Nach über 14 Stunden auf Platz 70 und am Ende der Kräfte

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180 Kilometer Radfahren standen auf dem Programm.
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Aalenerin Alexandra Burger absolviert in Roth zum zweiten Mal erfolgreich die Ironman-Langdistanz.

Roth/Aalen.  „Ich hätte nicht gedacht, dass ich das durchstehe, und ich bin schon stolz, dass ich es geschafft habe“, sagt die Aalener Triathletin Alexandra Burger von der Aalener Sportallianz. „Aber es war ein unglaublich tolles Erlebnis.“ Anfang Juli hat sie zum zweiten Mal die sogenannte Ironman-Distanz – 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einen Marathon obendrauf – im deutschen Triathlon-Mekka in Roth absolviert.

Und das ohne große spezielle Vorbereitung. Die Endzeit von 14:18,11 Stunden war da nebensächlich, das bedeutete Platz 70 in ihrer Altersklasse AK 40.

Auslöser: Olympiade in Sydney

Seit rund zehn Jahren betreibt die 43-jährige Lehrerin für Mathematik und Englisch jetzt Triathlon in der Abteilung der ASA, bis zu deren Gründung beim MTV Aalen. Sport habe sie schon immer gemacht, unter anderem Leichtathletik beim TV Oberkochen, später stieg sie auf Langstreckenlauf um. Bei der Olympiade 2000 in Sydney bekam sie bei den Übertragungen erstmals einen Eindruck vom Triathlon, „und das hat mich sofort gereizt“,  sagt sie.  Aber der richtige Einstieg fehlte noch.

2012 nahm sich Alexandra Burger nach einer Wette einen ersten Start über die Sprintdistanz (rund 750 Meter Schwimmen, etwa 20 km Radfahren, knapp 5 km Laufen) für 2013 vor. Was sie auch absolvierte. Danach begann Burger dann mit „einigermaßen regelmäßigem“ Schwimmtraining beim damaligen MTV, auch Radfahren wurde verstärkt ins Trainingsprogramm aufgenommen. Wettkämpfe über die Mittel- und die sogenannte Olympische Distanz (rund 1500 Meter Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) folgten,  das Training war „aber weiter eher auf niedrigem Niveau“, schmunzelt sie. Etwas schwimmen, Laufen im Lauftreff in Aalen, und ab und zu radfahren. 2018 dann der erste Start in Roth, überredet von Trainingskollegen.

„In Vorbereitung auf den Start jetzt habe ich jeden Tag etwas gemacht“, erzählt die Triathletin. Zweimal pro Woche im Lauftreff, bei dem sie Mittrainerin ist, dazu einmal zusätzlich laufen, 3 bis 4 mal schwimmen, 1 oder 2 mal radfahren. „Radfahren mach ich nicht so gern, da waren es gerade mal 1000 km in der Vorbereitung, vergleichbare Freizeitsportler machen  mindestens da Doppelte“, erzählt Burger. Trainiert wird meist nach eigenen Plänen, die sie sich besorgt hat.

Vorübernachtung im Zelt

Bereits am Freitag war sie nach Roth angereist, schlief im Zelt an ihrem Auto. Am Samstag musste man das Rad und den Beutel mit der Wechselkleidung abgeben. Dann war Besprechung und die  obligatorische Nudelparty. Am Wettkampftag, dem Sonntag, hieß es um 4 Uhr aufstehen, um 6.15 Uhr den Beutel mit den Laufschuhen abgeben. Und um 7.15 Uhr folgte dann der Start – in den Rhein-Main-Donau-Kanal.

Der Reiz für einen solchen Wettkampf wie Roth liegt für Alexandra Burger – neben der körperlichen Überwindung – in der Atmosphäre im Wettkampf. Profis und Amateure starten zur fast gleichen Zeit auf derselben Strecke, jeder feuert den anderen an, auch wenn der ihn gerade überholt, man unterstützt sich. Es sei ein tolles Miteinander, beispielsweise habe ein Teilnehmer sie wieder aufgemuntert und animiert, als sie eine Gehpause wegen Magenproblemen etwa bei Laufkilometer 28 machen musste. „Und selbst die Weltklasseathleten haben ein aufmunterndes Wort für dich vor und nach dem Wettkampf“, erzählt sie begeistert. „Der Hammer: die vielen Zuschauer an der Strecke, besonders an der Radstrecke am Solarer Berg, da geht’s zu wie bei der Tour de France“, schwärmt die 43-Jährige. Auch viele Bekannte und ihre Eltern standen an der Strecke verteilt, „und haben mich kräftig unterstützt“, sagt sie.

Mit dem Ergebnis ist sie zufrieden. 2023 möchte sie die gleiche Distanz in Hamburg absolvieren, „aber bis dahin wird mehr trainiert  - in allen Disziplinen“, blickt Alexandra Burger voraus.

⋌Jürgen Eschenhorn

Alexandra Burger beim Zieleinlauf nach über 14 Stunden Wettkampf.
Alexandra Burger (vorne) am Solarer Berg, wo Massen die Sportler anfeuern.
Die Aalenerin auf der Laufstrecke am Rhein-Main-Donau-Kanal.

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