für ihn ein Traum, das Radfahren eines Tages zum Beruf machen zu können. Dass dies äußerst selten ist, weiß Marco auch, daher ist auch ihm klar, dass sein Abitur oberste Priorität haben muss. Max Wanner

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