Ringer sorgen für ein neues Zuhause für Flüchtlinge

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Ukrainischer Hilfskonvoi mit dringend benötigten Hilfsgütern. Der Kleinbus von Patrick Holz-Maier (vorne im Bild) bildet den Abschluss.
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Patrick Abele von der KG Fachsenfeld/Dewangen unterstützt einen organisierten Hilfstransport und stellt Unterkünfte bereit.

Aalen

Am Donnerstagabend beginnt für einen Aalener Hilfstrupp erneut die Reise in die Ukraine. Die freiwilligen Helfer, Horst Körber und Patrick Holz-Maier, werden vollgepackt mit Hilfsgütern von Aalen aus starten, um dann Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet zu retten. Patrick Abele, Sportlicher Leiter der Kampfgemeinschaft Fachsenfeld/Dewangen, unterstützt den Hilfstrupp, indem er einen Bus für die Reise stellt und mit Hilfe seiner Ringer die Unterkünfte auf Vordermann bringt.

Bereits vorige Woche waren Körber und Holz-Maier vor Ort und brachten gesammelte Sachspenden an die Grenze und mehrere Geflüchtete nach Deutschland. Auf dem Rückweg klinkte sich auch der gemeinsame Freund Patrick Abele mit ein. „Über Horsts WhatsApp-Status habe ich gesehen, dass er noch Platz für zwei Geflüchtete braucht“, so Abele. „Da ich derzeit leere Gastarbeiterwohnungen frei zur Verfügung habe, verwenden wir diese jetzt als Unterbringung.“

Ringer bereiten Wohnungen vor

Abele benötigt die Wohnungen in der Regel für seine Mitarbeiter des Fliesenfachhandels - nun bieten sie Sicherheit für die Menschen aus der Ukraine. Um die Wohnung zu einem Zuhause zu machen, wird Abele tatkräftig von seinen Ringern der KG Defa unterstützt. „Mit den Ringern habe ich ausgemacht, die Wohnungen leerzuräumen und sauberzumachen. Die helfen, das alles vorzubereiten.“ So haben insgesamt in der vorübergehenden Flüchtlingsunterkunft in Hüttenhöfe bis zu zwölf Personen Platz - dringend benötigter Platz, da Körber und Holz-Maier von ihrer nächsten Fahrt mit ukrainischen Geflüchteten zurückkehren.

Für die beiden Helfer geht es mit einem kleinen Konvoi bestehend aus mehreren Bussen und Fahrzeugen an die knapp 1200 Kilometer entfernte polnische Grenzstadt Przemysl. „Von dort fährt die polnische Hilfsorganisation die Güter bis nach Lemberg in die Ukraine“, erklärt Holz-Maier. Die Route des letzten Hilfstrupps, bei dem es für die Aalener sogar bis nach Lemberg ging, können sie dieses Mal nicht mehr nehmen. „Auf der alten Route wurde ein ukrainischer Militärstützpunkt, etwa 20 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, beschossen und bombardiert“, sagt Körber. Mit Przemysl haben die zwei von der polnischen Hilfsorganisation nun ein neues Ziel bekommen.

Körber sagt: „Wir wissen nicht, ob wir wieder in die Ukraine reinfahren können. Das ist abhängig von der Situation vor Ort.“ Die Lage in den Flüchtlingslagern ist aber nach wie vor tragisch. „Die Leute haben ihr Leben in zwei Koffer gepackt“, so Körber. Auch Holz-Maier bestätigt: „Es ist extrem schwierig. Ich habe meine Sachen, abgegeben und über Megafone wurde ausgerufen, dass ich zurück nach Deutschland fahre.“

In der Hoffnung dem Schrecken des Krieges zu entfliehen, verweilen die Geflüchteten dann auch in der eingerichteten Unterbringung von Patrick Abele. „Die Wohnungen können die Menschen dann auf jeden Fall schon mal bis zu sechs Monate nutzen“, sagt Abele. Körber merkt aber an: „Die Vorstellung für diese Menschen, nicht zurück in ihre Heimat zu können, ist furchtbar.“

In der Heimat der Geflüchteten bleibt die Lage ungewiss, doch die Hilfsbereitschaft der Ostalb ist immerhin ein kleiner Lichtblick.

Die Leute haben ihr Leben in zwei Koffern gepackt.“

Horst Körber, Freiwilliger Helfer
Flüchtlingslager in der Ukraine. Empfang der Hilfsgüter.
Patrick Holz-Maier, ein freiwilliger Helfer und Organisator eines Hilfstrupps, vor dem Bahnhof in Lemberg (Lwiw).
Horst Körber, ein freiwilliger Helfer und Organisator eines Hilfstrupps.
Patrick Abele, Sportlicher Leiter der Kampfgemeinschaft Fachsenfeld/Dewangen, stellt einen Bus der Hilfsgüter in die Ukraine bringt und Wohnungen für Geflüchtete.

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