Pyro: VfR Aalen rechnet mit 3000 bis 4000 Euro

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Bengalos beim Derby: Weil die Fans des VfR Aalen beim Derby gegen den SSV Ulm 1846 Pyrotechnik abgebrannt haben, droht dem Verein eine Geldstrafe. Geschäftsführer Giuseppe Lepore rechnet mit „3000 bis 4000 Euro“.ÌFoto: Eibner
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Das Urteil wegen verbotener Bengalos gegen den SSV Ulm 1846 ist noch nicht gesprochen, die Aalener erwartet aber eine Geldstrafe. Lepore: „Man kann den Vereinen nicht pauschal die Schuld geben.“

Unsere Fans unterstützen uns hervorragend.“

Giuseppe Lepore, Geschäftsführer des VfR Aalen

Aalen.

Die Osttribüne leuchtete rot. Was spektakulär ausgesehen hat, kostet den VfR Aalen Geld. „3000 bis 4000 Euro sind für das Abbrennen von Pyrotechnik realistisch“, sagt Geschäftsführer Giuseppe Lepore, der noch auf das Urteil der Regionalliga Südwest wartet. Das allerdings sei nicht ungewöhnlich: „Beim letzten Mal hat es Monate gedauert.“

Über zwei Jahre liegt der letzte Vorfall zurück. Am 12. Oktober 2019 zündeten die VfR-Fans im Auswärtsspiel beim 1. FC Saarbrücken Bengalos. Die Aalener bekamen eine saftige Geldstrafe aufgebrummt. „Dieser und der Vorfall jetzt im Derby gegen den SSV Ulm 1846 waren die einzigen während meiner Amtszeit“, sagt Lepore. „Unangenehm“ sei das für den Verein, vor allem dann, wenn „man ohnehin wenig Geld hat“.

Dass nach dem jüngsten Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) der DFB solche Strafen weiterhin gegen die Vereine aussprechen kann, findet der VfR-Geschäftsführer nicht in Ordnung. „Man kann den Vereinen für solche Vorfälle nicht pauschal die Schuld geben.“ Lepore weist darauf hin, dass die Fans an den Spieltagen „natürlich kontrolliert werden“.

Ostalb-Arena ist zugänglich

Aber: „Die Ostalb-Arena ist vielfältig zugänglich aufgrund unseres Jugendspielbetriebs. Da ist es durchaus möglich, dass jemand ins Stadion kommt.“ Eines ist Giuseppe Lepore dabei wichtig: dass das kein Vorwurf an die Fanszene ist. Im Gegenteil: „Unsere Fans unterstützen den Verein und die Mannschaft das ganze Jahr über hervorragend. Dafür sind wir wirklich sehr dankbar.“

Dennoch: Der VfR Aalen müsse weiter aufs Geld schauen, und die Lage werde nicht einfacher. „Unser Etat ist über einen längeren Zeitraum drastisch gesunken“, sagt der Geschäftsführer. 1,8 Millionen Euro beträgt in dieser Spielzeit der Gesamtetat, davon fließen 1,05 Millionen in die Profimannschaft. Neben der schwierigen wirtschaftlichen Lage und den damit verbundenen Rückgängen im Sponsoring weist der Geschäftsführer auf die noch immer ausbleibenden Zuschauer hin. „Die Stadien sind noch immer nicht so ausgelastet wie vor Corona“, sagt Lepore. Dass die Infektionszahlen derzeit wieder stark ansteigen, beobachtet er mit Skepsis.

Geisterspiele schwer vorstellbar

Wobei der Geschäftsführer fest davon ausgeht, dass es nicht wieder zu Geisterspielen kommt. „Das ist für mich schwer vorstellbar. Viele sind inzwischen geimpft, und das ist der Hauptmaßstab, um Spiele besuchen zu können.“ Und: Die Fußballspiele seien Freiluftveranstaltungen, „da ist 3G mit tagesaktuellen Tests ausreichend“. Deshalb gebe es beim VfR Aalen auch keine Gedanken über 2G.

Bengalos im Aalener Fanblock beim Spiel 1. FC Saarbruecken gegen VfR Aalen am 12. Oktober 2019.

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