Pokalkracher in Essingen: Der SSV Ulm 1846 kommt

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Der TSV Essingen empfängt an diesem Dienstag im WFV-Pokal-Halbfinale den SSV Ulm 1846. Anpfiff: 17.15 Uhr.

Fußball, WFV-Pokal Der TSV Essingen will an diesem Dienstag gegen den übermächtigen Regionalligisten eine Überraschung schaffen.

Kaum ist die Freude über den 7:0-Kantersieg gegen Schlusslicht VfB Friedrichshafen beim Fußball-Verbandsligisten TSV Essingen verhallt, da wartet das Saisonhighlight auf die Mannschaft von Simon Köpf. An diesem Dienstag (17.15 Uhr) erwarten die Essinger das Regionalliga-Spitzenteam SSV Ulm, was erst am vergangenen Wochenende den VfR Aalen mit 4:1 besiegt hatte und unbedingt den Weg in die 3. Liga gehen möchte. Vier Spiele stehen noch aus in der vierthöchsten deutschen Spielklasse. Gleichzeitig ist dieses Duell eine Neuauflage des Pokalfinals von 2019, in dem Essingen schließlich unterlegen war.

Wie es ist, gegen einen Ostalbklub zu gewinnen, das wissen die Ulmer nun also ganz aktuell, auf die leichte Schulter nehmen werden sie die Essinger jedoch nicht, da ist sich Köpf ganz sicher. „Die Ulmer haben uns einige Male beobachtet in der jüngsten Vergangenheit, haben sich mit uns beschäftigt“, weiß Köpf. Andersherum war es natürlich genauso, einige Male waren die Essinger bei den Spielen der Ulmer vor Ort, um sich ein Bild zu machen, was da auf die Blau-Weißen zurollen wird. Und das ist eine ganze Menge. Mit 70 Punkten stehen die Spatzen in der Regionalliga punktgleich mit Primus Elversberg an der Spitze der Regionalliga, überflüssig zu erwähnen, wer in dieser Partie der Favorit ist. „Natürlich wissen wir, dass wir der ganz klare Underdog in diesem Duell sind, dennoch: In einem Spiel ist immer alles möglich“, sagt Essingens Trainer. Bei den Ulmern hat er eine unglaublich gute Defensive ausgemacht, mit 25 Gegentreffern stellen die Ulmer die zweitbeste Defensive der Regionalliga Südwest, nur die Kickers aus Offenbach (20) sind in dieser Statistik besser. Auch im Landespokal präsentierten sich die Ulmer sehr defensivstark, kassierten nur beim 3:1-Erfolg gegen Bietigheim-Bissingen einen Gegentreffer.

Interessant: Im Landespokal sind die Ulmer ebenfalls gegen Friedrichshafen angetreten, dem jüngsten Gegner Essingens. Dieses Duell endete im vergangenen Jahr 6:0. Der Sieg gegen Aalen am vergangenen Wochenende war der siebte in Serie für den SSV in der Liga, der aktuell nur so vor Selbstbewusstsein strotzt. Das Meisterschaftsrennen ist spannend wie nie in dieser Liga und wird wohl in den nächsten Wochen nichts an Attraktivität einbüßen.

Bei den Essingern nicht mit dabei sein können nach wie vor Jannik Wiedmann, Besnik Koci sowie Jonas Gebauer, ansonsten seien alle fit, so Köpf. Am Ostermontag haben sich Endrit Ibishi und Yamoussa Camara noch Spielpraxis bei der zweiten Mannschaft der Essinger holen können, auch sie werden beim Pokalknaller mit dabei sein. Atmir Krasniqi ist nach Oberschenkelproblemen ebenfalls wieder am Start. Köpf wird somit die Qual der Wahl haben. „Es wird sicherlich die eine oder andere Veränderung in der Startelf geben im Vergleich zu Samstag, das Spielsystem aber wird gleich bleiben“, sagt Köpf, der nicht etwa einzig auf Defensive setzen möchte. „Wir möchten auch in dieser Partie Fußball spielen, denn wir können auch richtig geil kicken. Deswegen werden wir sicherlich nicht nur die Bälle hinten rausschlagen“, sagt Köpf, der vor diesem ungleichen Duell völlig entspannt ist: „Wir haben doch überhaupt nichts zu verlieren. Es ist doch der Klassiker: In einem von zehn Duellen haben wir die Möglichkeit, Ulm zu schlagen. Wir müssen also alles dafür tun, dass dieses eine Spiel an diesem Dienstag stattfindet.“

Wenn man Chancen haben sollte gegen diese Ulmer, dann müsse man sie auch idealerweise nutzen. Ein Manko, was er nach dem 7:0 gegen Friedrichshafen ausgemacht hatte, wenngleich dies paradox klingen mag. Es wäre aber tatsächlich leicht ein noch höherer Sieg möglich gewesen. Köpf fehlte in manchen Szenen schlichtweg die letzte Konsequenz. Dennoch konnte er recht frühzeitig wechseln und die Spieler bereits für dieses Highlight am Dienstagabend schonen. Köpf hat seine Mannschaft jetzt so gut es geht auf den Favoriten eingestellt und möchte es dem SSV so schwer wie möglich machen. „Es wird sicherlich Phasen im Spiel geben, in denen wir leiden müssen. Da müssen wir dann aber alle gemeinsam durch.“ Vielleicht ja auch mit der Unterstützung von draußen, die am vergangenen Samstag kaum zu spüren war. Rund 100 Zuschauer waren gekommen. Gegen Ulm rechnet man mit einigen mehr.

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