Normannia und die zwei Gesichter

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Normannia verliert trotz 2:0 Pausenführung mit 3:2 in der Nachspielzeit gegen den TSV Heimerdingen
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Der 1. FC Normannia Gmünd überzeugt im ersten Durchgang gegen den TSV Heimerdingen, das komplette Gegenteil dann in der zweiten Hälfte: Man verliert die Partie mit 2:3.

Schwäbisch Gmünd

Im Fußball gibt es manchmal Spiele, bei denen man nach Abpfiff nicht fassen kann, was man gerade gesehen hat. So geschehen in der Partie zwischen dem 1. FC Normannia Gmünd und dem TSV Heimerdingen.

Alles sah nach einem weiteren Sieg für die Gmünder aus – es wäre der Dritte in Serie gewesen. Dank zweier Tore von Torjäger Alexander Aschauer führte man zur Halbzeit hochverdient mit 2:0. Dabei wäre sogar eine höhere Pausenführung möglich gewesen. Doch was sich im zweiten Durchgang aus Gmünder Sicht abspielte, ist nicht in Worte zu fassen. So gut die Leistung in den ersten 45 Minuten war, so unterirdisch war sie in Hälfte zwei. Man gab die 2:0-Führung aus den Händen und stand am Ende sogar noch komplett mit leeren Händen da. 3:2 gewann Heimerdingen – entsprechend rat- und fassungslos waren die Gmünder nach Spielende. „Aufgrund der zweiten Halbzeit ist der Sieg für Heimerdingen hundertprozentig verdient, was wir da abgeliefert haben ist peinlich. Dafür kann man sich nur entschuldigen. Kurz nach dem Spiel kann ich mir diese Leistung auch nicht erklären. Wir haben es geschafft, die grottenschlechte zweite Halbzeit gegen Pfullingen nochmals zu toppen“, so das Fazit von Normannias Trainer Zlatko Blaskic.

Dabei begann die Partie aus Sicht der Normannia perfekt. Bereits nach zehn Minuten stand es 1:0. Nach Vorlage von Calvin Körner köpfte Alexander Aschauer den Ball über Torhüter Lukas Emmerich ins Tor. In der 16. Minute stand erneut Alexander Aschauer im Mittelpunkt. Nach einer Flanke von Alexander Iatan kam der Torjäger zum Kopfball, doch dieses Mal parierte Emmerich ganz stark.

Aschauer trifft doppelt

Nach einer knappen halben Stunde durfte die Normannia erneut jubeln. Alexander Iatan führte einen Eckball aus – und Aschauer war wieder mit dem Kopf zur Stelle. Allerdings hatte er auch etwas Glück, denn in dieser Aktion sah Torhüter Lukas Emmerich nicht sonderlich gut aus. Bis zur Pause hatten Luca Molinari (36. und 38.) und Alexander Aschauer (44.) noch weitere gute Möglichkeiten. Entweder stand Torhüter Lukas Emmerich im Weg oder der Ball ging vorbei. So stand es zur Pause 2:0. Von Heimerdingen kam im ersten Durchgang offensiv praktisch nichts. Einzig in der 13. Minute gab es einen Hauch von Torgefahr, allerdings ging der Abschluss von Amin Latifovic weit über das Tor.

Ein ganz anderes Bild dann in der zweiten Halbzeit. Heimerdingen hatte sich einiges vorgenommen und war von der ersten Sekunde an im Spiel. In der 56. Minute konnten die Gäste nach einem trockenen Abschluss von Michele Ancona auf 1:2 verkürzen. Aus Normannen-Sicht sollte es noch bitterer werden. Es dauerte nur 180 Sekunden, ehe es erneut klingelte. Amin Latifovic traf ins untere rechte Eck zum 2:2. Innerhalb von nur drei Minuten holte Heimerdingen einen 0:2-Rückstand bei der Normannia auf. Die Gmünder waren im weiteren Verlauf zwar bemüht, doch wirklich zwingende Torchancen konnten nicht erspielt werden. Die Heimerdinger waren Mitte der zweiten Halbzeit näher am Führungstreffer dran, als die Gastgeber.

Erst in der 70. Minute gab es wieder ein offensives Lebenszeichen der Hausherren. Einen Freistoß von Jermain Ibrahim konnte Lukas Emmerich gerade noch so über das Tor lenken. Als wenn es nicht schon richtig schlecht lief in der zweiten Halbzeit, wurde das ganze in der absoluten Schlussphase auf die Spitze getrieben. Erst sah Alexander Iatan in der 89. Minute wegen Meckerns die Gelb/Rote Karte – und in der letzten Minute der Nachspielzeit netzte Michele Ancona zum 3:2 ein. Bei allen Gegentoren rutschte auf nassem Untergrund immer mindestens ein Gmünder Verteidiger weg: Es war ein ganz bitterer Nachmittag für die Normannia.

Normannia - Heimerd. 2:3 (2:0)

FCN: Ellermann - Glück (45. Sanozidis/77. Heinrich), Körner, Stölzel, Iatan - Grupp, Kianpour, Ibrahim (80. Coppola), Molinari - Gnaase (68. Bauer), Aschauer

Tore: 1:0, 2:0 Aschauer (10. und 27.) 2:1 Ancona (56.), 2:2 Latifovic (59.), 2:3 Ancona (90.+3)

Gelb/Rot: Iatan (89.)

Dafür kann man sich nur entschuldigen.“

Zlatko Blaskic, Trainer Normannia
  • „So geht es natürlich nicht und es ist absolut peinlich“
  • Alexander Aschauer, Stürmer Normannia Gmünd: „Es war eine sehr gute erste Halbzeit. Wir müssen eigentlich 4:0 oder gar 5:0 führen - dann kommen wir aus der Kabine und spielen so einen Dreck zusammen. Es ist nicht nachvollziehbar was wir von hinten bis vorne treiben. So geht es natürlich nicht und es ist absolut peinlich.“
  • Daniel Riffert, Trainer TSV Heimerdingen: „Ich bin noch ein wenig sprachlos und muss klar analysieren, dass wir uns nicht beschweren dürfen, wenn wir zur Halbzeit deutlicher zurückliegen. Wie sich meine Mannschaft aber im zweiten Durchgang präsentiert hat, macht einfach nur Spaß.“ tim
Normannia verliert trotz 2:0 Pausenführung mit 3:2 in der Nachspielzeit gegen den TSV Heimerdingen
Normannia verliert trotz 2:0 Pausenführung mit 3:2 in der Nachspielzeit gegen den TSV Heimerdingen
Normannia verliert trotz 2:0 Pausenführung mit 3:2 in der Nachspielzeit gegen den TSV Heimerdingen
Die Normannia zeigte im ersten Durchgang gegen Heimerdingen eine starke Leistung und führte völlig verdient mit 2:0. Torjäger Alexander Aschauer (auf dem Bild zu sehen) traf doppelt. In der zweiten Halbzeit ging nichts mehr und am Ende stand es 2:3. Fot

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