Nicola Rascher ist neuer TSB-Kapitän

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Neuzugang Moritz Werner im Zweikampf mit Jonas Schwenk

Neues Trainerteam, neuer Kapitän, neues Ziel. Während eines viertägigen Trainingslagers stellte der TSB Gmünd am Wochenende die Weichen für die kommende Saison.

Wangen

Rund 12.000 Kilometer Luftlinie und sechs Stunden Zeitverschiebung befindet sich Nicola Rascher derzeit von seinem Teamkollegen entfernt. Während der Top-Torschütze der vergangenen Saison mit dem Boot auf die Insel Nusa Penida im indischen Ozean übersetzte, ging es in Wangen im Allgäu richtig zur Sache.

Zwei Wochen vor dem Saisonauftakt in Großsachsen (10. September / 20 Uhr) feilten die Jets an den spielerischen Feinheiten – aber nicht nur. Beim Mannschaftsabend stimmte man sich auf die neue Runde ein. Im Fokus dabei: Die Suche nach einem neuen Kapitän, der in die Fußstapfen von Aaron Fröhlich und Sebastian Fabian (beide Karriereende) treten soll.

Anruf um 5 Uhr morgens

Und so kam es, dass Rascher am Samstagmorgen um fünf Uhr Ortszeit aus dem Schlaf geklingelt wurde. „Er ist der perfekte Kandidat für den Job, weil er auf und neben dem Feld immer vorangeht“, begründet Trainer Michael Stettner, warum er sich gemeinsam mit seinem „Co“ Volker Haiser für Rascher als neues Teamoberhaupt ausgesprochen hat. „Das ist natürlich eine riesige Ehre, besonders wenn ich meine Vorgänger betrachte“, freute sich Rascher, der von der Entscheidung ziemlich überrascht war.

Immerhin spielt der 24-Jährige erst seit zwei Jahren für den TSB. „Ich habe nicht erwartet, dass das für mich nach so kurzer Zeit schon so eine Entwicklung nimmt“, gesteht er: „Ich bin einfach dankbar und glücklich, dass sowohl das Trainerteam als auch die Mannschaft mir dieses Vertrauen schenken. Dementsprechend versuche ich das alles zurückzugeben, doch ich bekomme von den Jungs jegliche Unterstützung.“

Zum neu gewählten Mannschaftsrat zählen neben Rascher künftig Wolfgang Bächle, Jonas Waldenmaier sowie Tom Abt. „Es ist unglaublich wie viel Verantwortung er schon übernimmt“, sagte Stettner über den 19-Jährigen, der damit stellvertretend für den laufenden Umbruch steht. Mit einem Durchschnittsalter von 22,5 Jahren schicken die Gmünder das jüngste Team der Oberliga ins Rennen. Wobei Stettner dazu seine eigene Meinung hat: „Es gibt nicht jung oder alt, nur gut oder schlecht. Vom Potenzial und der Kaderbreite müssen wir uns vor niemandem verstecken.“ Gemeinsam wurde beim Trainingslager auch das Saisonziel definiert: Frühestmöglich will sich der TSB von den hinteren Tabellenplätzen distanzieren. Eine nüchterne, aber begründete Ansage des Vorjahresfünften. Denn fünf Drittliga-Absteiger sind neu in der Liga, am Ende müssen mindestens fünf Teams absteigen. „Wir wollen weiterhin einen geilen Handball spielen und auch kämpferisch überzeugen“, so lautet die Devise des Kapitäns.

Defensive als Basis

Die Basis dafür soll die eigene Abwehr sein, die das neue Trainerteam künftig noch unberechenbarer machen möchte. Offensive Formationen wurden in den insgesamt sieben Einheiten ebenso einstudiert wie das Überzahlspiel im Angriff. „Wir haben das jetzt erst angerissen, dennoch fühlt es sich schon so an als würden wir es bereits viel länger so spielen“, freute sich Stettner über sichtbare Fortschritte: „Das müssen wir nun verfeinern und vor allem stabilisieren.“ Den neuen Innenblock bilden Stephan Mühleisen und Neuzugang Andreas Maier. So auch im Testspiel gegen die MTG Wangen am Freitagabend. Mit 40:23 (21:13) setzte sich der TSB mehr als standesgemäß gegen den Verbandsligisten durch.

„Wir haben das Beste daraus gemacht“, bilanziert Stettner. Besonders das bissige Auftreten imponierte ihm: „Wie sich die Jungs in den Übungen gegenseitig hochgepusht haben, ist bei diesem hohen Pensum aller Ehren wert.“ Allerdings war der Kader bei weitem nicht komplett, weshalb der Trainer bewusst bremsen möchte. „Das wir noch nicht bei 100 Prozent sind, ist völlig klar“, meint der 39-Jährige mit Blick auf das Fehlen von Rascher, Arian Pleißner und Valentin Pick. Die beiden Youngster konnten verletzungsbedingt nur ein eingeschränktes Programm absolvieren, auch Philipp Schwenk – der mit 30 Jahren älteste Akteur im Kader – braucht nach seinen Achillessehnenproblemen noch etwas Zeit zur Eingewöhnung. Dafür verdienten sich aber die vielen jungen Nachwuchstalente – am Samstag reiste außerdem das in die Bezirksliga aufgestiegene Perspektivteam für zwei Einheiten ins Allgäu – ein Sonderlob. „Sie haben sich voll zerrissen und teilweise in beiden Mannschaften mittrainiert“, meinte Haiser anerkennend.

Das Team habe nun verstanden, wo die Reise hinführen soll. „Wir haben richtig große Schritte gemacht, aber die letzten Dinge werden sich erst unter echten Wettkampfbedingungen ab dem ersten Spieltag zeigen.“ Und Stettner ergänzt: „Wir haben noch einen weiten Weg vor uns.“

Der neu gewählte TSB-Mannschaftsrat. Von links: Jonas Waldenmaier, Wolfgang Bächle, Tom Abt. Fehlend: Kapitän Nicola Rascher
Der TSB Schwäbisch Gmünd hatte im Allgäuer Trainingslager viel Spaß.

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