Musterschüler und Hinterbänkler: Die Profis des VfR Aalen erhalten ihr Rückrunden-Zeugnis

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Jubelschreib von Steffen Kienle gegen den FK Pirmasens
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Torjäger Steffen Kienle ist in der 2. Saisonhälfte der Primus beim VfR Aalen.

Der Primus

Steffen Kienle: Kurz vor seiner schweren Verletzung hat der Torjäger das wichtige 1:0 in Hoffenheim erzielt und damit den Weg für den Klassenerhalt geebnet. Auch zuvor war der 27-Jährige ein Vorbild in Sachen Einstellung: Immer unterwegs, immer hoch motiviert und immer im Dienst der Mannschaft. Kienle hat in der Rückrunde zudem fünf Treffer beigesteuert. 

Der Musterschüler

Tim Paterok :  Der Keeper, der jetzt für den 1. FC Saarbrücken spielt, war nicht nur als Fußballer, sondern auch als Führungsspieler wichtig. Der 29-Jährige hat viel Ruhe ausgestrahlt, hat seine Vorderleute gecoacht und ihnen Sicherheit gegeben. Außerdem hat er den VfR mit starken Paraden immer wieder im Spiel gehalten - wobei er nicht fehlerfrei war.

Gino Windmüller: Der zu Saisonbeginn Umstrittene war in der Rückrunde wieder der Chef in der Abwehr. Starkes Stellungsspiel, stark bei Kopfbällen und kompromisslos in den Zweikämpfen. Was nicht neu ist: Dem 32-Jährigen fehlt das Tempo. Sein Weggang ist ein Verlust für den VfR Aalen.

Ali Odabas : Der 28-Jährige war als Innenverteidiger und Führungsspieler gesetzt. Aggressiv und kompromisslos im Zweikampf und energisch bei seinen Offensivaktionen. Odabas haut dazwischen wenn’s sein muss. Aber: Noch immer mit zu vielen einfachen Fehlern.

Tim Schmidt: Der erst 19-Jährige ist der Aufsteiger der vergangenen Saison. Hat sich nach seiner Rotsperre wieder ins Team gekämpft. Aggressiv und kompromisslos in den Zweikämpfen, allerdings fehlt die Erfahrung. Die teilweise einfachen Fehler sind seinem Alter geschuldet.  

Zweite Reihe

Eduard Heckmann: Trotz seines jungen Alters eine feste Größe beim VfR Aalen. Der Linksverteidiger zeigte stets eine hohe Einsatzbereitschaft, dazu aggressiv in den Zweikämpfen. Allerdings musste der erst 20-Jährige oft Lehrgeld gegen abgebrühte Gegenspieler bezahlen. Ein Mann für die Zukunft.

Holger Bux: Anders als die meisten anderen hat sich das Eigengewächs im Vergleich zu Vorrunde gesteigert. Der erst 19-jährige Stürmer arbeitet viel, stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Immerhin drei Treffer in der Rückrunde (Hinrunde: null), auch wenn er noch zu viele Chancen liegen lässt.  

Daniel Stanese: Der erfahrene Defensivspieler hatte viel Licht, aber auch viel Schatten. Mal glänzte der 28-Jährige als Abräumer in der Defensive, dann unterliefen ihm wieder einfache Fehler. Stanese kann definitiv mehr als er in der Rückrunde gezeigt hat. 

Mark Müller: Der Senkrechtstarter der Hinrunde hat stark abgebaut und war unter Trainer Christian Demirtas oft nur zweite Wahl. Der wuselige Außenbahnspieler hat sich nicht mehr so durchsetzen können und ist ungewohnt oft abgetaucht. Und er hat nur noch einmal getroffen. Nicht zu vergessen: Müller ist erst 20 Jahre alt. 

Kolja Herrmann:  Der technisch feine Fußballer war bis zum Schluss der Unterschätzte im Kader. Der 25-Jährige hat sich beim VfR Aalen nie richtig durchsetzen können, obwohl er flexibel einsetzbar ist. Hofft auf mehr Wertschätzung bei seinem neuen Verein Bahlinger SC. 


Leon Volz: Der dynamische Außenbahnspieler hatte seinen großen Auftritt gegen Homburg, als ihm zwei Treffer gelangen. Der 25-Jährige zeigt viel zu selten sein Potenzial, er ist darüber hinaus zu wenig torgefährlich. Ausbaufähig ist auch sein Engagement. 

