Nach Spielausfall wegen Traktorspuren folgt Neuansetzung

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Das "Traktorspuren-Spielfeld" des FC Blaubeuren auf dem die Partie am 22. Oktober gegen den SV Neresheim ausgetragen werden sollte und schließlich ausfiel.
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Das Sportgericht setzt die ausgefallene Partie zwischen dem FC Blaubeuren und dem SV Neresheim für den 10. Dezember neu an. SVN-Vorstand Harald Zettl: "Finde es nicht gerechtfertigt."

Blaubeuren / Neresheim

Nachdem das Heimspiel des FC Blaubeuren gegen den SV Neresheim vom 22. Oktober aufgrund der widrigen Platzverhältnisse und einer fehlenden Alternative ausfiel, war der Unmut bei den Klosterstädtern ob der unnötigen Fahrt groß.

Traktorspuren auf dem Hauptspielfeld, trotzdem kein gemähtes Gras. Ein Trainingsplatz, der nicht hergerichtet worden war. Harald Zettl, Vorstand des SV Neresheim, äußerte sich im Bericht vom 24. Oktober der Schwäbischen Post klar und deutlich dazu. „Das habe ich noch nicht erlebt“, so Zettl.

Die Partie wurde nun für den 10. Dezember (14 Uhr) beim FC Blaubeuren neu angesetzt. „Ich finde es nicht gerechtfertigt“, sagt Harald Zettl nach Bekanntgabe der Entscheidung des Sportgerichts dazu. Aber der WFV, der laut Zettl nach Untersuchung der Thematik auch feststellte, dass dieser Platz nicht gemeldet sei werde durch diesen Vorfall „ein Auge darauf haben, dass so etwas nicht mehr vorkommt“.

Auch der FC Blaubeuren möchte sich zu den Umständen erklären, die zum Spielausfall geführt haben. Ufuk Agvaz, Sportdirektor des FC Blaubeuren, ist es insbesondere wichtig, „die Darstellung zurechtzurücken“. Die Hauptspielstätte in Gerhausen (Stadtteil von Blaubeuren) wurde einen Tag vor dem eigentlichen Anpfiff der Partie seitens der Stadt bearbeitet, um den Rasen zu mähen und das dortige Laub zu entfernen. Dies geschah laut Agvaz „ohne unser Wissen“. Für die FCB-Verantwortlichen waren die Traktorspuren im Rasen ebenfalls unerklärlich. „Da sitzt dieser Herr vom Bauamt auf seinem Traktor und fährt diesen Sportplatz ab, guckt nicht nach hinten und sieht nicht, welche Spuren er dort hinterlässt? Das ist für uns auch fragwürdig gewesen.“ Ebenso war er über den Zustand des Grases verwundert. „Wir haben uns gefragt: 'Es sieht doch nicht gemäht aus?'“ Mittlerweile habe die Stadt Blaubeuren wohl den Fehler zugegeben.

Für Harald Zettl ist ganz besonders diese Thematik nach wie vor nicht nachvollziehbar. „Wenn ich mit dem Traktor die erste Bahn fahre, sehe ich was da los ist. Dann fahre ich nicht über den kompletten Platz drüber ohne zu mähen. Da sind Ungereimtheiten da.“

Die Unparteiischen entschieden aufgrund der Platzzustände den Trainingsplatz des FC Blaubeuren zu begutachten. Der Platz, über den SVN-Vorstand Harald Zettl sagte, er sei „um drei Klassen besser“ als der eigentliche Sportplatz der Heimmannschaft. Die Problematik dieses - nicht für ein Spiel hergerichteten - Platzes erklärt Ufuk Agvaz: „Wir haben in Gerhausen im Sommer unseren Spiel- und Trainingsplatz und spielen mit beiden Mannschaften dort. In den Wintermonaten haben wir das Recht, auf diesem Trainingsplatz in Blaubeuren zweimal in der Woche zu trainieren. Wir haben von der Stadt für diesen Platz keine Spielerlaubnis.“

Durch eine Verkettung von Missverständnissen, in die sowohl der Landesliga-Staffelleiter als auch der Bezirksstaffelleiter mit dem FC Blaubeuren involviert waren, kam es nicht zu einer Spielverlegung - wie der FC Blaubeuren annahm - sondern dazu, dass der Bezirksstaffelleiter davon ausging, die Partie könne auf dem Trainingsplatz ausgetragen werden. Als ihm die Situation der fehlenden Spielberechtigung erklärt wurde, inspizierte er das eigentliche Spielfeld des FC und gab daraufhin grünes Licht. „Daher haben wir den Sportplatz hergerichtet, weil laut Bezirksstaffelleiter dieser Platz bespielbar war“, so Agvaz. Was die Offiziellen anders sahen und da der Verband auf die Umsetzung des Spiels bestand, sollte der Trainingsplatz in einer Stunde hergerichtet werden. Blaubeuren bat um drei bis vier Stunden. „Die Offiziellen haben dann gesagt, dass das nicht möglich ist. Was auch verständlich ist“, so Agvaz.

Vorab schon hat der FC Blaubeuren umliegende Vereine kontaktiert, um das Spiel dort austragen zu können. „Die haben dann Nein gesagt. Also haben wir Herrn Zettl angerufen, um das Heimrecht zu tauschen.“ Der SVN bot an, sowohl Hin- als auch Rückspiel in Neresheim auszutragen. Dies lehnte der FC Blaubeuren ab. Zu Zettls Äußerungen, dass die Spielumsetzung aufgrund der Verletztenliste von Blaubeuren boykottiert wurde, sagt Agvaz: „Wir wären vollzählig gewesen.“

Laut Harald Zettl habe der WFV dem FC Blaubeuren für die Neuansetzung der Begegnung „Auflagen gegeben. Man weiß ja nicht, wie die Witterungsverhältnisse sind und sie müssen sich auch nach einem Kunstrasenplatz umschauen“.

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