Online aus der Krise turnen und tanzen

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STB-Maskottchen „Turni“ kam eigens aus Stuttgart nach Aalen angereist, um den Startschuss für die TGOW@home-Aktion des Turngaus Ostwürttemberg zu geben.
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TGOW@home-Aktion für Kinder und Jugendliche läuft wieder.

Ostwürttemberg. Gähnende Leere in den Turnhallen und eingestaubte Sportschuhe? Die Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen besonders junge Sportlerinnen und Sportler, Kinder und Jugendliche hart. Die gesundheitlichen Folgen des Bewegungsmangels sind nach Einschätzungen von Gesundheitsexperten kaum aufholbar und es ist dringend Handlungsbedarf geboten, zumal auch die sozialen Kontakte zunehmend unter den Beschränkungen leiden.

„Gegensteuern, Bewegen und gemeinsam fit in den Sommer starten“ lautet das Ziel der zweiten TGOW@home-Veranstaltung. Der Turngau Ostwürttemberg mit seinem Sponsor AOK möchte Kinder motivieren, weiterhin Sport zu treiben, und ruft deshalb eine ganz besondere Aktion ins Leben: „TGOW@home – tanzt und turnt gemeinsam aus der Krise“.

Jede Woche erwartet die Teilnehmer eine neue sportliche Herausforderung, die vom Turnmaskottchen „Turni“ des Schwäbischen Turnerbundes (STB) in einer Videobotschaft vorgestellt wird. Anmelden können sich alle, auch spontan, egal ob einzeln, mit den Geschwistern oder gleich der ganzen Familie unter der Mailadresse jugend@tgow.de (Angabe von Vor- und Nachnamen, Jahrgang, Adresse und Verein).

Die Aufgaben und Videos gibt's dann auf unserer Homepage www.tgow.de, auf Facebook Turngau Ostwürttemberg und natürlich auf Instagram tgowjugend.

„Lasst uns gemeinsam aus der Krise tanzen. Wir freuen uns auf euch“, animiert Tanja Conrad, die Kids und Jugendlichen zum Mitmachen. Die Kinderturnwartin des Turngaus hat dieses Projekt zusammen mit Kristina Müller, der Vorsitzenden der Turngaujugend, sowie deren beiden Stellvertreterinnen Lisa Conrad und Julia Nafcz auf die Beine gestellt.

Dabei haben sie auf die Erfahrungen des Winters zurückgegriffen, als die TGOW@home-Aktion schon einmal regen Anklang fand.

„Wir erreichen online zur Zeit einfach viel mehr Kinder als in Präsenz“, sagt Tanja Conrad. Mit Blick auf die derzeit sinkende Inzidenzzahl wünscht sie sich nichts sehnlicher, „als dass wir jetzt wirklich wieder weitere Lockerungen im Sportbetrieb erfahren.“ Derzeit dürfen maximal fünf Kinder unter 13 Jahren mit einer Übungsleiterin oder einem Übungsleiter beisammen sein. Gruppen mit zehn oder vielleicht sogar 20 Kinder und Jugendlichen wären wünschenswert. „Wenn die Kinder immer nur am PC sitzen, beim Homeschooling und beim Online-Sport, ist das auch nicht das Richtige“, sagt sie. Die Pflege der sozialen Komponenten, die dem Sport maßgeblich inne wohnen, werde immer schwieriger, wenn man sich nur noch über die PC-Anbindung treffen dürfe.

In den zurückliegenden Monaten - seit November ruht der Hallenbetrieb - sind dennoch immer mehr Vereine auf den Online-Zug aufgesprungen. Zwangsläufig. Weil es über lange Zeit die einzige Möglichkeit war, den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen zu halten.

Damit das Online-Training nicht immer aus dem eigenen Wohnzimmer heraus angeboten werden muss, hat der TSV Böbingen in seiner vereinseigenen Halle sogar ein „Aufnahmestudio“ eingerichtet. Mit PC, Kamera, Mikrofon und Spiegel. Alles koronakonform, versteht sich. „Dafür bin ich der Gemeinde sehr dankbar“, betont Tanja Conrad, die in der TSV-Turnabteilung das Amt der Jugendleiterin inne hat. Auch das Tanztraining findet hier statt. „Die Übungsleiter können einfach reingehen und starten. Das vereinfacht die Sache natürlich und hat bei vielen auch die Hemmschwelle der Technikbedienung gemindert“, weiß sie aus der Erfahrung der zurückliegenden Wochen und Monate. Werner Röhrich

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