Nicht von der Tabelle blenden lassen

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Foto: Jan-Philipp Strobel

Der TSB Gmünd muss beim wurfstarken Traditionsverein TuS Schutterwald antreten und weiter auf einige Spieler verzichten.

Schwäbisch Gmünd.

Der TSB Gmünd will seine Position in der oberen Tabellenhälfte weiter festigen. Vor der weiten Auswärtsfahrt zum Ex-Bundesligisten TuS Schutterwald am Samstag (Spielbeginn um 19:30 Uhr in der Mörburghalle) macht Trainer Dragos Oprea allerdings weiterhin die Verletzungsmisere zu schaffen.

Einem klangvolleren Namen begegnet man in der Viertklassigkeit wohl kaum. Auf insgesamt zwölf Erstligajahre kann der TuS Schutterwald zurückblicken. Zweimal (1991 und 1992) stand der Verein aus dem 7215-Einwohner-Ort unweit von Offenburg sogar im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft. Die sportliche Tristesse in der Ortenau begann, nachdem der Nachbar TV Willstätt im Jahr 2003 die Bundesliga-Spiellizenz übernommen hatte und endete erst wieder, als der TuS nach mehreren vergeblichen Anläufen 2019 zumindest in die Oberliga zurückkehrte. Oliver Roggisch, Weltmeister von 2007, begann seine Laufbahn ebenso in Schutterwald wie auch Martin Heuberger. Der frühere Nationalspieler und Ex-Bundestrainer (2011-14) coacht noch die A-Jugend seines Heimatvereins.

Rein vom Papier her fährt der TSB Gmünd dennoch leicht favorisiert zum südbadischen Traditionsverein. Die „Jets“ haben sich mit 11:7 Punkten unter die ersten Fünf der Liga gemischt, während die „Roten Teufel“ (7:11) als Tabellenzwölfter mitten im Abstiegskampf stecken. Doch es sind eben nur vier Zähler, die die beiden Kontrahenten trennen. „Es geht ziemlich eng zu, sowohl was die Punkte als auch die Leistungen angeht“, weiß auch Dragos Oprea. Für den TSB-Trainer ist klar: „Wir lassen uns nicht von der aktuellen Tabelle blenden.“ Was nicht zuletzt auch daran liegt, dass Schutterwald eine der stärksten Angriffsreihen stellt und in den vergangenen drei Heimspielen weit über 30 Tore erzielte. Sowohl der SV Fellbach (39:30) als auch der TSV Birkenau (43:35) wurden deutlich bezwungen und auch der TSB hat diese Heimstärke bereits einmal zu spüren bekommen. Beim bislang einzigen Aufeinandertreffen vor zwei Jahren zogen die Gmünder in der Mörburghalle deutlich mit 31:39 den Kürzeren.

Unverzichtbar für den TuS sind insbesondere die beiden Rückraumshooter Christoph Baumann (30 Saisontore) und Tim Heuberger (38), der Sohn von Martin Heuberger.

Oprea, der den Gegner im Videostudium analysiert hat, verweist auch auf die beiden treffsicheren Außenspieler Michael Herzog (44) und Johannes Silberer (28). Auf Letzteren müssen die Schutterwälder jedoch vorerst verzichten: Der Linksaußen ist bislang nicht gegen das Corona-Virus geimpft. Darüber hinaus hat auch die etatmäßige Nummer eins, Steffen Dold, den Verein kurzfristig verlassen und sich dem Drittligisten Willstätt angeschlossen.

Opreas Mannen haben sich in den vergangenen Wochen mächtig Respekt erspielt, allen voran durch den 34:27-Auswärtserfolg beim Spitzenreiter Weinsberg. Auf der vereinseigenen Homepage kündigt Schutterwald den TSB deshalb als „ambitionierten Gegner“ an. Oprea gefällt diese Bezeichnung durchaus: „Die Jungs haben sich das verdient, doch hinter dem Erfolg steckt in jedem Spiel viel harte Arbeit.“ Das sei auch beim jüngsten Heimsieg gegen Zizishausen zu sehen gewesen, der mit 34:25 zwar deutlich ausfiel. Doch besonders in der ersten Halbzeit hatte der TSB Probleme und erspielte sich nur ein dünnes Polster bis zur Pause. „Wenn wir nicht wach sind, dann kann es gefährlich werden“, warnt der Trainer deshalb.

„Die Feinheiten funktionieren immer besser“, lobt Oprea die Entwicklung seiner jungen Mannschaft. Sechs Spieler unter 20 Jahren standen zuletzt im Aufgebot. „Fehler darf man machen, aber nicht wiederholen“, betont der 39-Jährige: „Wir reduzieren unsere Fehler im Training immer, das überträgt sich auf die Spiele. Langsam zahlt sich unsere Arbeit aus.“

Erneut steht beim TSB die Personalfrage im Mittelpunkt. Der Trainer hofft zwar darauf, bis Samstag ein paar Optionen zurückzugewinnen. Erfreulich ist es, dass Rechtsaußen Wolfgang Bächle einen Monat nach seinem Muskelfaserriss erstmals wieder mittrainierte und sich langsam herantastet. Bei Nicola Rascher hat die MRT-Untersuchung eine kleine Zerrung im Kniebereich offengelegt, der bislang beste TSB-Torschütze kann nur eingeschränkt mittrainieren. Fraglich also, ob das Duo in Schutterwald mitwirken kann. Erschwerend hinzu kommt, dass der zuletzt herausragende Linksaußen Eric Zimmermann erkältet war. Wobei Oprea fest mit einem Einsatz rechnet. Kapitän Aaron Fröhlich und Kreisläufer Jonas Waldenmaier werden sicher fehlen.

Hinter dem Erfolg steckt in jedem Spiel viel harte Arbeit.“

Dragos Oprea, Trainer TSB Gmünd

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