Alessandro Abruscia : Der Kapitän, in der Hinrunde mit 11 Treffern der herausragende Mann, hat in der zweiten Saisonhälfte unter seinen Möglichkeiten gespielt. Wenig entscheidende Aktion, null Tore und auch als Führungsspieler nicht mehr so präsent. Abruscia ist unter Christian Demirtas nicht zurechtgekommen und steht sinnbildlich für den Einbruch in der zweiten Saisonhälfte.

Andreas Knipfer : Der Rechtsverteidiger hat seine Qualitäten im Zweikampf. Dort ist er aggressiv und kompromisslos. Was er aber auch ist: fehlerhaft. Der 24-Jährige war oft ein Unsicherheitsfaktor. Auch, weil er wegen seines verletzten Knies nie hundertprozentig fit war.

Kristjan Arh Cesen : Der gelernte Linksverteidiger wurde unter Demirtas oft auf der offensiven Außenbahn eingesetzt. Oft ein belebendes Element, zu mehr reichte es aber nicht. Ist von seiner Bestform aus der Saison 2020/2021 noch immer weit entfernt. 

Die Hinterbänkler

Daniel Elfadli : In der Hinrunde die Entdeckung, in der Rückrunde die Enttäuschung. Der 25-jährige Sechser war nicht mehr präsent, er war nicht mehr souverän als Abräumer, und ihm unterliefen oft ungewohnt viele Fehler. Elfadli kann viel mehr als er in der zweiten Saisonhälfte gezeigt hat. 

Benjamin Kindsvater: Der Außenbahnspieler hat viel Qualität. Zeigen konnte er das fast nie, weil er immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde. 

Sergio Gucciardo : Der 23-Jährige hat sich in der Winterpause durch viele Vorlagen aufgedrängt, in der Liga hat er das aber selten bestätigt. Ein Mitläufer, der beim VfR Aalen nie richtig angekommen ist. 

Manuel Botic :  Brillanter Fußballer mit fragwürdiger Einstellung. Der 23-jährige Offensivspieler macht viel zu wenig aus seinen Möglichkeiten und wird es so im Profifußball schwer haben.  

Sean-Andreas Seitz: Eine ganz schwache Rückrunde des 20-Jährigen. Meist nur ein Mitläufer auf der Außenbahn – ohne Torgefahr, ohne Zweikampfhärte und teilweise sogar fragwürdiger Einstellung. Beispielsweise im Derby beim SSV Ulm 1846.

Michael Schaupp :  Das erst 19-jährige Eigengewächs hat es nicht geschafft, sich gegen die Konkurrenz im eigenen Lager durchzusetzen. 

Serdar Arslan : Dass der aggressive Defensivspieler Potenzial hat, hat er zum Abschluss in Walldorf gezeigt. Trotzdem hat er in der Rückrunde kaum eine Rolle gespielt – und sucht jetzt eine neue Herausforderung.  

Nicht zu bewerten

Daniel Bernhardt: Der langjährige Keeper, Kapitän und Publikumsliebling blieb auch in der Rückrunde wegen seiner Schulterverletzung ohne Einsatz. Bernhardt verlässt den VfR Aalen nach 13 Jahren, er hätte einen anderen Abschied verdient gehabt. Dass er in den Verein eingebunden wird, scheint derzeit eher unrealistisch.  

Matthias Layer: Der Ersatztorwart hatte nur zwei Einsätze in der Rückrunde. Trotz ordentlicher Leistung hat er sich beim VfR Aalen nicht durchsetzen können.

Tom Österle : Der U19-Torwart ist die Nummer drei bei den Profis. Ohne Einsatz.

Jonas Arcalean : Der Angreifer fehlte die komplette Rückrunde verletzungsbedingt.

Sascha Korb: Der Rechtsverteidiger fehlte die komplette Rückrunde verletzungsbedingt.

Der Lehrer

Christian Demirtas : Nach der Trennung von Uwe Wolf im Februar vom Co- zum Cheftrainer befördert. Die Zahlen sprechen gegen den 37-Jährigen: drei Siege, vier Unentschieden und sechs Niederlagen in 13 Spielen – macht einen Punkteschnitt von 1,0 und damit den eines Absteigers. Allerdings hat Demirtas das Team in einer schwierigen Phase übernommen, er hatte keine Zeit sich einzuarbeiten und musste sofort liefern. Der A-Lizenz-Inhaber ist fachlich top, wirkt aber als Führungskraft zu ruhig und kumpelhaft. Es fehlt die Autorität. Was am Ende zählt ist der Klassenerhalt – den hat er geschafft. 

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