Neuer Treffpunkt für Mountainbiker rund um Aalen

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So soll das Bike-Pit aussehen.
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Steffen Thum plant „Bike-Pits“ rund um Aalen: Die Holzhütten bieten nicht nur ein Dach, sondern auch alles Notwendige für die Radler: Werkzeuge, Ladestation, Erste Hilfe und digitale Infos.

Aalen

Fußballer gehen auf den Sportplatz. Handballer in die Halle. Wo aber treffen sich die Radsportler rund um Aalen? Steffen Thum, Teamchef des Aalener Racingteams, hat gemeinsam ,mit Jannis Merz und Markus Bamann eine Idee entwickelt: Sie planen sogenannte „Bike-Pits“. Das sind Holzhütten, die den Radsportlern nicht nur einen Unterschlupf bieten, sondern auch technisch hochwertig ausgestattet sind. „Das sollen Treffpunkte für alle Radler werden.“

Ein solches „Bike-Pit“ war auf der Ostalb bereits zu sehen: bei „Aalen City blüht“ auf dem Spritzenhausplatz und in Verbindung mit Smart City auch auf dem Kreissparkassenplatz. Die auf den ersten Blick wie einfache Holzhütten aussehenden „Bike-Pits“ sollen laut Thum vor allem eines: „die Radler und gerne auch alle anderen Natursportler rund um Aalen zusammenführen und ein Platz zur Kommunikation sein“, sagt der Radprofi. Die Hütten bieten überdachte Sitzgelegenheiten. „Da finden die Sportler auch bei einem Wettereinbruch Schutz. Und zwar ganzjährig.“

Damit ist es aber nicht getan. Thum hat eine ganze Liste, was die „Bike-Pits“ beinhalten sollen. Manche Dinge seien sofort umsetzbar, „andere sind Zukunftsmusik“. Dazu gehört beispielsweise Wlan. Wichtiger ist aber, was den Bikern von Anfang an geboten werden soll.

Technische Hilfe:

Thum plant, in die Hütten eine kleine Servicestation zu integrieren. „Da sollen einfache Werkzeuge wie beispielsweise Inbusschlüssel vorhanden sein. Ebenso eine Erste-Hilfe-Set - und nicht nur eine Luftpumpe.“ Passend dazu soll's einen Fahrradschlauch-Automaten geben.

Ladestationen:

Nicht fehlen dürfen Steckdosen und Anschlüsse für E-Bikes. „Wir wollen natürlich auch Ladestationen für E-Biker anbieten“, sagt Thum.

Wasser:

„Wasser ist das Wichtigste für jeden Sportler“, sagt der Ideengeber. Und das soll in den Hütten kostenlos zur Verfügung gestellt werden - „damit sich die Biker die Hände waschen oder sich erfrischen können.“ Ebenso auf der Liste: ein Getränkeautomat.

Kommunikation:

Dieses Thema ist Thum besonders wichtig. Die Kommunikation auf eine moderne, auch digitale Art mache den Unterschied, was später wirklich bei den Nutzern ankommt. Die Macher haben viele Ideen, auf jeden Fall soll das Bike-Pit einen Bildschirm erhalten, der für alle zugänglich ist. Dort soll's beispielsweise Tourenvorschläge samt folgender App fürs Handy geben. Zudem sollen Informationen über die aktuelle Auslastung der Strecken und Trails gesammelt werden. Letzteres sei auch ein wichtiges Indiz dafür, ob angesichts der Nachfrage weitere Strecken benötigt werden oder ob die Wälder zu sehr beansprucht werden. „Naturschutz heißt nicht zwingend Verbote aussprechen, sondern sinnvoll und im Einklang mit unserer Umgebung handeln. Dafür benötigen wir jedoch echte Kennzahlen und eine objektive Informationsgrundlage,“ sagt Thum.

Sicherheit:

Unverzichtbar ist ein Erste-Hilfe-Set, wie umfangreich das sein soll, „müssen die Kommunen entscheiden“, sagt Thum, der dazu das Deutsche Rote Kreuz mit ins Boot geholt hat. „Wünschenswert wäre sicherlich auch ein Defibrillator.“ Und: Thum schwebt in Verbindung mit dem DRK auch eine Bike-Patrouille vor, „analog zu Bergwacht“.

Und wie viele solcher „Bike-Pits“ wünscht sich Steffen Thum? „Mit vier wäre ein erster Schritt getan, zumal diese Hütten mobil sind und versetzt werden können.“ Der Radprofi hat mehrere Standorte im Kopf, die „nicht zu tief im Wald sein dürfen“. Beispielsweise bei den Limes-Thermen, in Unterkochen, in Oberalfingen, auf dem Härtsfeld, in Richtung Heidenheim und auch zentral am Aalener Bahnhof. Und was kostet eine solche Hütte? „Das Basismodell gibt's ab 45 000 Euro“, sagt er. Steffen Thum hofft, dass die Umsetzung rasch vorangeht. Und er ist zuversichtlich: „„Die Idee ist uns im Frühjahr gekommen, im Sommer standen bereits Zwei Bike-Pits in Aalen. Auch im Ausland wurden solche bereits aufgebaut. „Also eine Idee, geboren in Aalen, umgesetzt auf der Ostalb und inzwischen international kopiert. Innerhalb von elf Monaten ist das ein flotter Kurs, den wir eingeschlagen haben: Aber mit Rückenwind gibt es nur eine Richtung: vorwärts“, sagt Thum.

Steffen Thum holt sich Experten an seine Seite

Steffen Thum hat sich für die Umsetzung der „Bike-Pits“ Experten an die Seite geholt.

Jannis Merz (Objektbau Merz) kümmert sich um die Statik, die Alpen-Bike-Academy um Marcel Reiser wirkt als Kommunikator und in Sachen Marketing. Für die Sicherheit sorgt Matthias Wagner vom Deutschen Roten Kreuz.

Mit im Boot ist auch die Hochschule Aalen mit Prof. Dr. Markus Kley und Prof. Dr. Fabian Ferrano. Zudem unterstützt die Wirtschaftsförderung rund um Smart City mit Felix Unseld als Leiter den Ansatz der Digitalisierung. Vitus König (Wasser) und Holzbau Schlosser (Holz) sind weitere Experten.

Und natürlich die beiden städtischen Mountainbike-Manager Marion Fromberger und Simon Gegenheimer.

Nach dem WM Titel Erfolg von Simon Gegenheimer traf sich die Schwäpo zum Interview mit Steffen Thum, Marion Fromberger und dem Weltmeister.
So soll das Bike-Pit aussehen.
So soll das Bike-Pit aussehen.

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