Mountainbiker Simon Gegenheimer will 2023 seinen WM-Titel zurückholen

+
Pressekonferenz in Garmisch-Partenkirchen: Simon Gegenheimer und Marion Fromberger vom Aalener Mountainbike-Racingteam blicken auf die Weltcup-Saison 2023 mit der WM in Indonesien voraus.
  • schließen

Der entthronte Weltmeister vom Aalener Racingteam hat in der Saison 2023 ein großes Ziel. Auch Marion Fromberger soll nach ihrem schweren Sturz eine Siegfahrerin sein.

Aalen / Garmisch-Partenkirchen

Sie sind bereits wieder angriffslustig: Kurz nach Beginn der Vorbereitung spricht Teamchef Steffen Thum über die Ziele des Aalener Mountainbike-Racingteams in der Saison 2023. Und die sind gewohnt hoch gesteckt: Simon Gegenheimer will sich seinen Weltmeistertitel zurückholen und zuvor im Weltcup Siege feiern. Das soll auch Marion Fromberger. Und ganz nebenbei hat die 22-Jährige zuletzt in Indonesien gewonnen - dort findet die kommende Sprint-WM statt.

Steffen Thum blickt gerne zurück. Auf die Saison 2022, in der das Aalener Racingteam so erfolgreich war wie kein anderes: Sieben Weltcup-Siege durch Marion Fromberger (2) und Simon Gegenheimer (5), der sich zudem den Gesamt-Weltcup sicherte. Außerdem gewann er bei der WM Silber, Teamkollege Ricky Morales holte Bronze. Dann Noyola schaffte es noch zweimal aufs Weltcup-Podium. „Es war eine super Saison“, sagt Thum. Wobei der Teamchef auch im Erfolg nicht nachlässt. Und die Dinge klar anspricht, die nicht hundertprozentig aufgegangen sind. Dazu gehört der schwere Sturz von Fromberger, der sie die WM gekostet hat. Und dazu gehört die Weltmeisterschaft in Barcelona, in der „Simon acht Sekunden verkackt hat“, sagt Thum. Es waren jene Sekunden, die Gegenheimer den fast sicheren WM-Titel gekostet haben. „Das zeigt, dass wir uns auch in der neuen Saison verbessern wollen“, sagt der Teamchef - wohl wissend, dass sein Team nur noch kleine Nuancen besser werden kann.

Die Basis für die Weltcup-Saison 2023 hat das Racingteam bereits gelegt: Die fünf Sprinter Marion Fromberger, Simon Gegenheimer, Nils Riecker, Dann Noyola und Ricky Morales tragen weiterhin das Aalener Trikot. „Sie bleiben alle an Bord“, freut sich Thum und weiß damit, dass sein Team auch 2023 wieder weltweit zu den stärksten gehören wird.

Fromberger hat Fünf-Jahres-Plan

Die Aushängeschilder bleiben Gegenheimer und Fromberger, die auf der Ostalb längst eine Heimat gefunden haben und zudem als Mountainbike-Manager in Aalen arbeiten. Und gerade mit den beiden hat Thum 2023 wieder viel vor. „Wir haben 2022 sieben Weltcup-Rennen gewonnen, und wir wollen auch 2023 wieder Rennen gewinnen.“ Wichtig ist ihm, dass sie die Siege auf mehrere Schultern verteilen. „Ricky und Dann haben ebenso das Potenzial dazu.“

Die größten Siegchancen hat erneut Simon Gegenheimer. Thum jedenfalls will sich zwei Rennen rot im Kalender ankreuzen: den Heimweltcup im Juli in Aalen, falls der Gemeinderat dafür grünes Licht gibt. Und die Weltmeisterschaft in Indonesien. „Wenn Simon die beiden Rennen gewinnt, bin ich super happy. Dann ist es vollkommen sekundär, auf welchen Plätzen 'Gegi' bei den anderen Rennen ins Ziel kommt“, sagt Thum. „Gegi“ selbst will mehr: „Ich möchte im Weltcup angreifen, und ich habe gezeigt, dass ich auf jeder Strecke ein Siegfahrer sein kann.“ Das ganz große Ziel aber ist wieder die WM. Der entthronte Weltmeister möchte sich sein Regenbogentrikot zurückholen. Dass er dieses Trikot in diesem Jahr an seinen Dauerrivalen Titouan Perrin-Ganier abgeben musste, wurmt den Aalener noch immer. Und: „In der Vergangenheit hatte ich ein Problem damit, das auszusprechen. Jetzt aber bin ich selbstbewusst genug und sage, dass es mein Ziel ist, 2023 wieder Weltmeister zu werden.“

Das Ziel hat auch Marion Fromberger. Allerdings nicht zwingend im kommenden Jahr. „Ich habe mir 2022 einen Fünf-Jahres-Plan gesteckt, bis dahin will ich das Zeug dazu haben, um den Titel mitzufahren.“ 2023 sei das Ziel, „auf jeden Fall eine WM-Medaille zu gewinnen“. Und: Die 22-Jährige will auch im Weltcup wieder ganz vorne sein. Dazu muss sie noch näher an die Seriensiegerin Gaia Tormena ranrücken. „Ich bin schon 2022 von Rennen zu Rennen weiter an ihr dran gewesen - vielleicht stehe ich 2023 dann mal vor ihr.“

Teamchef Steffen Thum traut ihr das auf jeden Fall zu: „Marion ist absolut in der Lage, Weltmeisterin zu werden. Das muss nicht zwingend 2023 sein, aber wir glauben ganz fest an das langfristige Potenzial dieser Ausnahmeathletin.“

Info: Die Weltcup-Saison 2023 startet erst am 21. Mai mit dem Auftaktrennen in der Türkei. Die Weltmeisterschaft als Saisonabschluss wird im Oktober in Indonesien ausgetragen

Studenten drehen einen Film über Simon Gegenheimer

Wie bereitet sich der Weltmeister auf die Titelverteidigung vor? Jonathan Stütz und Maximilian Epple (Drohne) haben Simon Gegenheimer 20 Tage lang begleitet.

Die Studenten aus Aalen waren beim Training, der Regeneration und auch privat an der Seite des Weltmeisters von 2021. Und auch bei der WM in Barcelona waren die beiden mit dabei. Entstanden ist ein emotionaler, elfminütiger Film, der Gegenheimer sehr privat zeigt.

Der Film „Defending a title - Simon Gegenheimer athlete story“ ist auf Youtube zu sehen unter folgendem Link: https://www.youtube.com/watch?v=8sziHIa3g-E.

Pressekonferenz in Garmisch-Partenkirchen: Simon Gegenheimer und Marion Fromberger vom Aalener Mountainbike-Racingteam blicken auf die Weltcup-Saison 2023 mit der WM in Indonesien voraus.

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Kommentare