MTB-Weltmeister aus Aalen: „Wir brauchen legale Trails“

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Nach dem WM Titel Erfolg von Simon Gegenheimer traf sich die Schwäpo zum Interview mit Steffen Thum, Marion Fromberger und dem Weltmeister.
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Nach dem Gewinn des WM-Titels will das Aalener Racingteam mithelfen, den Radsport in der Region voranzubringen - für alle Altersklassen.

Aalen. Weltmeister und zweimal Weltcup-Zweite: Das MTB-Racingteam Aalen hat in der abgelaufenen Saison international kräftig abgeräumt. Jetzt wollen Teamchef Steffen Thum und die Fahrer Simon Gegenheimer und Marion Fromberger in der Region etwas bewegen. Und den Radsport pushen.

Herr Thum, im Vorfeld der Weltmeisterschaft hatten Sie gesagt, dass eine WM-Medaille eine Initialzündung für den Radsport in der Region werden kann. Jetzt ist Simon Gegenheimer Weltmeister. Was bringt das der Stadt Aalen?

Thum: Wir sind zweimal im ARD-Fernsehen gekommen: „Ein Aalener gewinnt die Weltmeisterschaft!“ Das gab's schon lange nicht mehr und ist für uns sehr erfreulich. Zumal Simon ein Typ ist, der offen ist für alles. Ihn trifft man im Biergarten, auf dem Pumptrack und auch, wenn er das Aalbäumle hochfährt. Er ist für jede Zielgruppe hier repräsentativ.

Wie bedeutet das konkret?

Thum: Es geht um den Dialog, wir können beispielsweise verschiedene Interessengruppen zusammenführen. Ein Beispiel: Bei uns herrscht für Mountainbiker die 2-Meter-Regel auf den Wegen. Es ist doch etwas anderes, wenn ein Weltmeister mit dem Förster spricht. Da ist ein respektvoller Umgang nötig. Dass nicht der Förster Strafzettel verteilt, wenn der Weg nur 1,98 Meter breit ist. Und umgekehrt Simon nicht durch den Wald fährt.

Wo sehen Sie weitere Möglichkeiten?

Thum: Es geht um das Radgebiet Aalen insgesamt. Es bringt nichts, wenn man einen Bikepark baut oder einen Pumptrack. Wir brauchen einen zentralen Anlaufpunkt für alle Radfahrer. Und Radfahren heißt auch interagieren mit der Natur. Da muss man vom Braunenberg auf den Volkmarsberg und aufs Aalbäumle fahren können, und zwar nicht nur auf Asphalt. Darin sehe ich die größte Aufgabe. Und Simon hat die Power, mit der Politik zu reden. Und Sponsoren nach Aalen zu bringen.

Gegenheimer: Das Gebiet um Aalen ist ideal zum Radfahren.

Thum: Es gibt Berge, es gibt viele Trails. Aber wir brauchen keine 50 halblegale Trails, sondern 30, die jeder fahren darf.

Sie sagen, dass Simon Gegenheimer ein Weltmeister zum Anfassen ist. Oder Marion Fromberger eine Weltcupsiegerin.

Thum: Die beiden sind bodenständig geblieben, und das wollen wir schon am Freitag zeigen. Da werden die beiden mit den Kindern in Aalen radfahren. Ihnen zeigen, wie man richtig Fahrrad fährt.

Sie meinen den Trainingstag für alle Kinder zwischen 6 und 14 Jahren, den das Racingteam am Ostalb-Skilift durchführt.

Thum: Genau. Jedes Kind ist willkommen. Wir müssen den Leuten erklären, was Radfahren ist. Erklären, dass die Regenbogenstreifen bei Simon bedeuten, dass er Weltmeister ist. Wir müssen Aufklärungsarbeit leisten.

Fromberger: Darauf habe ich Lust, ich mache auch in meiner Heimat sehr viel mit Kindern. Mein Vater Günther leitet in Bad Griesbach die Jugendgruppe. Thum: Ich denke, der Zeitpunkt ist jetzt ideal um etwas zu bewegen. Wir sollten jetzt unsere Popularität in Aalen nutzen.

Werden weitere Veranstaltungen folgen?

Thum: Auf jeden Fall. Und wir werden das zeitnah kommunizieren. Jetzt sind aber erst einmal die Kleinen dran. Und die sollen vor allem eines: Spaß haben.

  • Fahrradfahren mit Weltmeister Simon Gegenheimer
  • Event: Das Mountainbike-Racingteam aus Aalen veranstaltet am kommenden Freitag von 16 Uhr bis 18 Uhr den „Power-to-the-Kids-Tag“. Und zwar am Ostalb-Skilift.
  • Zielgruppe: Alle Kinder zwischen 6 und 14 Jahren können kostenlos ein Training mit Weltmeister Simon Gegenheimer und Weltcupsiegerin Marion Fromberger absolvieren. Es gibt Slalom-Parcours, ein Techniktraining und eine Fragestunde.
  • Anmeldung: Wer mitmachen will, muss sich unter info@alpen-bike-academy.de anmelden.
Nach dem WM Titel Erfolg von Simon Gegenheimer traf sich die Schwäpo zum Interview mit Steffen Thum, Marion Fromberger und dem Weltmeister.
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