Niko Kappel hat Gold zu verteidigen

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World Para Athletics European Championships, Bydgoszcz, 01.06.2021 Niko Kappel GER beim Kugelstoßen der Männer in der Klasse F41 bei den World Para Athletics European Championships am 01.06.2021 im Zdzislaw Krzyszkowiak Stadion in Bydgoszcz Poland. *** W
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Der gebürtige Gmünder will mindestens eine Medaille.

Tokio. Er hat einen Titel zu verteidigen. Und er will ihn verteidigen. Niko Kappel ist nach Tokio zu den Paralympischen Spielen gefahren. Sein Ziel: eine Medaille. Und dafür stehen die Chancen gut, wird dem der 1,40-Meter-Mann doch immer wieder die Favoritenrolle zugeschrieben.

2016 - damals in Rio de Janeiro - da reichte es für Gold. 13,57 Meter stieß er die Kugel. Und das war nicht einmal seine Bestleistung. Seine Bestleistung ist auch gleichzeitig Weltrekord und der liegt momentan bei 14,30 Metern.

In Tokio will der gebürtige Gmünder nun erneut angreifen. eine Medaille sollte rausspringen, Gold müsse es nicht unbedingt sein. Demütig wirkt der 26-Jährige, wenn er so etwas sagt. Die vergangenen Jahre liefen gut für den Welzheimer, der beim VfB Stuttgart trainiert. Ein Blick auf den Medaillenspiegel zeigt: Silber bei den Weltmeisterschaften in Doha 2015 (12,85m), Gold 2017 bei der WM in London (13, 81m) und wieder Silber 2019 in Dubai (13,87m).

Erst kürzlich aber musste Kappel einen Rückschlag einstecken. Der Rücken machte nicht mehr so mit, wie er sollte. Zu sechs Wochen Pause zwang ihn die Rückenverletzung - und das Mitten in der Vorbereitung auf diesen einen großen Wettkampf.

Aber der 26-Jährige, der nicht nur im Ring, sondern auch im Welzheimer Gemeinderat aktiv ist, nutzte diese Chance, um sich auf seine Stärken zu besinnen. Er trainierte außerhalb des Rings, konnte die Routinen durchbrechen. die Explosivität und die Fitness hat er sich in dieser Zeit beibehalten. „Das hat mich bestärkt, weil ich weiß, dass ich es kann“, sagt er in einem Interview mit dem SWR. Erst sieben Wochen vor den Paralympischen Spielen startete Kappel dann wieder damit, mit der Kugel zu trainieren.

Den Gold-Moment, den Moment, in dem er bei den Paralympischen Spielen die Goldmedaille holte, ist bei Kappel tief verankert. Immer wieder ruft er sich diese Sekunden ins Gedächtnis - das gibt Kraft, das motiviert. Ebenso der Gedanke an die Familie, die den Para-Sportler zwar nicht vor Ort, aber vor dem heimischen Fernseher unterstützen und anfeuern wird.

Ins Olympische Dorf sind die Sportler bereits am Sonntag eingezogen, Kappel teilt sich mit Sebastian Dietz und Mathias Schulze ein Apartment. Die drei Kugelstoßer verbringen nun die kommenden Tage unter einem Dach. 168 Entscheidungen gibt es in der Leichtathletik zwischen Freitag, 27. August, bis Sonntag, 5. September.Sarah Schwellinger

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