Naturschützer wollen Mountainbike-Trails anbieten

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Heikles Thema: Die Mountainbiker in den heimischen Wäldern rund um Aalen.
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Kommen sich die Interessengruppen näher? Der BUND kann sich den Bau von legalen Strecken in „wenig sensiblen Waldstücken“ vorstellen. Allerdings in sehr begrenzter Anzahl.

Aalen

Wir wissen, dass wir etwas anbieten müssen.“ Das sagt Carl-Heinz Rieger vom BUND. Zuvor hatten die Umweltschützer das Vorhaben der Stadt Aalen, Strukturen für Mountainbiker zu schaffen und Trails in den umliegenden Wäldern zu legalisieren, scharf kritisiert. Was er allerdings auch klarstellt: dass ein Großteil der aktuell rund 150 illegalen Trails gesperrt werden muss.

„Der BUND ist nicht grundsätzlich gegen Mountainbike-Trails“, sagt Carl-Heinz Rieger. Stattdessen müsse dieser Trendsportart „Entgegenkommen gezeigt werden“. Es folgt ein dickes Aber. „... aber über 95 Prozent der aktuell illegalen Strecken würden in schützenswerten Waldgebieten liegen und hätten bereits große Schäden angerichtet. Eine Legalisierung sei deshalb kein Thema. Im Gegenteil: „Diese müssen dicht gemacht werden.“ Denn: „Durch das Befahren werden diese Trails immer breiter. Wurzeln werden geschädigt, und auf Amphibien oder Insekten wird keine Rücksicht genommen.“ Die Mountainbiker würden nicht sehen, „was ihnen unter die breiten Reifen kommt“. Hinzu komme, dass viele Radsportler inzwischen mit Stirnlampen bei Nacht durch die Wälder fahren würden. „Das ist der Tod der Wildtiere. Sie haben keine Ruhezonen mehr.“

Rieger berichtet vom „Runden Tisch Mountainbike“, bei dem rund 50 kartierte Trails zwischen Westhausen und dem Rodstein bei Oberkochen vorgestellt wurden. „Zwei, drei davon könnten vielleicht legalisiert werden“, sagt der Naturschützer - wohl wissend, dass Angebote für die Mountainbiker dringend nötig seien. „Wenn überhaupt, dann kann man nur damit das illegale Befahren der Wälder in den Griff bekommen.“ Und diese Angebote müssten „professionelle und interessante Strecken sein, die hinterher auch gepflegt und erhalten werden“.

Am Langert und am Braunenberg

Auch wenn der BUND für die Beibehaltung der Zwei-Meter-Regelung ist, so könne der Forst Ausnahmen zulassen. „Das wären dann diese legalen Trails. Bei deren Planung müssen aber alle Nutzungsgruppen eingebunden werden und die Planung an einer Minimierung der ökologischen Auswirkungen ausgerichtet sind.“ Der BUND werde sich in der kommenden Woche treffen und über dieses Thema sprechen. Rieger selbst hat bereits beim „Runden Tisch“ zwei Vorschläge gemacht: Erstens einen legalen Trail am Braunenberg. Und zweitens einen am Langert mit dem dortigen Skilift. Was dem Naturschützer dabei wichtig ist: dass der „Runde Tisch“ die Planung und Umsetzung begleitet. Und noch etwas ist dem BUND wichtig: dass die Macher in Aalen „über die Grenzen hinaus denken“, sagt Rieger.

Vier, fünf lange Rundtrails

Die beiden städtischen Mountainbike-Manager Simon Gegenheimer und Marion Fromberger sollten sich mit Oberkochen, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd vernetzen. „Es müssen gemeinsame Pläne erstellt und koordiniert werden.“ Im Schwarzwald würde dies funktionieren. „Da gibt es bis zu 100 Kilometer ausgewiesene Trails.“ Fromberger sagt, dass „wir mit Oberkochen bereits Kontakt aufgenommen haben und uns entsprechende Gedanken machen“.

Trails mit 20, 30, 40 Kilometern Länge kann sich Rieger auch in Ostwürttemberg vorstellen. Ich denke an Rundkurse, in denen mehrere kleine Trails beinhaltet sind“, sagt er. Insgesamt vier, fünf solcher Strecken könne er sich für Ostwürttemberg vorstellen. „Das ist doch dann eine ganze Menge.“

Wir müssen den Sportlern etwas anbieten.“

Carl-Heinz Rieger, BUND Ortsverband Aalen

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