Philipp Steeb ist Deutscher Jugendmeister am Reck

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Philipp Steeb ist Deutscher Jugendmeister am Reck

Das Wetzgauer Nachwuchstalent belohnt sich selbst für sein Risiko. Im Mehrkampf Dritter. Kimi Köhnlein im Wechselbad der Gefühle.

Goslar. Am Ende zahlte sich das Risiko aus: Philipp Steeb ist Deutscher Jugendmeister am Reck. Im Vergleich zu seiner Übung, die ihm zur Bronzemedaille im Mehrkampf verhalf, sattelte er noch einmal ein Flugteil mehr auf und hob sich so deutlich von seinen Mitkonkurrenten ab.

In den weiteren drei Finals zahlte sich die Risikovariante (noch) nicht aus. Wurde aber vom Chef des Technischen Komitees Nachwuchsleistungssport männlich, Dr. Falk Naundorf, positiv bewertet: „In Philipp steckt noch sehr viel Potential. Ich rechne es hoch an, dass er nicht auf die einzelne Medaille schaut, sondern die Plattform nutzt, neue Übungsinhalte zu etablieren und uns Entscheidern anzubieten.“

Am Pauschenpferd hätte er mit der einfacheren Übung aus dem Mehrkampf den Titel nahezu sicher gehabt: Die schwierigere Übung brachte der Wetzgauer Youngster um ein Haar nicht durch und stürzte (5. Platz). Auch am Barren kamen die neuen Elemente noch nicht ganz sicher und sauber (6. Platz). Am Sprung wäre mehr als der erzielte 4. Platz mit dem großen Trainingsrückstand an diesem Gerät kaum möglich gewesen. Am Ende blieb aber die Freude über die beiden gewonnenen Medaillen und die gute Ausgangsposition, in die sich HBG-Schüler für die Nominierung in den NK1-Kader des DTB gebracht hatte.
Nun aber der Reihe nach: Am vergangenen Wochenende traf sich die Deutsche Nachwuchsturnelite in Goslar, um die Deutschen Meister in den jeweiligen Altersklassen zu ermitteln. Der TV Wetzgau entsandte Kimi Köhnlein und Philipp Steeb in der AK 13/14. Der erste Tag begann mit dem Pflichtprogramm. Für Kimi Köhnlein war es ein wahres Auf und Ab der Gefühle: Ein Gerät lief gut, das nächste nicht in gewohnter Form usw., so dass das Pflichtergebnis lediglich 46,925 Punkte und den vorläufigen Platz 14 ergab.
Bei seinem Vereinskameraden Philipp Steeb liefen Ringe und Boden mit achter Wertungen auch nicht optimal, doch brachten die anderen Geräte – allen voran das Pauschenpferd mit 10,025 Punkten - satte Punkteausbeute. 53,65 Punkte nach Tag eins und vorläufiger Platz drei.

Der Kürdurchgang am Folgetag begann wiederum an den Ringen: Auch diesmal bekam Kimi Köhnlein die Ringe nicht in den gewohnten Griff: 10,0 Punkte. Am Sprung konnte er seinen Kasamatsu gehockt nicht stehen und erhielt 10,2 Punkte. Das Barrenturnen gelang ihm gut bis zum Abgang, den er unglücklich überdrehte und stürzte: 10,55 Punkte. In der zweiten Kürhälfte zeigte er dann seine Qualitäten: Reck (10,8), Boden (11,5) und Pauschenpferd (10,8) gelangen ihm nahezu fehlerfrei, sorgten für einen versöhnlichen Abschluss und im Kürresultat für 63,85 Punkte. Im Endklassement erreichte der Wetzgauer mit 110,775 Punkten Rang 12 (unter 31 Teilnehmern).

Philipp Steeb begann an den ungeliebten Ringen mit 10,8 Punkte. Sprung mit Kasamatsu gestreckt (12,8), eine sichere Barrenübung (11,8) und eine Reckübung mit Flugteil (12,45) brachten ordentlich Punkte. Philipps Rechnung am Boden, eine einfache, aber möglichst abzugsfreie Übung zu turnen ging nicht auf. Anstatt alle Bahnen in den Stand zu turnen, summierte sich ein Schrittfehler an den andern, und so ließ er wichtige Punkte liegen: 11,65. Am Pauschenpferd brillierte der HBG-Schüler und lieferte ein weiteres Mal das Topresultat mit 12,7 Punkten. Sein persönliches Ziel, 72 Punkte in der Kür zu erreichen, verfehlte er um nur 0,25 Punkte, brachte ihm aber dennoch Lob des Nachwuchsbundestrainers ein. Im Mehrkampf der Deutschen Meisterschaft AK 13/14 kam Philipp mit 125,4 Punkten auf den Bronzerang.

Wetzgaus Chefcoach Paul Schneider resümiert: „Ich bin sehr zufrieden mit meinen Youngstern. Kimi muss noch stabiler werden. Wir geben ihm die Zeit. Philipp hat eine große Zukunft vor sich, wenn seine Entwicklung so weitergeht. Der ganze TV Wetzgau freut sich, dass die Turntalentschule zwei solche Turner hervor gebracht hat und ist stolz darauf.“

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