Mountainbiker starten spektakulär: Über die Rolltreppe im Kubus ins Rennen

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Der Streckenverlauf beim Mountainbike-Weltcup am 23. Juli in Aalen.
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Beim Weltcup am 23. Juli ist bereits die Quali spektakulär. Danach duellieren sich die Sprinter in der Aalener Fußgängerzone. Steffen Thum und Simon Gegenheimer stellen die Strecke vor.

Aalen

Es ist eine Premiere im Mountainbike-Weltcup. Und eine spektakuläre dazu. Erstmals wird ein Sprint-Rennen in Aalen ausgetragen. Organisator Steffen Thum hat nun den Mitgliedern von „Aalen City aktiv“ (ACA) die rund 800 Meter lange Strecke durch die Fußgängerzone vorgestellt. Und für sein Vorhaben viel Lob erhalten. Auch, weil Thum den Einzelhandel und die Gastronomie mit einbeziehen will in dieses Rennen.

Zu den Favoriten bei diesem Weltcup-Rennen gehört Simon Gegenheimer. Der in Aalen lebende Mountainbike-Profi vom MTB-Racingteam ist amtierender Weltmeister, er ist die Strecke mit uns abgefahren und erklärt die markanten Stellen.

Die Qualifikation:
Bevor es zu den Ausscheidungsrennen, den sogenannten „Heats“ kommt, müssen sich die Fahrer und Fahrerinnen qualifizieren - anders als im Rennen in einem Einzelzeitfahren. Gefahren wird eine Runde, die Schnellsten qualifizieren sich. Und die Quali bietet ein besonderes Spektakel. Der Start erfolgt oben an der Rolltreppe im Kubus. „Wir beschleunigen die Treppen runter, wobei am Ende der Treppe die Gefahr besteht, dass du einen Platten hast“, sagt Gegenheimer. Ein höherer Luftdruck soll dem vorbeugen. „Wenn ein technischer Defekt auftritt, ist's vorbei.“ Danach geht's auf den Rundkurs.

Das Rennen:
Start: Vier Fahrer treten in einem „Heat“ gegeneinander an, der Rundkurs ist zweimal zu durchfahren. Es geht im K.o.-Modus bis ins Finale. Der Startschuss erfolgt auf dem Rathausplatz. „Nach dem Start geht es darum, sich bis zur ersten Kurve zu positionieren“, sagt Gegenheimer und erklärt, dass er nicht unbedingt in Führung liegen muss. „Es kann von Vorteil sein, wenn man als Verfolger in die Kurve geht, wobei man dran sein muss am Hinterrad des Vorderen.“


Doppelte Linkskurve: Die Fahrer biegen zuerst vom Südlichen in den Östlichen Stadtgraben ein, dann nach rund 20 Metern auf den Schotterparkplatz. „Du musst den Vordermann im Auge haben und darauf achten, dass dieser nicht mehr tritt als du. Sonst verlierst du sofort den Anschluss“, sagt der Weltmeister.

Wellen-Hindernis: Bevor scharf rechts ins Kneipenviertel abgebogen wird, müssen die Fahrer ein Wellen-Hindernis absolvieren, das beim Schotterparkplatz errichtet wird. „Auch hier gilt: den Vordermann zufahren und an dessen Hinterrad bleiben“, sagt der Weltmeister.

Kneipenviertel: „Brezga Blase“, „Reichsstädter Café“, „Rambazamba“, „Amorelli's“, „Bierhalle“ - Steffen Thum spricht von der „Partymeile“, durch die die Profis fahren. „Hier ist Leben“, sagt der Organisator, der 15 000 Zuschauer in der Innenstadt erwartet. Und er will die Gastronomen einbeziehen. „Auf diese Passage freue ich mich am meisten, da soll's laut sein, da geht's Arm gegen Arm“, sagt Gegenheimer. Allerdings: „Von den Menschenmassen bekommen wir Fahrer wenig mit, stattdessen müssen wir auf dieser Gerade bereit zum Überholen sein.“

Stadtkirche: Am Ende der „Partymeile“ biegen die Fahrer nördlich der Stadtkirche links ab. „Die Pflastersteine sind eine Herausforderung, weil dort wenig Grip ist“, sagt der Weltmeister - und hofft, dass es nicht regnet und nass ist. „Sonst wird's sehr rutschig und extrem anspruchsvoll.“ Deshalb: „Es sollte ein sonniger Tag sein, dann können wir alle Vollgas fahren.

Steilkurve: Am Marktbrunnen biegen die Fahrer über eine Steilkurve in die Zielgerade ein. „Es gilt, mit viel Tempo mitzunehmen, um entsprechend schnell auf die Zielgerade einzubiegen.“ Positionskämpfe in der schmalen Gasse zur Steilkurve erschweren das ganze.

Zielgerade: „Sie ist lang und breit, und sie bietet genügend Möglichkeiten zum Überholen“, sagt Gegenheimer. Hier holen die Fahrer im Schlusssprint alles aus sich heraus. „Wir bringen bis zu 2000 Watt auf die Pedale.“ Nach rund zwei Runden oder knapp 2:30 Minuten steht der Sieger des „Heats“ fest.

Das Pflaster ist eine Herausforderung.“

Simon Gegenheimer, Mountainbike-Weltmeister aus Aalen

Vier Tage Weltcup-Atmosphäre in der Innenstadt

Die Vorbereitung: Am Mittwoch, 20. Juli, und Donnerstag, 21. Juli, wird die Strecke aufgebaut.

Der „Kids Day“: Am Freitag, 22. Juli, werden ab 8.30 Uhr rund 1000 Kinder erwartet, die auf der Weltcup-Strecke fahren dürfen - mit dem eigenen Fahrrad.

Der Renntag: Am Samstag, 23. Juli, beginn ab 11 Uhr das Training. Von 15 Uhr bis 17.30 Uhr finden die Qualifikationsläufe statt. Die Geschäfte im Kubus sind dann geschlossen. Die Entscheidungsrennen beginnen ab 18 Uhr. Gegen 20 Uhr stehen die Sieger fest.

Die Sicherheit: Die Strecke ist mit einer 1,10 Meter hohen Barriere abgesperrt. Die Zuschauer stehen direkt dahinter. Es gibt acht Möglichkeiten, die Strecke zu überqueren.

Besonderes: Der Wochenmarkt entfällt an diesem Samstag. alex

Simon Gegenheimer spricht mit Sportredakteur Alexander Haag über den Streckenverlauf des Mountainbike-Weltcups in Aalen.
Weltmeister Simon Gegenheimer vom MTB-Racingteam stellt die Strecke für den Mountainbike-Weltcup am 23. Juli 2022 in Aalen vor.
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