Pius Kuhn, der „Fußballheld“

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Pius Kuhn
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Der 23-jährige Jugendleiter der Sportfreunde Eggenrot wird für sein großes Engagement vom DFB ausgezeichnet. Was er dafür leistet.

Eggenrot

Sein Terminplan ist prall gefüllt, aber für die Belange der jungen Nachwuchskicker der Sportfreunde Eggenrot will er sich gerne Zeit nehmen, wo immer es der Kalender hergibt: Pius Kuhn ist schon seit drei Jahren Jugendleiter der Sportfreunde, seinem Heimatklub, und begleitet viele Aktionen rund ums Training trotz Studium – und Verbandsligafußball.

Denn der 23-Jährige ist selbst ein sehr talentierter Fußballer, spielte in der Jugend bei den Stuttgarter Kickers, beim VfB Stuttgart und beim 1. FC Heidenheim in der Junioren-Bundesliga, bevor er in den Aktivenbereich zum Verbandsligisten TSG Hofherrnweiler-Unterrombach wechselte. „Ganz klar, meine eigenen Trainingstermine und Spiele stehen über allem, aber freitags habe ich frei fürs Jugendtraining. Und die restlichen Sachen kann ich in Vorlesungspausen erledigen“, sagt Kuhn, der im Masterstudium „Sport und Technik“ in Schwäbisch Gmünd auf Lehramt studiert.

Dass er nun als „Fußballheld“ vom DFB ausgezeichnet wurde, hat er nicht nur seinem Engagement sondern auch Trainerkollege Michael Schäfer zu verdanken, der Kuhn per Onlinebewerbung vorschlug. „Es ist einfach vorbildlich, wie er sich einsetzt, er ist ja nicht nur F-Jugend-Trainer und Jugendleiter, sondern bei praktisch jeder Vereinsaktion beteiligt“, sagt Schäfer, der gemeinsam mit Kuhn neben der F-Jugend derzeit auch noch das Bambinitraining leitet. „Als Pius als 21-Jähriger die Jugendleitung übernommen hat, hatten wir Mühe, überhaupt noch eine F-Jugend zu melden. Aktuell hat der Verein rund 20 Bambini, 12 F-Jugendliche und stellt beide Mannschaften im Spielbetrieb. In der E-Jugend haben wir eine Spielgemeinschaft und stellen seit dieser Saison erstmals zwei Mannschaften“, zeigt Schäfer die positive Entwicklung auf. In den älteren Jugenden treibe Kuhn den Beitritt zu einer Spielgemeinschaft voran. „Auch die Anzahl der Jugendtrainer hat unter Pius stark zugenommen, aktuell hat der Verein 8 Jugendtrainer“, sagt Schäfer.

„Als ich damals gefragt wurde, ob ich die vakante Position übernehmen würde, hab' ich im Vorfeld der Hauptversammlung noch Nein gesagt. Aber als sich dann kein Verantwortlicher gefunden hat, habe ich mich aufstellen lassen, weil es mit einfach wichtig war, das jemand da ist für den Nachwuchs. Schließlich habe ich auch an verschiedenen Orten von guter Nachwuchsarbeit profitiert, das will ich zurückgeben“, sagt Kuhn, der nicht nur auf dem Feld als Mittelfeldspieler Verantwortung übernimmt.

Unter seiner Regie wurde ein Jugendcamp mit Guido Buchwald geplant (das coronabedingt zweimal verschoben werden musste), die E-Jugend hielt ein Trainingslager ab, Spieltage wurden ausgerichtet, eine Weihnachtsfeier und ein Gesamtjugendabschluss. In den Lockdowns wurden Online-Trainingsvideos für die Kinder produziert. Und gemeinsam mit dem Nikolaus war Kuhn als Knecht Rupprecht verkleidet in der Ortschaft unterwegs, um Geschenke zu verteilen. „In Altmannsweiler und Braune Hardt haben Kinder auf der Straße gespielt, denen haben wir spontan auch was geschenkt. Vielleicht kommen sie ja mal zu uns ins Training...“, erzählt Kuhn. Dankbar ist er seinen Trainern und allen voran seinem Stellvertreter Lukas Köder und Michael Schäfer, die viel Unterstützung leisteten. SF-Vorsitzender Thomas Rieger sagt über seinen Jugendleiter: „Wir sind froh und stolz, ihn in unserem Team zu haben, er ist sehr engagiert und hat den Preis auf jeden Fall verdient.“ Für Michael Schäfer ist noch eine Eigenschaft wichtig: „ Pius bringt immer alle hinter sich - Spieler, Eltern und Trainer. Er geht als fleißiges Beispiel voran und entwickelt neue Ideen und Konzepte.“

Für Rieger und Schäfer ist deshalb klar: „Es ist gut, wenn man solche vorbildlichen jungen Nachwuchskräfte im Ehrenamt im Verein hat.“

Info: Die DFB-Aktion „Junge Fußballhelden - Aktion junges Ehrenamt“ richtet sich an junge Ehrenamtliche zwischen 18 und 30 Jahren, die sich als Jugendtrainer oder -leiter engagieren. In Kooperation mit Turnier-Reiseveranstalter „KOMM MIT“ lädt der DFB deutschlandweit alle „jungen Fußballhelden“ zu einer fünftägigen Fußball-Bildungsreise mit den bundesweit gut 200 Siegern nach Spanien ein. In jedem Bezirk wird ein Fußballheld gekürt, in der Saison 2021/22 ist es im Bezirk Ostwürttemberg Pius Kuhn (SF Eggenrot).

Pius bringt immer alle hinter sich“

Michael Schäfer, Trainer bei den SF Eggenrot
Pius Kuhn

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