Ohne Torjäger und verlängerten Arm

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Kann die Reise nach Elversberg nicht antreten: Steffen Kienle hat sich am Samstag gegen den FC 08 Homburg eine Adduktorenzerrung zugezogen, der Torjäger steht dem VfR Aalen vorerst nicht zur Verfügung.
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Zwei Ausfälle, die schwer wiegen: Neben dem gesperrten Tim Grupp muss der VfR Aalen am Mittwochabend bei der SV Elversberg auch auf Steffen Kienle verzichten.

Aalen.

Sie sind beide blond, und sie sind beide nicht adäquat zu ersetzen: Dem VfR Aalen fehlen am Mittwochabend im Auswärtsspiel bei der SV Elversberg (Anpfiff: 18 Uhr) sowohl Tim Grupp als auch Steffen Kienle. Der Torjäger wird von einer schmerzhaften Adduktorenzerrung gestoppt, die er sich im Heimspiel gegen den FC 08 Homburg (1:1) zugezogen hat.

Uwe Wolf hat das Montagstraining erst auf 18 Uhr angesetzt. Der Trainer des VfR Aalen simulierte damit zeitlich den Ernstfall am Mittwochabend. Was er dabei auch tun musste: improvisieren. „Wir müssen die Startelf in Elversberg nach diesen Ausfällen auf mindestens zwei Positionen verändern“, sagt Wolf. Es sind zwei Positionen, auf denen er aber am liebsten Kontinuität gehabt hätte. „Natürlich schmerzen diese Ausfälle“, sagt der Trainer.

Dabei hatte er in der Defensive gerade erst eine Umstellung vorgenommen. Grupp stand gegen den FC 08 Homburg erstmals als zentraler Innenverteidiger auf dem Platz. Die Idee, seinen Sechser nach hinten zu beordern, kam dem neuen Coach im Spielersatztraining nach dem Spiel in Kassel (1:1). Dieses Training musste Grupp mitmachen, weil er zuvor nur wenig Minuten gespielt hatte. „Ich habe gesehen, wie aggressiv Tim coacht, damit war er mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld“, sagt Wolf und nennt den 26-jährigen Gmünder den „Chef der Kompaktheit“. Grupp habe seine neue Rolle gegen Homburg „mit Bravour gemeistert“, bis zu jener 53. Minute, in der er wegen einer angeblichen Notbremse die rote Karte sah. Und nun? Nun muss Wolf zurückrudern: Entweder wird Daniel Stanese wieder nach hinten rücken oder der zuletzt eher wacklige Oliver Oschkenat in die Anfangsformation zurückkehren. „Das lasse ich mir noch offen“, sagt der Coach.

Kienle: nichts gerissen

Im Angriff hatte Wolf die kleine Hoffnung, dass sein Top-Torjäger trotz seiner verletzungsbedingten Auswechslung wieder auflaufen kann. Doch diese Hoffnung hat sich am Montag endgültig zerschlagen. „Ich habe eine Adduktorenzerrung“, sagt Kienle und fügt hinzu, dass „ich nicht sagen kann, wie lange ich fehle“. Nur soviel: „Ein Einsatz in Elversberg ist ausgeschlossen.“ Doch bei allem Frust wirkte der 26-Jährige auch erleichtert: „Ich bin so froh, dass nichts gerissen ist. Denn das wäre dann etwas Längeres gewesen.“

Dennoch: Mit sieben Treffern in nur zwölf Spielen ist der Elchinger konkurrenzlos im VfR-Angriff. Hinzu kommt, dass Toni Vastic ebenso weiter verletzungsbedingt fehlt. Wolf macht keinen Hehl draus, dass er Kai Merk das Vertrauen schenken wird. „Er hat es am Samstag nach seiner Einwechslung ordentlich gemacht“, sagt der Coach. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Merk in bislang 26 Einsätzen nur drei Treffer erzielt hat - zuletzt war er im Oktober 2020 erfolgreich.

Für den 22-Jährigen ist das Spiel am Mittwoch ein besonderes: Merk wechselte im Sommer 2020 von der SV Elversberg zum VfR Aalen. „Grundsätzlich interessiert mich die Vergangenheit nicht. Aber es ist ja schon öfter vorgekommen, dass Fußballer gegen in Ex-Vereine besonders gerne treffen“, sagt der Trainer und fügt hinzu: „Das würde mich am Mittwoch natürlich besonders freuen ...“

So könnten sie spielen:

VfR: Bernhardt - Appiah, Windmüller, Oschkenat - Volz, Abruscia, Stanese, Hoffmann - Ramaj, Merk, Müller.

Natürlich schmerzen diese Ausfälle.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

Nach roter Karte: Tim Grupp für ein Spiel gesperrt

Strafe. Es ist das geringste Strafmaß: Tim Grupp ist für ein Spiel gesperrt worden. Der 26-Jährige sah im Spiel gegen den FC 08 Homburg nach einer vermeintlichen Notbremse die rote Karte (53.). Damit fehlt er nur im Spiel bei der SV Elversberg.

Reaktion. Der VfR Aalen hat bei einer Ein-Spiel-Sperre nicht die Möglichkeit, Einspruch einzulegen. Aber: „Zwei Spiele Sperre hätten wir nicht akzeptiert“, sagt Geschäftsführer Giuseppe Lepore, für den der Platzverweis eine klare Fehlentscheidung war. alex

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