Nicht nur auf die Übeltäter einprügeln

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Weil junge Menschen unerlaubt über den Zaun gestiegen und gekickt haben, haben Anwohner die Polizei alarmiert.
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Nach neuerlichen Beschwerden am Normanniaplatz: Stadt Gmünd will Sporttreiben ermöglichen.

Lange Zeit war's ruhig im Schwerzer. Bis an Ostern wieder ein paar wenige junge Menschen verbotenerweise über den Zaun des Normanniageländes geklettert sind und auf dem Kunstrasen Fußball gespielt haben. Die Folge: Lärmbelästigung. Anwohner Volker Sperrle verständigte gar per Notruf 110 die Polizei, die mit mehreren Streifenwagen angerückt ist.

Sperrle fühlt sich nicht zum ersten Mal belästigt. Und sagt deshalb: "Da Absprachen und Anzeigen keinen Erfolg zu haben scheinen, werden wir gegebenenfalls Klage einreichen." Auch Nachbarin Cornelia Demmel will das tun. Laut ihr wurde "um 20.30 Uhr im Dunkeln noch gekickt". Und: "Da wurden auch die christlichen Feiertage und die kulturellen Werte ignoriert." Sie wünscht sich deshalb, dass "der Platz besser kontrolliert wird, notfalls mit Überwachungskameras".

FCN-Präsident Alexander Stütz sagt, dass "der Trainingsbetrieb beim FC Normannia seit längerer Zeit coronabedingt beendet und das Vereinsgelände ordnungsgemäß abgeschlossen ist". Er könne nicht sagen, ob die Übeltäter Vereinsmitglieder waren und verweist deshalb auf die Stadt Gmünd, die Eigentümer des Geländes ist. Stadtsprecher Markus Herrmann stellt klar, dass das Verhalten der Fußballer "nicht zu akzeptieren ist" und dass wir "nicht einfach darüber hinweg gehen werden". Schon allein wegen Corona. Allerdings sagt Herrmann auch, dass man nicht immer nur die jungen Menschen verurteilen könne. "Sie können seit fast einem Jahr keinen Sport mehr treiben, und irgendwann müssen sie sich auch draußen bewegen dürfen." Der Pressesprecher sieht einen Hilferuf der Jugendlichen und sagt, dass es umso wichtiger sei, dass das von der Stadt angedachte Modellprojekt zum begrenzten Sporttreiben mit Corona-Tests umgesetzt werde. Und: "Das ist auch ein Aufschrei an die Landes- und Bundespolitik, dass man die jungen Leute nicht einfach fallen lässt." Denn: "Die Situation geht gerade den Jugendlichen an die Nieren." Und noch etwas ist Herrmann wichtig: Der FC Normannia sei immer wieder in den Dialog mit den Anwohnern und der Stadt gegangen, habe damit stets für Entspannung gesorgt. "Die Normannia verhält sich hervorragend und tut wirklich alles für ein gutes Miteinander."

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