Patrick Dalferth erreicht bei der EM dreimal das Finale

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Die Schwimmer waren erneut erfolgreich.

Hans-Peter Gratz leitete das deutsche Team als Disziplinchef.

Lodz / Schwäbisch Gmünd. Bei den Schwimmwettkämpfe der European University Games 2022 im polnischen Lodz hat das Team des Allgemeinen Deutschen Hochschulverbandes (adh) im letzten Rennen doch noch die erhoffte Goldmedaille durch Justin Bott von der Uni Hamburg im Brustschwimmen gewonnen.

Davor gab es für Deutschlands Beckenschimmer bei diesem in Europa größten Multisport-Event für Studierende in 21 verschiedenen Sportarten mit 5000 Athleten aus 1000 Universitäten sieben Silber- und vier Bronzemedaillen sowie zahlreiche Top-Platzierungen. Der Gmünder Schwimmer Patrick Dalferth (21) von der Uni Saarland erreichte dreimal das Finale der besten acht und verfehlte über 50 Meter Rücken als Vierter mit nur 0,15 Sekunden Rückstand die Bronzemedaille.

Nach zwölf Schwimmer-Medaillen in Lodz zog Hans Peter Gratz ein positives Fazit: „Wir Schwimmer haben die Erwartungen weit übertroffen. Es war nicht nur ein sportlicher Wettkampf unter Freunden, sondern auch ein akademischer Austausch auf hohem Niveau“. Der angehende Sportmediziner und frühere Top-Athlet des Schwimmvereins Gmünd ist seit zwei Jahren zusammen mit Dorothea Brandt (Olympiateilnehmerin 2004 und 2016) Disziplinenchef des Ressorts Schwimmen im adh. Er verantwortete in Lodz die sportartspezifische Organisation und betreute zusammen mit A-Lizenz-Trainer Dirk Bludau das 10-köpfige deutsche Team. Das setzte sich aus Athleten der Unis Hamburg, Mainz, Saarland und Wuppertal zusammen.

Ein Platz auf dem Podest war der Wunsch von Patrick Dalferth. Über 50 Meter Rücken war er ganz dicht dran. Mit 27,50 Sekunden verfehlte er als Vierter Edelmetall um gerade mal 0,13 Sekunden. Auf der 100-Meter-Rückendistanz schlug Dalferth nach einer Zwischenzeit von 28,97 Sekunden bei der 50-Meterwende in 59,11 Sekunden als Fünfter an. Ebenfalls fürs Finale qualifizierte sich der Gmünder über 100 Meter Schmetterling, einer Disziplin, die er nur selten schwimmt. Wahrscheinlich war sein Tempo auf den ersten 50 Metern etwas zu „stramm“ (Zwischenzeit 25,96 Sekunden), in beachtlichen 56,48 Sekunden schlug er als Siebter an.

Insgesamt war Patrick Dalferth mit seinen Leistungen in Lodz durchaus zufrieden, denn: „Ich stehe gerade mitten im Wechsel vom Sport- ins Berufsleben, da verschieben sich die Prioritäten und es bleibt einfach nicht die Zeit, so lange und so intensiv zu trainieren, wie es für Spitzenleistungen im Schwimmen heute unabdingbar ist“.

Bachelor-Abschluss geschafft

Seit September 2021 hat Dalferth seinen Bachelor-Abschluss an der Uni Saarland in Saarbrücken in der Tasche, ab dem Wintersemester 2022/23 beginnt er mit seinem Master-Studium, Fachrichtung Wirtschafts-Management, an der Universität in Lissabon. In der Hauptstadt von Portugal kann er beim starken Schwimmteam des über den Fußball weltbekannten Clubs Benfica trainieren. Ein Zimmer in Lissabon besorgten ihm die Trampolinturner von Benfica. Zu denen hat sein Vater Dr. Ralph Dalferth als Orthopäde und Sportarzt der deutschen Trampolin-Nationalmannschaft seit langem gute sportfreundschaftliche Kontakte.

Derzeit absolviert Patrick Dalferth noch ein Praktikum bei einem Consulting-Unternehmen: „Da arbeite ich gut 50 Stunden pro Woche, deshalb komme ich noch höchstens fünfmal in der Woche für knapp zwei Stunden ins Wasser. Früher trainierte ich bis zu 24 Stunden in sieben Tagen“, erklärt er, weshalb er derzeit nicht mehr an seine Bestleistungen herankommen kann wie zuletzt bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften 2021, als er noch den vierten Platz belegte. „Mehr Stunden Training werden auch in Zukunft kaum möglich sein, mein Fokus liegt jetzt auf dem Studium und dem Berufsleben“, blickt Dalferth in die Zukunft und versichert: „Schwimmen wird aber immer ein Teil von mir sein, deshalb werde ich weiter versuchen regelmäßig zum Schwimmen zu gehen. In Lissabon sollte das gut klappen. Wettkämpfe machen mir weiterhin sehr viel Spaß, vor allem auf der Kurzbahn und bei Team Events. Sprints gehen immer. Es wäre auch okay, wenn ich keine Bestzeit mehr schwimme, da ich die in den letzten Jahren immer verbessert habe und deshalb sehr stolz auf meine Zeiten und Leistungen zurückblicken kann“.

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