Romina Erhardt träumt von Olympia

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Romina Erhardt, HLC Rot-Weiß München
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Die Hüttlingerin ist als Torhüterin mit ihrem Verein HLC Rot-Weiß München Deutscher Meister und jetzt in die Nationalmannschaft berufen worden.

Hüttlingen.

Die aus Hüttlingen stammende Romina Erhardt ist mit den Damen von HLC Rot-Weiß München amtierender Deutscher Mannschaftsmeister im Lacrosse. Nun ist die 32-jährige Sportwissenschaftlerin auch in die Nationalmannschaft der sogenannten „Sixes“ berufen worden, einer mit kleineren Mannschaften gespielten Variante des „normalen“ Lacrosse. Damit möchte die Sportart 2028 in Los Angeles olympisch werden.

Seit 2015 betreibt Romina Erhardt Lacrosse beim HLC Rot-Weiß München, 2018 und 2019 wurde sie mit der Mannschaft Deutscher Mannschaftsmeister im Freien, seither wurde auch keine Runde mehr gespielt. 2020 ist die Mannschaft auch Indoor-Meister im sogenannten Box-Lacrosse geworden. Im Verein wird Hockey und eben Lacrosse betrieben.

Romina Erhardt ist in Aalen und Hüttlingen aufgewachsen und hat beim TSV Wasseralfingen Handball gespielt, Leichtathletik betrieben, und ist Ski gefahren. 2008 begann sie ein Studium in Sportwissenschaften an der TU München, später legte sie die Masterprüfung ab. „Mit Lacrosse bin ich eher zufällig in Berührung gekommen, als ich 2012 an der Internationalen Schule in Starnberg als Sportlehrerin aushalf und das Spiel auf meinem Lehrplan stand“, schmunzelt sie. „Vorher hatte ich noch nichts davon gehört.“

Also schaute sie sich die Sportart im Training beim HLC an. 2015 begann sie einmal in der Woche mit Training zum Spaß, 2017 stieg sie leistungsmäßig als Torhüterin ein. „Das Spiel ist sehr schnell und athletisch, ohne technische Hilfsmittel und sowohl physisch als auch mental sehr fordernd“, beschreibt sie. „Und ab und zu tut´s auch mal weh und gibt blaue Flecken“, ergänzt Erhardt.

Intensives Training

Zweimal in der Woche trainiert die Mannschaft gemeinsam, jede Spielerin hat dazu ihr individuelles Trainingsprogramm. München ist übrigens achtfacher Meister beiden Frauen und sieben Mal bei den Männern. Erhardt arbeitet als Sportlehrerin an der Internationalen Schule, ist zudem unter anderem Fitnesscoach der Indoor-Männermannschaft und Anti-Dopingbeauftragte des Deutschen Lacrosse-Verbandes DalxV.

Im Freien wird Lacrosse mit Zehner-Mannschaften auf einem Hockeyfeld ausgetragen, Indoor meist in Eishockeyhallen auf einer abgedeckten Eisfläche. Das Tor ist 1,83 mal 1,83 Meter groß und steht 14 Meter von der Grundlinie mitten im Feld. „Der Torhüter hat als einziger einen Schutzhelm und Unterleibsschutz, Frauen auch einen Brustschutz, da er auch mal mit dem Körper einen Ball abfängt – und das ist auch mal schmerzhaft“, erläutert Romina Erhardt. Gespielt wird bei den Frauen über 2 mal 30 Minuten, bei den Männern 4 mal 20 Minuten.

„Mit der Sechser-Variante auf einem kleineren Spielfeld möchte die Sportart zu 2028 Olympia, deshalb wurde dafür ein extra Nationalmannschaftskader aufgestellt, für die Qualifikation möchte ich helfen“, sagt die 32-Jährige. „Da wir noch nicht olympisch sind, gibt es auch keine Fördergelder vom DOSB.“ Weswegen die Damen eine Crowdfunding-Aktion aufgelegt haben, um für Trainingsmaßnahmen, Nachwuchsgewinnung, Freundschaftsspiele und internationale Fortbildung für Trainer zu sammeln.

So findet im Mai in Dresden die größte Werbeaktion außerhalb der USA statt. „Dafür brauchen wir Unterstützung, Toyota wird die gesammelte Summe dann verdoppeln“, sagt Erhardt. „In den USA ist Lacrosse die am schnellsten wachsende Sportart, von deren Erfahrung wollen wir in Europa profitieren“, hofft Romina Erhardt auf Unterstützung.

INFO zum Crowdfunding: www.toyota-crowd.de/lacrosse-convention.

Und ab und zu tut´s auch mal weh und gibt blaue Flecken.“

Romina Erhardt, Lacrosse-Torhüterin
  • Ursprung des Lacrosse
  • Lacrosse stammt ursprünglich von den Ureinwohnern in Nordamerika und wurde um 1630 erstmals erwähnt. 1850 fingen auch Weiße in Nordamerika an, es zu spielen, und später kam es dann zuerst nach England. Um 1890 spielten es in Schottland erstmals Frauen. Heute gibt es für Männer und Frauen etwas unterschiedliche Regeln.
  • Gespielt wird mit einem Schläger, an dessen oberen Ende ein Netz, die „Pocket“ befestigt ist. Das Netz des Torhüters ist größer, etwa wie eine Bratpfanne. Das tennisballgroße Spielgerät ist aus Vollgummi und wird mit diesen Netzen zugepasst und gefangen. Die Tore stehen entfernt von der Grundlinie im Spielfeld.
Romina Erhardt (Nr. 22) im Einsatz vor ihrem Tor.
Romina Erhardt (in Torwartausrüstung) feiert mit München den Indoor-Titel 2020.
Romina Erhardt (im Tor) erwartet einen Angriff.

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