Nach Platzverweis: Spiel abgebrochen

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Die Sportfreunde Rosenberg (blau/weiß) führten bis zum Spielabbruch mit 2:0 gegen die Sportfreunde Eggenrot.
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Die Partie zwischen Eggenrot und Rosenberg (2:0 für Rosenberg) endete unrühmlich. Nach einem Platzverweis wurde der Schiedsrichter von einem Eggenroter Spieler bedroht.

Kerkingen. Um es vorweg zu nehmen, das Relegationsspiel um den Aufstieg beziehungsweise Verbleib in die Kreisliga AII zwischen den Sportfreunden Eggenrot und den Sportfreunden Rosenberg in Kerkingen nahm ein unrühmliches Ende. Es wurde vom Schiedsrichter Felix Strukelj in der 82. Minute beim Stand von 2:0 für Rosenberg abgebrochen, als der Eggenroter Spieler Alieu Badjie ihn wohl bedrohte. 

Einer Stellungnahme des Spielwarts des Bezirks, Roland Wagner, nach wird das Spiel wohl mit 3:0 für den A-Ligisten gewertet, der damit die Klasse hält. Eine offizielle Entscheidung des Sportgerichts bleibt aber abzuwarten. Zum Spiel. Beide Teams wurden von eine großen Anzahl Fans begleitet, je ein Fanbus stand am Gelände. Schon vor der Partie machten beide Gruppen reichlich – friedliche – Stimmung auf dem Gelände des SV Kerkingen. Vor den rund 400 Zuschauern und Temperaturen deutlich über 30 Grad begann Eggenrot stürmisch und hatte gleich nach Beginn den ersten Eckball. Sofort zeigte sich, dass das Spiel umkämpft werden würde, immer wieder unterbrachen kleinere Fouls die Partie. In Minute fünf die erste gelbe Karte für einen Eggenroter Spieler. Drei Minuten später die erste Torchance für den B-Ligisten, aber Torhüter Meyer war zur Stelle. In der 15. Minute ging der A-Ligist dann in Führung, als sich Kapitän Benedikt Rathgeb am Strafraum durchspielte und Torwart Knecht mit einem Linksschuss keine Chance ließ. 

Nach einer ersten Trinkpause hatte Eggenrot durch Levente Gergely nach einem Freistoß eine gute Chance. Doch er setzte am zweiten Pfosten den Ball aus kurzer Entfernung ans Außennetz. Im weiteren Verlauf spielte sich die Partie weitgehend im Mittelfeld ab, es wurden dabei wenige Strafraumszenen herausgespielt. Eggenrot wirkte insgesamt mit dem besseren Spielaufbau, besonders Viorel Tirif verteilte klug die Bälle, und der B-Ligist war über den schnellen und laufstarken Alieu Badjie auffällig, aber beide Mannschaften hatten auch immer wieder leichte Ballverluste durch technische Unzulänglichkeiten. So gab es bis zur Pause nach 6 Minuten Nachspielzeit aufgrund zweier Trinkpausen nur noch zwei Halbchancen auf beiden seiten.

Kurz nach Wiederbeginn nützte Rosenberg eine Unachtsamkeit in der Eggenroter Abwehr zum schnellen 2:0 mit einem Abstauber kurz vor der Torlinie, allerdings aus stark abseitsverdächtiger Position. Doch die Fahne des jungen Linienrichters blieb trotz aller Proteste unten. Diese Entscheidung und weitere Nicklichkeiten beider Mannschaften, die der unsicher leitende Schiedsrichter nicht unterband, brachten Hektik in das Derby. So kam es in der 52. Minute nach einem Foul eines Rosenbergers zur Rudelbildung, mit Geschubse auf beiden Seiten. Die Folge: Gelb-Rot für Nico Schips aus Rosenberg, Gelb für Alieu Badjie (Eggenrot). 

Der B-Ligist hatte danach eine optische Überlegenheit, der A-Ligist zog sich zurück und verlegte sich auf Konter. Viele Fouls auf beiden Seiten, längere Spielzüge waren selten. Technische Fehler waren vielfach auf beiden Seiten zu sehen. Eggenrot hatte zwei Torchancen, so als sich Badjie auf rechts durchspielte, der eingewechselte Salat aber dem Ball am zweiten Pfosten nicht kontrollieren konnte. In der 82. Minute dann die entscheidende Szene: Der Schiedsrichter zeigte Alieu Badjie nach einem Foul die Gelb-Rote Karte, worauf dieser ausrastete und den Schiedsrichter bedrohte. Dieser brach folgerichtig die Partie ab. 

Beide Mannschaften zeigten sich enttäuscht über das Ende, klatschten sich im Sinne des Fair-Play ab und Eggenrot gratulierte Rosenberg zum Klassenerhalt. „Wir haben uns für unseren hohen Aufwand nicht belohnt, Rosenberg war abgezockter. Der Schluss ist beschämend“, sagte Eggenrots Trainer Benedikt Naugebauer. Sein Gegenüber Benjamin Herzog ergänzte: „Wir haben uns schwer getan, das 2:0 hat uns in die Karten gespielt in einem absoluten Kampfspiel.“


SFE: Knecht - Schmidt, Mayer, Dreher (60. Salat), Gergely, Badjie, Mai (65. Veit), Tirif, Celesia (76. Lemmermeier), Köder, Brenner

SFR: Meyer - A. Greiner, N. Schips, De Gruyter, Engehardt, Rathgeb (71. Hirschle), J. Schips (80. Mack), Merz, Atris (53. Werner), Stöcker, F. Greiner

Tore: 0:1 Rathgeb (15.), 0:2 Engelhardt (47.)

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