Nach 80 Sekunden aus dem Tritt

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Der TSB Gmünd (in blau/schwarz) kassierte gegen den VfL Waiblingen eine Niederlage.

Der TSB Gmünd verliert zum dritten Mal in dieser Saison ein Heimspiel. Der Knackpunkt bei der 33:39 (15:17) – Schlappe gegen den VfL Waiblingen: Eine umstrittene Rote Karte zu Beginn.

Straßdorf

Erfahrung schlägt jugendlichen Elan: Das letzte Hinrundenspiel hielt für den TSB Gmünd einen extrem ernüchternden Abend parat. „Schon nach anderthalb Minuten war alles weg, was wir uns vorgenommen hatten“, meinte Trainer Michael Stettner und spielte damit auf die wohl spielentscheidende Szene an, die sich bereits 80 Sekunden nach Anpfiff ereignete.

Kapitän Nicola Rascher hatte in der bis auf den letzten Platz besetzten Straßdorfer Römerhalle gerade erst den Torreigen eröffnet, doch mit der ersten Abwehraktion war die Partie für ihn bereits beendet. Der Beachhandball-Nationalspieler erwischte seinen Gegenspieler im Sprungwurf, dieser prallte auf dem Boden auf. Die beiden Unparteiischen aus Nordbaden zeigten nach kurzer Beratung glatt Rot.

Fehlende Durchschlagskraft

„Damit war es ein komplett anderes Spiel“, haderte Stettner, der nach Spielende noch ausführlich mit den Schiedsrichtern diskutierte: „Sie haben selber zugegeben, dass es keine ganz klare Rote Karte war. Da hätte ich mir mehr Fingerspitzengefühl gewünscht und nicht, dass sie das Spiel so früh entscheiden.“

Das angesprochene Fingerspitzengefühl fehlte den Herren in Schwarz besonders in der hektischen Anfangsphase, als sie direkt auch zwei Waiblinger innerhalb von nur 13 Sekunden mit einer Zeitstrafe vom Feld schickten. Der TSB nutzte das, um ein 2:1 (6.) vorzulegen. Doch ohne Rascher fehlte die gewohnte Durchschlagskraft, der TSB mühte sich im Angriff ab und geriet durch zwei schnelle Gegenstöße mit 3:6 (11.) ins Hintertreffen. Doch die Gmünder bewiesen Comeback-Qualitäten. Wolfgang Bächle brachte seine Mannen mit zwei verwandelten Strafwürfen wieder heran. Immer wieder war es nun Tom Abt, der sich im Rückraum mit energischen Aktionen hervortat – und dabei kräftig einstecken musste. So wurde auch Gästespieler Alexej Prasalov disqualifiziert, nachdem er Abt unsanft aus der Luft gepflückt hatte. In Überzahl sorgte die Flügelzange Bächle/Zimmermann für die 10:8-Führung (19.), doch das knappe Polster war schnell dahin. Bis zum 13:12 (25.) hatte der TSB knapp die Nase vorne, leistete sich nun aber zu viele technische Fehler. Waiblingen bestrafte das, schon stand es 13:17 (28.). TSB-Rückhalt Daniel Mühleisen ließ mit einigen Paraden und einem Distanzwurf ins leere Gehäuse zum 15:17-Pausenstand (30.) neue Hoffnung einkeimen.

Auch nach Wiederanpfiff stemmten sich die Gmünder mit aller Macht gegen den Spitzenreiter – und das obwohl Routinier Philipp Schwenk vom Feld humpelte und Abt sich mit einer in der ersten Hälfte erlittenen Handverletzung herumplagte.

. Der TSB konnte durch Andreas Maier und Jan Spindler zwar Nadelstiche setzen, wurde aber von den Gästen aber doch stets mit drei oder vier Toren auf Distanz gehalten. Beim 23:26 (43.) schnupperte der TSB noch, doch Waiblingen erhöhte wieder auf 25:30 (46.). Spätestens durch die drei Toren in Folge zum 27:34 (51.) war der Stecker bei den Gmündern gezogen.

Im hohen Kräfteverschleiß sah Stettner auch Erklärung für die zahlreichen Leichtsinnsfehler, mit denen sein Team die Gäste zu einfachen Toren einlud. Beim 28:36 (54.) bahnte sich sogar eine Klatsche an, doch die Jets bäumten sich noch ein letztes Mal auf. Mehr als Ergebniskorrektur hin zum 33:39-Endstand war aber nicht mehr drin. „Waiblingen war einfach besser und ehrlicherweise muss man sagen, dass wir kräftemäßig letztlich auch keine Chance mehr hatten“, gestand Stettner und zollte seinen Jungs großen Respekt für den gezeigten Kampfgeist: „Die Jungs haben sich 60 Minuten lang aufgeopfert, mehr kannst du als Trainer nicht verlangen.“

Doch die frühe und ebenso umstrittene Rote Karte sei der Knackpunkt gewesen. „Ich hätte gerne das Spiel gesehen, wenn das nicht passiert wäre. So waren taktisch ganz stark eingeschränkt.“

Nicht clever genug für Primus

Zum dritten Mal in dieser Saison unterlag der TSB damit dem aktuellen Tabellenführer – so wie bereits im November dem TV Bittenfeld II (28:32) und kurz vor Weihnachten dem TV Plochingen (24:26). Ebenso hat Waiblingen der jüngsten Oberliga-Mannschaft nun ein Stück weit die Grenzen aufgezeigt. Ohne den Kapitän und den verletzten Stephan Mühleisen sei dem TSB das „Herzstück“, der defensive Mittelblock, herausgerissen worden.

Die Heimbilanz ist damit vorerst getrübt – doch die positive Nachricht direkt hinterher: Als Tabellensechster befindet sich der TSB immer noch voll auf Kurs und hält ein sicheres Acht Punkte-Polster zu den Abstiegsplätzen. Gegen den punktgleichen Tabellenachten Großsachsen bietet sich Stettners Mannschaft bereits am kommenden Samstag (19:30 Uhr / Große Sporthalle) die Chance auf Wiedergutmachung vor eigenem Publikum.

TSB: Mühleisen (1), Gentile (n.e.) – Zimmermann (9), Bächle (7/4), Abt (6), Maier (4), Jan Spindler (2), Werner (1), Rascher (1), Schwenk (1), Waldenmaier (1), Schwenk, Pleißner, Pick (n.e.), Waldraff (n.e.)

Zuschauer: 500

Der TSB Gmünd (in blau/schwarz) kassierte gegen den VfL Waiblingen eine Niederlage.
Der TSB Gmünd (in blau/schwarz) kassierte gegen den VfL Waiblingen eine Niederlage.

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