Olympiasiegerin Carina Vogt feiert ihr Comeback

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Sie hebt wieder ab: Carina Vogt kehrt am Samstag in Ramsau in den Weltcup zurück. Nach ihrer fast zehnmonatigen Verletzungspause will sich die 29-Jährige des SC Degenfeld wieder langsam an die Weltspitze herantasten.
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Nach fast zehn Monaten Verletzungspause: Die 29-Jährige des SC Degenfeld startet am Samstag in Ramsau. „Ich möchte mich für den Wettkampf qualifizieren.“

Bernau am Chiemsee

Der Continental-Cup in Peking war ein erstes Ranschnuppern. Jetzt aber kommt der Ernstfall. Carina Vogt kehrt nach ihrer langen Verletzungspause in den Weltcupzirkus zurück. Auf der von ihr ungeliebten Schanze in Ramsau am Dachstein. Trotzdem ist die Vorfreude groß.

Die Leidenszeit ist überstanden. Wieder einmal. Ein dreiviertel Jahr lang hat Carina Vogt nach ihrer neuerlichen Knie-OP in der Reha gearbeitet, ehe sie vor knapp zwei Wochen in Peking erstmals Wettkampfluft schnuppern durfte. Beim Continental-Cup auf der Olympiaschanze ist sie zweimal auf Platz drei gesprungen. „Das war ganz ordentlich“, sagt die 29-Jährige. Wohl wissend, dass mehr drin gewesen, wenn die Ladung besser geklappt hätte. Doch genau das ist derzeit die größte Baustelle: der Telemark. „Ich habe im Unterbewusstsein Bedenken, dass ich mich wieder verletzen kann. Und ich schaffe es bislang nicht, komplett dagegenzusteuern.“ In der Praxis bedeutet das Punktabzug. Carina Vogt weiß natürlich, wie es richtig geht. Aber das abzustellen nach ihrem gerade ausgeheilten Knorpelschaden ist extrem schwierig. „Wahrscheinlich brauche ich einfach viele Sprünge“, sagt sie.

Zeit zum Ausprobieren und Herantasten bleibt aber keine. Bereits an diesem Freitag steht die Qualifikation für den tags darauf stattfinden Weltcup in Ramsau an. „Mein erstes Ziel ist es, dass ich mich für den Wettkampf am Freitag qualifiziere“, sagt Vogt. Was früher eine Selbstverständlichkeit war, ist jetzt eine realistische Einschätzung ihrer eigenen Leistungsstärke. Die Selbstverständlichkeit ist nach der langen Zwangspause noch nicht zurück, und das kann auch gar nicht sein.

Schanze mit altem Profil

Hinzu kommt, dass Vogt kaum Trainingseinheiten mit den anderen Nationalspringerinnen hatte. Heißt: „Mir fehlt der direkte Vergleich. Ich kann schwer einschätzen, wo ich aktuell stehe.“ Mitte Dezember ist sie zuletzt mit Katharina Althaus, Anna Rupprecht und Co. gesprungen. Allerdings: „Ich freue mich jetzt, dass ich wieder dabei sein darf.“

Diese Rückkehr war eigentlich schon für das vergangene Wochenende geplant, und die 29-Jährige war vom DSV auch offiziell gemeldet. Dass sie dennoch auf den Heim-Weltcup in Klingenthal verzichtet hat, hat einen einfachen Grund: die dortige Großschanze (Hillsize: 140 m). „Ich hatte seit meiner Verletzung nur acht Trainingssprünge auf einer Großschanze“, sagt Vogt, die sich deshalb für eine weitere Trainingswoche entschieden hat.

Die Anlage ist Ramsau am Dachstein (Hillsize: 98 m) ist deutlich kleiner. „Das ist für den Wiedereinstieg eigentlich ideal“, sagt die Waldstetterin. „Eigentlich“ deshalb, weil die dortige Schanze ein altes Profil aufweist: steiler Anlauf, scharfer Radius, kurzer Tisch. „Das liegt mir nicht“, sagt die Weltmeisterin.

Carina Vogt ist aber keine, die jammert. Im Gegenteil. Sie nimmt die Gegebenheiten an und will sich auf ihre Sprünge konzentrieren. Und sie will in erster Linie sich selbst beweisen, dass sie ihre Verletzung überstanden hat. „Auf die Platzierungen macht jetzt noch keinen Sinn.“

Zeitplan Weltcup in Ramsau:
Donnerstag, 17 Uhr:
Qualifikation
Freitag, 15.30 Uhr: 1. Durchgang, anschließend Finale

Mir fehlt noch der direkte Vergleich.“

Carina Vogt, Olympiasiegerin des SC Degenfeld
  • Anna Rupprecht: Zeigt sie, wie es richtig geht?
  • Rückblick. Platz 26 im ersten, Platz 36 und ein verpasstes Finale im zweiten Weltcup in Klingenthal. Für Anna Rupprecht war die beiden Heimwettkämpfe in Klingenthal enttäuschend. „Ich habe es im Wettkampf nicht rüberbringen können“, sagt die 24-Jährige des SC Degenfeld.
  • Hoffnung. Die Qualifikation in Klingenthal. Da sprang Rupprecht auf Platz 13. „Der Qualisprung war sehr gut“, sagt Bundestrainer Maximilian Mechler. Im Wettkampf seien es „Kleinigkeiten“ gewesen, die „sich groß ausgewirkt haben“. Was Mechler für den Weltcup in Ramsau am Freitag Hoffnung macht: „Anna weiß, wie's richtig geht ...“ alex

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