Nach Spielabbruch: Harte Strafen für TSK Türkgücü Gmünd

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Die SGM Alfdorf/Hintersteinenberg (rot) hat nach den Ermittlungen des Sportgerichts im Falle der abgebrochenen Partie gegen Türkgücü Gmünd Recht erhalten.
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Urteil nach abgebrochener Partie steht fest: 3:0-Sieg und drei Punkte für SGM Alfdorf/Hintersteinenberg. Lange Sperren für zwei TSK-Spieler.

Alfdorf / Schwäbisch Gmünd

Im Falle des abgebrochenen Spiels vom 23. Oktober der gastgebenden SGM Alfdorf/Hintersteinenberg gegen TSK Türkgücü Gmünd hat das Sportgericht nun eine Entscheidung gefällt: Die Partie wird mit 3:0 Punkten sowie 3:0 Toren für die SGM Alfdorf/Hintersteinenberg gewertet. Türkgücü Gmünd will dieses Urteil so nicht stehen lassen.

Denn nach den Ermittlungen des Sportgerichts liegt nun folgendes zu Grunde: Beim Stande von 1:2 sah Türkgücü-Kapitän und Vereinsvorstand Elber C. in der 88. Minute wegen grobem Fouls sowie einer Tätlichkeit (Kopfstoß) die rote Karte, die daraufhin Auslöser des Abbruchs war. Die daraus resultierenden Proteste, der Zuschaueransturm und die Rudelbildung haben dem Unparteiischen keine Wahl gelassen, die Begegnung abzubrechen. Auch die Polizei rückte aus und war vor Ort.

Verschuldeter Spielabbruch

Somit sei der Grund für die Wertung pro Alfdorf/Hintersteinenberg das Verschulden eines Spielabbruchs seitens Elber C., der den Schiedsrichter nach dem Platzverweis „laut übereinstimmenden Aussagen bedrängte. Auch auf Aufforderungen des Schiedsrichters, das Spielfeld zu verlassen, kam der Spieler Elber C. dieser nicht nach - stattdessen wollte er mit dem Schiedsrichter diskutieren“, heißt es in der offiziellen Zusammenfassung des Sportgerichts. „Aus dem genannten Grund blieb dem Schiedsrichter nichts anderes übrig als das Spiel abzubrechen. Der Schiedsrichter musste mit den Ordnern in die Kabine geleitet werden, da der Spieler Elber C. nicht von ihm abließ“, lautet es in der Urteilsverkündung.

Zudem wurde gegen Elber C. eine achtmonatige Sperre (bis zum 23. Juni 2023) verhängt, da „das Sportgericht in Gänze von einem schweren Fall ausgeht“. Wie es im Schreiben heißt, seien sowohl die von ihm ausgeführte Tätlichkeit (Kopfstoß gegen einen SGM-Spieler) als auch das sportwidrige Verhalten (Bedrängen und telefonisches Belästigen des Schiedsrichters weit nach Spielende) die Ursachen für das erteilte Strafmaß gewesen. Elber C. wird außerdem aufgefordert, „an einem Mediationsverfahren teilzunehmen“.

Im Zuge der Ermittlungen wurde noch gegen Türkgücü-Spieler Caner K. wegen „Diskriminierung durch einen Spieler“ eine Sperre von sechs Spielen und zusätzlich eine Geldstrafe in Höhe von 100 Euro ausgesprochen.

Der Staffelleiter der Kreisliga B I und B II, Dietmar Fahrian, zeigt sich zu diesem Sachverhalt äußerst betrübt. „Vermehrt beobachte ich Woche für Woche unsportliches Verhalten beim Fußball - auch in unserer Region.“ Für Staffelleiter Fahrian werden „die gefällten Strafmaße im Beispiel des Spielabbruchs durchaus einen abschreckenden Charakter für unsere Mannschaften, Funktionäre und Spieler haben“.

„Rassismus hat keinen Platz“

Peter Rack, Spielleiter der SGM Alfdorf/Hintersteinenberg, wollte zum gefällten Urteil keine Stellungnahme machen. Der Verein TSK Türkgücü Gmünd äußerte sich hingegen in einem offiziellen Statement wie folgt: „Wir sind schockiert über das Urteil, welches anscheinend nur einseitig beurteilt wurde. Tatsache ist, dass wir in Führung waren und es lediglich nur noch ein paar Spielminuten zu spielen waren.

Das Weiteren wurde man seitens der Zuschauer rassistisch beleidigt und wir haben uns nichts anmerken lassen. Außerdem wurde uns vom Schiedsrichter die Muttersprache verboten. Spielübergreifend gab es zwischen den Spielern so gut wie gar keine Probleme. Jeder einzelne war aufs Fußballspielen konzentriert.

Durch die Unsicherheit der Zuschauer und den Druck der heimischen Fans ließ der Schiedsrichter die Kontrolle aus seiner Hand gleiten und war nicht mehr Herr der Lage. Wenn die Entscheidung sich nicht ändert, gefährdet es die Existenz unserer Mannschaft. Bei uns hat Rassismus keinen Platz!“

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