Philipp Steeb ist Baden-Württembergischer Meister

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Philipp Steeb wagte am Reck erstmals zwei Flugelemente und wurde mit dem Baden-Württembergischen Meistertitel belohnt.

Nach langer Verletzungsmisere meldet sich Nachwuchsturner Philipp Steeb vom TV Wetzgau mit dem Baden-Württembergischen Meistertitel im Mehrkampf der AK 13/14 zurück.




Lahr. Der TV Wetzgau entsandte seine beiden Bundesnachwuchskaderathleten Kimi Köhnlein und Philipp Steeb zum Landesturnfest nach Lahr, um sich mit der Baden-Württembergischen Spitze zu messen. Der Weg zum Titel führte über einen Pflicht-6-Kampf am ersten Tag sowie einen Kür-6-Kampf an Tag 2. Daran schlossen sich am dritten Tag die Gerätefinals an. Ein strammes Programm für die beiden Turner der Altersklasse 14.


Philipp Steeb befindet sich nach einer langwierigen Knieverletzung noch im Aufbautraining und ging mit gedämpften Erwartungen an den Start. Seine ganz starken Geräte Sprung und Boden kann er erst seit 10 Tagen wieder trainieren, so trat er hier mit Rumpfprogrammen an. 

Den Grundstein für den Titelgewinn sollte Philipp Steeb im Pflichtprogramm legen: Die Top-Bewertung an Seitpferd (10,2 Punkte) und Reck (9,35 Punkte) sowie schnitzerfreie Vorträge an den anderen Geräten sicherten ihm den ersten Platz.

Im Kür-Durchgang gelang Steeb die beste Bewertung an Boden (12,6 Punkte) und Seitpferd (11,3 Punkte trotz Improvisation) sowie der zweitbeste Wert am Barren (11,9 Punkte). Am Reck gelang ihm sein Flugteil, Tkatchev-Grätsche, souverän. Beim Abgang (Doppelsalto mit Schraube) fehlte ihm Breitenachsendrehung, so dass er diesen nicht in den Stand bekam. Dennoch erreichte er hier das Gerätefinale – wie auch an allen anderen Geräten außer Ringe. Bei den abschließenden Gerätefinals rüstete Steeb seine Übungen inhaltlich – mit Blick auf die anstehenden Deutschen Jugendmeisterschaften - deutlich auf. Dies wurde (noch) nicht belohnt: zwei Stürze am Seitpferd und Platz 4, leichte Unsauberkeiten am Reck – allerdings der mit Abstand höchste Ausgangswert: Bronzemedaille und eine instabile Barrenübung am Ende, die zeigte, dass die drei Tage Wettkampf kräftezehrend waren (Platz 5). Bundestrainer Jens Milbradt über den Wetzgauer Youngster: „Philipp war lange verletzt und befindet sich noch im Aufbautraining. Inhaltlich gehört er zu den stärksten Turnern, die wir haben. Jetzt gilt es in den verbleibenden Wochen bis zu den Deutschen Jugendmeisterschaften, die Übungen zu stabilisieren.“

119,9 Punkte sicherten Steeb im Endklassement den Titel des Baden-Württembergischen Meisters im Mehrkampf.


Kimi Köhnlein startete in der Pflicht am Sprung gut in die Baden-Württembergische Meisterschaft. An Barren (9,2 Punkte) und Boden (9,1 Punkte) lieferte er jeweils den Top-Wert der AK 13/14. Am Seitpferd zeigte er sich stark verbessert (8,625 Punkte) und auch das Ringeturnen gelang mit dem zweitbesten Wert und 7,75 Punkten. Doch dann erwischte Köhnlein am Reck einen rabenschwarzen Moment: Er musste gleich zweimal das Geräte verlassen: ein eingerissenes Reckriemchen war schuld.

Den Kür-6-Kampf am nächsten Tag eröffnete der HBG-Schüler mit der zweitbesten Bewertung am Sprung (10,8 Punkte). Doch dann erwies sich das Reck ein weiteres Mal als unbezwingbar: Auch in der Kür blieb Köhnlein nicht oben. Sein Top-Gerät Boden warf zwar ordentlich Punkte ab (11,55) doch verhinderte ein Sturz beim D-Element Doppelschraube vorwärts einen noch höheren Wert. Dagegen verschaffte ihm sein Zittergerät Seitpferd neben den Ringen und dem Sprung einen Finalplatz. Am Boden rutschte er für Steeb nach.

Unter dem Strich setzte sich Köhnlein mit 113,05 Punkten im Mehrkampf auf den vierten Platz. Die Finals an Sprung und Seitpferd lieferten noch eine Silber- und Bronzemedaille.


Für die beiden HBG-Schüler führt der Weg zur Deutschen Jugendmeisterschaft Anfang Juli in Goslar über den internationalen Wettkampf 4-Motoren für Europa in drei Wochen in Frankreich.

Wetzgaus Chefcoach Paul Schneider resümiert: „Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich zufrieden mit den gezeigten Leistungen unserer beiden Nachwuchsturner. Bis zur DM gibt es allerdings noch einiges zu tun und den beiden wird in den nächsten Wochen sicher nicht langweilig.“ 

Kimi Köhnlein holte sich überraschend den Vize-Meistertitel am ungeliebten Seitpferd.

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