Sepp Oberhollenzer erhält den 8. Dan

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Großartige Auszeichnung: Sepp Oberholenzer hat den 8. Dan erhalten.

Der Jiu Jitsu-Großmeister ist damit der ranghöchste Kampfkünstler.

Schwäbisch Gmünd. Sepp Oberhollenzer aus Schwäbisch Gmünd hat vom World Martial Arts Committee im Rahmen der Kampfkunst-Weltspiele in Salzburg für seine großen Verdienste um den Kampfsport den 8. Dan verliehen bekommen. Überreicht wurde die Auszeichnung vom WMAC-Präsidenten Harald Folladori aus Österreich im Rahmen der World-Games-Eröffnungsfeier. Der 74-Jährige ist jetzt der ranghöchste Kampfkünstler in der Region.

Sepp Oberhollenzer ist ein Pionier des „Jiu Jitsu“, der traditionellen Kampfkunst aus Japan, in Gmünd. Unzählige junge Leute haben bei ihm das „Jiu Jitsu“ gelernt. Er hat die Kampfkunstvereine auf dem Hardt, in Wetzgau, in Gschwend und in Schechingen sowie weitere wesentlich geprägt.

Darüber hinaus hat sich der Gmünder international als Botschafter der Kampfkünste ehrenamtlich engagiert und dazu beigetragen, dass sich Menschen aus ganz verschiedenen Teilen der Welt bei Seminaren oder Wettkämpfen kennen gelernt haben. Seit vielen Jahren sorgt er mit seinen fachkundigen Augen als Kampfrichter beziehungsweise Jury-Mitglied bei großen Turnieren für eine gerechte Bewertung der Sportlerinnen und Sportler.

Dabei gilt seine Liebe den traditionellen japanischen Kodokan-Katas, in denen das Wesentliche aus Judo und Jiu Jitsu in anspruchsvollen Bewegungsabläufen enthalten ist. Als Mitglied der Internationalen Regelkommission (IRC) hat er auch Einfluss auf die Regularien der Wettkämpfe bis zu den Weltspielen der Kampfkünste (World Martial Arts Games).

Über allem steht bei Oberhollenzer die übergeordnete Philosophie des „Budo“ (jap. „der Weg der Ritterlichkeit“). Es geht beim Erlernen der Techniken zwar auch um Perfektion im Hinblick auf praxistaugliche Selbstverteidigung und Wettkampferfolge, aber das Wichtigste ist die Entwicklung der Persönlichkeit. Darin ist er selbst beispielhaft. Er tritt stets bescheiden auf und sieht seine Auszeichnungen eher als Verpflichtung, anderen an seinem eigenen Wissen teilhaben zu lassen.

All diese Facetten in seiner Biographie haben das WMAC-Präsidium dazu bewogen, den Gmünder, der seit vielen Jahren den 7. Dan (rot-weißer Gürtel) trägt, nun mit dem 8. Dan (roter Gürtel) auszuzeichnen. Es ist die dritthöchste Graduierung, die es im Kampfsport überhaupt gibt, und nur sehr wenige erreichen diese Stufe. Denn neben herausragende sportlichen Fähigkeiten ist ein vorbildliches Auftreten dafür erforderlich.

In seiner Südtiroler Heimat, machte ihn sein Onkel, ein Polizeibeamter, mit der Kampfkunst Jiu Jitsu bekannt. Zunächst frönte Oberhollenzer als erfolgreicher Skifahrer aber dem Wintersport. Erst als der junge Elektriker in den 1970er-Jahren aus beruflichen Gründen nach Gmünd kam, wurde die Kampfkunst neben seiner Familie sein Sport. Dabei interessierte ihn stets die ganze Bandbreite der fernöstlichen Kampfstile. Bei Rolf Grimm begann er mit dem Judo-Training und lernte bei Georg Kampitsas Teakwondo sowie Klaus-Dieter Schira Karate und schließlich Jiu Jitsu. Zusammen mit dem Polizeibeamten Hermann Behringer aus Schönhardt machte er diese Kampfkunst zur festen Größe in Gmünd.

Bald wurde man auch bei der deutschen Sektion der World Ju-Jitsu-Federation (WJJF) auf den Gmünder aufmerksam. Der Ausbilder der Bereitschaftspolizei in Göppingen, Sieghard Weiß (9. Dan), bildete ihn ebenfalls weiter. Oberhollenzer übernahm Aufgaben im Präsidium des Verbands und organisierte als Kata-Referent internationale Lehrgänge und Meisterschaften in Gmünd. Schließlich wurde er Präsident der deutschen Sektion und später Ehrenpräsident sowie in der WJJF auf Weltebene der für ganz Europa zuständig Vize-Präsident.

Parallel dazu engagierte sich der Gmünder im World Martial Arts Committee und etablierte dort die traditionellen japanischen Paar-Katas als internationale Wettkampfdisziplin. Als sich die World-Ju-Jitsu-Federation auf Weltebene in verschiedene Lager spaltete, konzentrierte er sich in erster Linie auf die Tätigkeit im World Martial Arts Committee, wo sein Fachwissen und seine auf Ausgleich statt auf Konfrontation bedachte Art besonders geschätzt wird.

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