Neue DM-Titel  und die nächste Bike-Generation

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Wie im Flug über die Heubacher Pumptrack-Strecke: Sieger Philip Schaub fuhr die zwei Wertungsrunden mehrfach unter 16 Sekunden.
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Erster Tag beim Bike the Rock 2022 mit Pumptrack-DM, Marathon, Enduro und Schülerrennen.

Heubach. Die Nationalhymne erklang zweimal nach einem langen Bike-Tag in Heubach. Kurz zuvor,  um 21.41 Uhr am Samstagabend, war die letzte Entscheidung gefallen: Philip Schaub aus Stuttgart holte sich im Finaldurchgang den Deutschen Meistertitel in der Pumptrack. Bei den Frauen gewann Laura Brethauser, Silber ging an Jessica Schmubach aus Heubach. 

Drei Stunden bevor die neuen nationalen Meister auf den Bike the Rock-Siegersessel hüpften, saß dort schon Bruno Krauß. Der 14-Jährige startet für den MRSC Ottenbach, aber er setzt eine Heubacher Familientradition fort – sein Vater Holger Krauß war vor über 20 Jahren beim ersten Bike the Rock dabei. Jetzt holte sich der Sohn des Ur-Heubachers den Sieg beim U15-Rennen in der Pumptrack. 

Schmubach und Bruno Krauß waren bei weitem nicht die einzigen Lokalmatadore, die am ersten Bike the Rock-Tag am Start waren. Vor den Wettbewerben auf der welligen Betonbahn hatten die Zuschauer in der Stellung schon einen ausgefüllten Renntag erleben können. Um 9 Uhr gingen die rund 300 Fahrerinnen und Fahrer auf die Marathonstrecken, dann suchten die Enduro-Spezialisten ihre Sieger, am Nachmittag waren die Schülerrennen auf dem Programm (siehe Ergebnisse).

Die Deutsche Meisterschaft im Pumptrack war eine Premiere – es war die erste nationale Meisterschaft in der jungen Disziplin überhaupt. Jessica Schmubach, die seit vier Jahren in Heubach wohnt, verpasste den Titel um 1,25 Sekunden auf den zwei gewerteten Runden um Finale. Die 30-Jährige, die seit 19 Jahren BMX fährt, war dennoch zufrieden. „Ein Platz auf dem Treppchen“, das war ihr Ziel gewesen.

Bei den Jüngeren, in den Altersklassen des „Deutschland-Cup“, fuhren noch mehr Biker aus Heubach und Umgebung in der Pumptrack nach vorne. Die U9-Konkurrenz gewann der Heubacher Henri Kaster, Bruno Krauß' Bruder Arne wurde Dritter in der U11, Leo Weber aus Gmünd (U13) und Max Reck aus Heubach (U 17) erreichten beide das Kleine Finale. 

Auch im Marathon und bei den Kinderrennen im Cross Country waren zuvor Heim-Biker erfolgreich dabei gewesen. Anna Ritzer und Nina Schick (RSF Bartholomä) holten in der U13 die Plätze drei und vier, Bruno Krauß wurde Dritter bei der U15, Jona Schmid (TSV Böbingen) gelang das in der Altersklasse U9. Im Enduro-Rennen fuhr Kilian Pfeffer (Böbingen) auf Rang drei, im Enduro-Rennen auf dem E-​Bike sicherte sich der Heubacher Jonas Tiede Rang zwei. 

Der Vater ist vollauf beschäftigt

Holger Krauß, früher im Downhill Top-Ten-Biker, fügte seiner langen Bike the Rock-Karriere diesmal kein neues Rennresultat hinzu. Zu viel zu tun: „Ich war vollauf beschäftigt mit Räder hin- und herbringen und anderen Betreuerjobs“, erzählte er. Er überlässt langsam der nächsten Generation den Platz. Anzeichen dafür, dass das der richtige Weg ist, hat er schon festgestellt. „Wenn ich zum Spaß mal in der Pumptrack mitfahre, komme ich mit Arne noch mit, aber Bruno fährt mir davon.“

Kann gut sein, dass seine Jungs in den nächsten Jahren noch öfter in den Siegerlisten vorne auftauchen. Ihre Top-Platzierungen auch im Heubacher Cross Country-Rennen zeigen, dass sie Allrounder sind. Und da ist noch mehr: „Letzte Woche bin ich ein Straßenrennen gefahren“, erzählt Bruno Krauß.  Bernd Müller

Familientradition fortgeführt: Bike the Rock-Urgestein Holger Krauß mit seinen erfolgreichen Söhnen Arne und Bruno Krauß (v.l.), die beide beim Pumptrack-Rennen aufs Siegerpodest fuhren.

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