Prosinecki schnuppert GFL-Luft

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Pius Prosinecki

Der junge Aalener feierte in der abgelaufenen Saison in der German Football League sein Debüt. Sogar im German Bowl darf er spielen.

Schwäbisch Hall.

Sie waren wieder nah dran, aber sie sind wie 2019 knapp gescheitert. Vor mehr als einer Woche haben die Schwäbisch Hall Unicorns im Finale um die deutsche Meisterschaft, besser bekannt als German Bowl, eine knappe 19:28-Niederlage gegen die Dresden Monarchs hinnehmen müssen. Mit dabei war neben dem Aalener Moritz Böhringer auch der junge Pius Prosinecki, der seine erste Saison in der GFL-Mannschaft absolviert hat.

„Die Saison war ein einmaliges Erlebnis. Ich hätte als Rookie nicht mit so viel Spielzeit gerechnet“, gesteht der gebürtige Ebnater. Insgesamt schaffte er es siebenmal in den 50-Mann-Kader – eine beachtliche Anzahl, wenn man bedenkt, wie stark die Haller auf seiner Position des Passempfängers besetzt sind. Böhringer, Tyler Rutenback, Yannick Mayr und Joshua Haas verfügen bereits über viel Football-Erfahrung, so dass junge Spieler es zu Beginn schwer haben, an ihnen vorbeizukommen.

Doch Prosinecki hat schon früh eine Chance bekommen. Gleich im dritten Saisonspiel gegen die Stuttgart Scorpions konnte er seinen Pass fangen. Diesen münzte er sogleich in den ersten GFL-Touchdown seiner Karriere um. Dabei hatte er jedoch etwas gebraucht, um sich im Team von Head Coach Jordan Neumann zu akklimatisieren. „Es war eine große Umstellung, sowohl körperlich wie auch mental“, erklärt der 21-Jährige.

So gab es nicht nur mehr Meetings als in der Jugend, sondern auch der Aufwand rund um den Trainingsbetrieb ist um einiges größer. Dabei werden die Trainingseinheiten nicht nur vor-, sondern auch nachbereitet. Ein immenser Aufwand, zumal Prosinecki nebenbei noch ein duales Studium absolviert.

Doch er kämpfte sich durch und durfte dann mit zum German Bowl nach Frankfurt reisen. Doch damit nicht genug. „Am Abend vor dem Spiel wurde mir gesagt, dass ich als Backup-Punter eingeplant bin. Das war eine Riesen-Ehre“, erinnert er sich. Dabei profitiert der Ebnater, der die Position schon in der Jugend gespielt hat, vom Verzicht von Punter und gleichzeitigen Quarterback Alexander Haupert. Der laborierte an einer Knieverletzung und konnte so nicht spielen. (Der Punter muss den Ball mit dem Fuß nach vorne schießen; d. Red.).

Am Samstag um 17 Uhr durfte er dann mit seinen Kollegen aus dem Special Team das Feld im Frankfurter Deutsche-Bank-Park beschreiten – ein Moment, den er nie vergessen wird. „Es waren dort schon so fünf- bis achttausend Menschen im Stadion. Ich war da wie erstarrt. Wir konnten auf dem Feld unser eigenes Wort nicht hören“, schildert Prosinecki den Einlauf.

Doch das war noch längst nicht alles. Schließlich durfte er zu Beginn des zweiten Viertels auch das Feld betreten. Er musste als Punter für Aurieus Minton einspringen und stand dabei vor einer schweren Aufgabe. Aus der eigenen Endzone sollte er den Ball punten. Das gelang ihm auch erstaunlich gut. „Als ich vom Feld ging, kamen die Spieler auf mich und haben mich für den Punt gefeiert“, sagt er.

Es war jedoch eines der wenigen Highlights für ihn, denn die Unicorns mussten sich trotz einer Halbzeitführung den Dresden Monarchs geschlagen geben. Für Prosinecki lag die Niederlage an den „zu vielen Fehlern in der zweiten Halbzeit“. Damit blieb den Hallern wie 2019 nur der zweite Platz.

Es wird einen Umbruch im Team geben, den Prosinecki nutzen will. „Ich habe meinen Verein hier gefunden und will mir jetzt mehr Spielzeit verdienen“, meint er optimistisch. Ein Wechsel in der European League of Football („Der Schein trügt“) ist für ihn kein Thema. Stattdessen will er den Meisterpokal wieder nach Hohenlohe holen.

Ich habe hier meinen Verein gefunden.“

Pius Prosinecki,, Football-Rookie

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